Den Alltag in der Pflege wie gewohnt gestalten

Oiver Wunsch

Auch die Situation in den steirischen Pflegeheimen ist in Zeiten von Corona natürlich angespannt. Die WOCHE sprach mit Oliver Wunsch über die aktuelle Lage im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Er ist der Geschäftsführer für die Pflegeheime im Sozialhilfeverband des Bezirks, in dem es acht Pflegewohnheime mit rund 700 Bewohnern und zwei Tageszentren (derzeit geschlossen) gibt.

Herr Wunsch, wie geht man im Bezirk mit der Krise um?
OLIVER WUNSCH: "Unsere Bewohner gehören ja praktisch alle der Hochrisikogruppe 65+ an und es geht ihnen gut. Wir haben bereits sehr früh auf die Lage reagiert, die Heimbereiche für Externe geschlossen und in den letzten Wochen auch keine Neuaufnahmen mehr getätigt."

Wie nehmen die Bewohner die Situation wahr?
"Unsere Senioren wissen Bescheid, sie wissen wie es ist, wir haben viel Aufklärungsarbeit geleistet. Unser Personal versucht, so gut es möglich ist, den Alltag wie gewohnt zu gestalten."

Gibt es Einschränkungen?
"In unseren Heimen gibt es ja auch im Normalfall überall einzelne und auch voneinander getrennte Stationen und Bereiche, innerhalb derer sich die Bewohner frei bewegen können – jetzt aber mit noch mehr individueller Betreuung."

Wie schaut es mit Besuchen aus?
"Die sind selbstverständlich generell nicht gestattet. Aber wir haben Vorsorge getroffen. Mittels Tablets, Skype oder WhatsApp haben die Menschen Gelegenheit, sich mit Verwandten und Angehörigen auszutauschen. Das wurde sehr gut angenommen."

Gibt es Ausgangsbeschränkungen?
"Wir haben den Bewohnern die Lage erklärt, empfehlen allen, im Haus zu bleiben. Aber mit entsprechender Begleitung, Aufsicht und unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes dürfen die Menschen natürlich auch zum Beispiel im Garten sitzen oder in der Sonne spazieren gehen."

Wie geht es den Angestellten?
"Die Pflege ist ja ein überwiegend weiblicher Beruf. Und was jetzt, nicht nur bei uns, geleistet wird, ist nahezu übermenschlich. Daheim der Mann, die Kinderbetreuung, Schule, dazu der Pflegeberuf – mein großer Dank und Respekt gilt allen Mitarbeitern. Wir versuchen, die Dienstzeiten so flexibel wie nur möglich zu gestalten. Es wird selbstlos gearbeitet, die Leute helfen auch außerhalb ihrer Arbeitszeit." Ich wünsche mir, dass diese Berufe, die jetzt so in der Auslage stehen, auch in Zukunft entsprechend geschätzt und gewürdigt werden."

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