Die Bürgermeister im Krisenmanagement

Unsere Bürgermeister im Gespräch: So kommen wir durch die Krise.
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  • Unsere Bürgermeister im Gespräch: So kommen wir durch die Krise.
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Die momentane Situation hat unser aller Leben in kürzester Zeit auf den Kopf gestellt. Jede Gemeinde hat aufgrund der herrschenden Ausgangsbegrenzungen Maßnahmen treffen müssen, um die nötigsten Bedürfnisse der Menschen abzudecken.

Wir haben uns bei den Bürgermeistern unseres Erscheinungsgebietes umgehört, worin die großen Herausforderungen bestehen bzw. welche Unterstützungsmöglichkeiten bereits angelaufen sind.

Bruck: Die letzten Aktionen der Stadt Bruck: Müllabfuhr und Straßenreinigung bleiben weiter in Betrieb. Das Abfallsammelzentrum hat jedoch geschlossen. Ebenso Spiel- und Sportplätze, Parks und das Schlossbergplateau.
Die Kurzparkzone wird in der gesamten Innenstadt aufgehoben, der Wochenmarkt Mittwoch und Samstag (Nahversorgung!) findet statt.
Geschlossen haben die Reha Bruck im Gesundheitszentrum, der Elektrofachhandel der Stadtwerke und das TUI-Reisecenter. Die MVG stellt auf Ferienfahrplan um.
Die Stadt ist mit mehreren Gasthäusern und Gastronomiebetrieben in Kontakt, die Lieferservice für die ältere Bevölkerung anbieten.Das Zustellen wird ebenfalls über die Stadtgemeinde und die Tel. 03862 / 890-3330 koordiniert. Die Landjugend organisiert in Zusammenarbeit mit der Stadt den Einkaufs- und Bringservice.
Das Kiernerstüberl in Bruck hat außerdem seine Bereitschaft gezeigt, Essen an Senioren auszuführen, die selbst nicht kochen können. Die Aktion ist bereits angelaufen und wird ebenfalls über die Stadt Bruck koordiniert. Das JUFA-Natur Hotel wird sich demnächst der Aktion anschließen.
Bürgermeister Peter Koch: "Zum aktuellen Zeitpunkt sind diese Maßnahmen ausreichend. Es gilt Ruhe zu bewahren."

Kapfenberg: Auch auf der Homepage der Stadt  - kapfenberg.gv.at - wird über das laufende Geschehen informiert. Bürgermeister Fritz Kratzer ("das soziale Herz der Stadt schlägt stärker als je zuvor") ist im ständigen Kontakt mit den Einsatzorganisationen. "Das Bringservice ist sehr gut angelaufen", sagt Kratzer, "vorläufig übernimmt dafür die Stadt die Kosten, um Kontakte über Bargeld zu vermeiden. Zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt die Rückverrechnung." Auch Kosten oder Gebühren für gemeinnützige Einrichtungen, die jetzt nicht zur Verfügung stehen, sind ausgesetzt. 

Tragöß-St. Katharein: Unter 03869/2242 wird der Service für die Risikogruppe angeboten, mit dem Sparmarkt Tuller, dem Zustellservice Mario Tuller und freiwilligen Helfern wird eng zusammengearbeitet. Die medizinische Versorgung in Zusammenarbeit mit Dr. Hirtzi führt die Gemeinde selbst durch. "Es funktioniert eigentlich alles sehr gut", sagt Bürgermeister Hubert Zinner. Ein Problem macht ihm aber zu schaffen: "Der Ausflugsverkehr. Autos mit Wiener, niederösterreichischen oder südsteirischen Kennzeichen sind da, die Leute wollen wandern oder auf die Alm. Im Normalfall sind sie ja herzlich willkommen - aber unter diesen Umständen? Wir haben diesbezüglich jedenfalls Kontakt mit der Bezirkshauptmannschaft aufgenommen."

Mariazell: Über mariazell.at., den Mariazeller blog und durch Postwurfsendungen hat Mariazell seine Bürger umfangreich informiert. Viele Freiwillige haben sich in Zusammenarbeit mit Lebensmittelhandel, Ärzten und Apotheken für Botendienste gemeldet. "Diese Bereitschaft ist sehr erfreulich", sagt Bürgermeister Johann Kleinhofer. Das Pflegeheim und das Gesundheitszentrum (Ausnahme Voranmeldung für max. fünf Personen) haben Besuchsverbot. "Essen auf Rädern" wurde von der Gemeinde übernommen, "weil ein Großteil der freiwilligen Fahrer älter als sechzig ist."
Die Basilika ist geöffnet - zum Gebet für einzelne Personen.
Angedacht ist die Aktion "Red ma miteinand" zur Unterstützung der älteren Bevölkerung. "Um bei privaten Umständen seelische Unterstützung zu geben", so der Bürgermeister, der appelliert: "Wir halten alle zusammen und helfen gemeinsam.  Manchmal hat man den Eindruck, dass vor allem ältere Menschen die Lage zu wenig ernst nehmen."

