Das Pölzl-Marterl in Gollrad

Einweihungsfeier mit Eva-Maria Schrittwieser und Pater Christoph Pecolt und der Bläsergruppe aus Aschbach.
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Vor 100 Jahren ereignete sich ein Wildererdrama in Gollrad. Ein neues Marterl erinnert an diese Tragödie.

Vor ziemlich genau 100 Jahren, am 23. März 1919 wurde in Gollrad im Mariazellerland der Revierjäger Josef Pölzl von drei Wilderern aus dem eigenen Ort ermordet. Dieser hat die Wilderer verfolgt, deren Warnungen ignoriert und wurde von ihnen mit dem eigenen Gewehr niedergeschlagen, daraufhin wurde ihm ein Jagdstock in den Nacken gerammt. Erst im September 1919 wurden die drei mutmaßlichen Täter verhaftet, jedoch bald darauf aus Mangel an Beweisen wieder auf freien Fuß gesetzt.
Josef Pölzl wurde am "Jägerfriedhof" in Mariazell beigesetzt. Zur Erinnerung an seinen Tod wurde im Jahr 1925 am Tatort am Schüttereck bei Gollrad ein Marterl aufgestellt und eingeweiht.

Geschichte weitererzählen

Die Gollraderin Grete Goldgruber ist mit ihren 98 Jahren beinahe eine Zeitzeugin dieses Wildererdramas. Eva-Maria und Robert Schrittwieser, ebenfalls aus Gollrad, haben sich ihrer Erzählungen angenommen und haben sich auf die Suche nach dem Pölzl-Marterl gemacht. "Wir haben wirklich wochenlang danach gesucht und haben es schließlich halb verfallen mitten im Wald beim vermuteten Tatort gefunden", erzählt Robert Schrittwieser.
"Nachdem uns die Geschichte erzählt wurde und wir das Marterl gefunden haben, war für uns klar, dass wir das Marterl restaurieren lassen, wieder aufstellen werden und somit die Geschichte weiterleben lassen", sagt Eva-Maria Schrittwieser.

Neuer Standort fürs Marterl

Vom Restaurator Peter Ledolter aus Gloggnitz wurde das Originalbild, dass den Heiligen Hubertus – den Schutzpatron der Jäger – mit einem weißen Hirsch mit einem Kreuz zwischen dem Geweih, zeigt, möglichst originalgetreu restauriert. Tischler Manfred Eder hat das Marterl gestaltet und die Bundesforste als Grundbesitzer hatten keinerlei Einwände gegen das neue Marterl. "Es steht jetzt zwar nicht am ursprünglichen Standort, dafür aber an einer gut zugänglichen Wegkreuzung am Schüttereck, die über einen markierten Steig von Gollrad aus zu erreichen ist", erzählt Eva-Maria Schrittwieser.
Am vergangenen Samstag wurde das Pölzl-Marterl im Rahmen einer kleinen Feier, an der rund 60 Personen teilnahmen, vom Mariazeller Stadtpfarrer Pater Christoph Pecolt eingeweiht.

Einweihungsfeier mit Eva-Maria Schrittwieser und Pater Christoph Pecolt und der Bläsergruppe aus Aschbach.
Am Schüttereck steht das neue Pölzl-Marterl.

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