Der erste Tourist

Überdimensionales Glas-Schrift-Bilderrahmenfragment mit Text von Erzherzog Johann
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  • Überdimensionales Glas-Schrift-Bilderrahmenfragment mit Text von Erzherzog Johann
  • Foto: Erika Bauer
  • hochgeladen von Karin Polanz

Wenn man die B20 Richtung Mariazell fährt, so ist vielleicht manchem Auto- oder Motorradfahrer jenes riesengroße Bilderrahmenfragment ins Auge gefallen, das in Seewiesen kurz vor dem Anstieg Richtung steirischem Seeberg auf der linken Straßenseite in etwa gegenüber des Seeberghofes steht.
Auf der Glastafel kann man - der Kurrentschrift noch kundig, vorausgesetzt - einen interessanten Text lesen, der einem persönlichen Tagebucheintrag von Erzherzog Johann aus dem Jahr 1803 entnommen wurde.
Hier beschreibt der steirische "Prinz", wie er oft genannt wird, seine Eindrücke, wie er die Hochschwabgegend erlebt hatte.
Denen, die nicht die Zeit zum Verweilen haben oder diese wunderbar malerische Schrift nicht mehr "entziffern" können, sei hiermit der durchaus etwas nachdenkliche Text überlassen.
"Zu Anfang des 19. Jahrhunderts waren unsere Gebirge vollkommen unbekannt. Es gab keine Touristen, ich war der erste, welcher von dem österreichischen Schneeberge aus die steiermärkischen Alpen sehend, mich dahin wandte.
Aus den Gebirgen entspringen die Wasser, diese beherrschen die Ebenen, dort ist noch der Menschheit Kern, von da muß Rettung ausgehen… die Ruhe in der Natur hat den höchsten Reiz und ich gestehe es, ich möchte jeden Sommer in Einsamkeit vierzehn Tage verleben, um den moralischen Unflat abzulegen, den man in der großen Welt leider erhält…
Hell waren alle Alpen, die Witterung ruhig, die Luft warm. Längs der Schneide zog ich hinab, dem Seeberg zu, sah das Glühen der Alpen bei niedergehender Sonne, ein herrliches, ergreifendes Schauspiel, betete herzlich zu Gott, den Schwaben vor Augen und kehrte erquicket zu Hause zurück. So einen Genuss gibt keine Stadt, gibt keine große Gesellschaft…"

„Ich war der erste Tourist“ Erzherzog Johann von Österreich 1803

Das Glasbild-Text-Rahmenobjekt wurde vom steirischen Künstler und visuellen Designer Martin Cremsner gestaltet und im Jahre 2005 in Seewiesen aufgestellt.

Wo: Hochschwabblick, 8636 Seewiesen auf Karte anzeigen
Autor:

Karin Polanz aus Bruck an der Mur

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