Pernegg: Einen Lebensmittel- und Medikamentenzustelldienst hat die Gemeinde Pernegg für ältere Menschen ab 65 eingerichtet. Telefonisch bestellen geht bei ADEG Freidorfer, Spar Pabst und der Bäckerei Friedrich sowie bei den Ärzten Dr. Prisching und Dr. Stranner. Die Lieferung erfolgt durch Bauhofmitarbeiter und Taxi Gombotz. "Das funktioniert bei den Ärzten sehr gut und diszipliniert", sagt Bürgermeisterin Eva Schmidinger, "junge Leute holen für ihre älteren Mitarbeiter die Sachen ab. Leider gibt es aber einige ältere Personen, die noch fast täglich Einkaufen gehen. Aus Gewohnheit oder um aus der Isolation zu kommen. Darauf ist es sehr schwierig zu reagieren. Am besten durch gutes Zureden und noch mehr Information."

St. Marein/Mürztal: Die Gemeinde und der gesamte Gemeinderat bieten Service und Hilfsdienst bei Einkäufen oder Rezepten an. Unter Tel. 03864/2222-0 und Mail gde@st-marein-mürztal.gv.at. "Das Zurückfahren auf das Nötigste ist spürbar", sagt Bürgermeister Günther Ofner.

St. Lorenzen/Mürztal: "Wenn Not am Mann ist, wenn jemand bei Einkäufen, Medikamenten oder Kinderbetreuung Hilfe benötigt, wir bieten Hilfestellungen an", sagt Bürgermeister Alois Doppelhofer. Über das Gemeindeamt (03864/2322-0) oder die Mailadresse gde@stlorenzen.at. "Die Telefonnummer ist auch auf mich geschaltet, so können wir Kontaktadressen jederzeit weitergeben."

Turnau: Die örtlichen Nahversorger sind geöffnet. Über das Bürgerbüro (03863/2111) können ältere Turnauer, die nicht aus dem Haus gehen wollen, Lebensmittel bestellen. Bei medizinischen Fällen ist das bei Dr. Kroißenbrunner möglich. Die Aktion "Ganz Ohr" gegen soziale  Isolationen ist angelaufen. Telefonische Ansprechpartner sind Alois Richter (069911323798), Helga Strobl (06641334408), August Eder (0676/5965624) und Maria Schneider (06601240259). Bürgermeister Stefan Hofer hat sich daheim ein Home-Office eingerichtet. "Aber ich wohne ja neben dem Gemeindeamt, bin dort auch ein, zwei Stunden am Tag, - nur ohne Kontakt mit Mitarbeitern."

Aflenz: Nicht nur über die Homepage, auch über Aussendung und Postwurf, wurde die Bevölkerung informiert. Über Spar Gradi, Schwarzer Adler und die Kapfenberg Bulls gibt es Lieferservices, auch ein psychologischer Dienst ist eingerichtet. Mit Dr. Parsche wird eng zusammengearbeitet. Die Nahversorgungsgeschäfte sind offen. "Lieferservice und Nachbarschaftshilfe funktionieren sehr gut, "sagt Bürgermeister Hubert Lenger, "es ist relativ ruhig. Mein Wunsch an alle: Bitte zu Hause bleiben."

Breitenau: "Jeder gibt sein Bestes" ist das Motto in der Gemeinde von Willibald Ebner. Die privaten Kaufhäuser ADEG Markt Stofleth (03866/5104) und Nah&Frisch Markt Pichler (03866/5103) haben Lieferservice und Zustelldienst für gefährdete Personen eingerichtet. Auch die Gemeinde (O3866/5151-0) hilft.

Thörl: In Thörl ist das Gemeindeamt während der Amtszeiten telefonisch (03861/2307) oder per e-mail (gde@thoerl.gv. at) für alle Fragen der Grundversorgung erreichbar.

Autor:

Siegfried Endthaler aus Bruck an der Mur

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