200 Jahre Alpengasthof Schuster
Ein Wirtsleben wie aus einem Roman

Aufstellung der Ehrengäste: Helmut Jahn, Berthold Strobl, em. Bischof Egon Kapellari, Walter Schuster, Silvia Schuster , Siegi Schelch, Caroline Schuster, Hans Seitinger, Stefan Hofer, Melanie Schuster, Erwin Hofer.
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  • Aufstellung der Ehrengäste: Helmut Jahn, Berthold Strobl, em. Bischof Egon Kapellari, Walter Schuster, Silvia Schuster , Siegi Schelch, Caroline Schuster, Hans Seitinger, Stefan Hofer, Melanie Schuster, Erwin Hofer.
  • Foto: Peter Häusler
  • hochgeladen von Markus Hackl

Happel, Hanappi, Kapellari, Schwarzenegger: 200 Jahre Alpengasthof Schuster in Seewiesen.

Geschichten, die es nur in einem Wirtshaus gibt: Die Fußballlegende Gerhard Hanappi, die 1966 die Kegelbahn plant. Arnold Schwarzenegger auf Schikurs in Seewiesen, ebenso die Alt-Landeshauptleute Waltraud Klasnic und Franz Voves. Die ersten Autobusgäste, die beim 24 Prozent steilen Straßenstück der alten Bundesstraße durch Seewiesen aussteigen mussten, damit der Bus mit vollem Schwung das Steilstück schafft. Höchnäsige Schauspielstars, bodenständige Politiker – "aber am liebsten sind uns die Stammgäste und die ganz normalen Ausflugsgäste", sagt Silvia Schuster, die Wirtin im Alpengasthof Schuster in Seewiesen bei Turnau.

Am vergangenen Samstag wurde hier "200 Jahre Alpengasthof Schuster" gefeiert. Rund 170 geladene Gäste kamen zum Festakt, darunter Landesrat Hans Seitinger, Altbischof Egon Kapellari und der Turnauer Bürgermeister LAbg. Stefan Hofer. Dabei wurde dem Alpengasthof auch das Gemeindewappen von Turnau durch den Bürgermeister verliehen.

Seit 1561 die Tafernengerechtigkeit

Seit dem Jahr 1561 gibt es für das Staindlgut in Seewiesen das sogenannte "Besitzrecht auf eine Tafernengerechtigkeit". Am 14. Mai 1819 erwarben Simon und Maria Fladl das Steindlgut. Seit diesem Zeitpunkt ist die Liegenschaft im Familienbesitz. Seit dem Jahr 1933 regiert der Familienname Schuster in Seewiesen. 1964 übernahmen Leo und Grete Schuster den Familienbetrieb. "Mein Vater ist Anfang der 1950er-Jahre mit dem Motorrad nach Graz gefahren und hat persönlich um Schulschikurse geworben", erzählt Silvia Schuster. Bis 1985 verbrachten tausende Schulkinder aus Ostösterreich in Seewiesen ihren Schikurs.

Wie aus einem Roman

Offiziell führt Silvia Schuster mit ihrem Mann Walter seit 2000 den Alpengasthof Schuster. Die Geschichte, wie sich die beiden kennengelernt haben, könnte einem Roman entsprungen sein: "Ich war damals als Versicherungsvertreter tätig und hatte nur etwas abzugeben. Als gelernter Koch und Kellner bemerkte ich schnell, dass die Wirtsleute wegen des Andrangs richtiggehend schwammen und ich half sofort aus", erzählt Walter Schuster lachend. "Das Kuriose dabei: Ich war zu dieser Zeit noch in Lech, erst später, als Walter wieder aushalf, haben wir uns kennengelernt. Bevor ich Walter zu Gesicht bekam, hat er mir über meine Mutter noch eine Sterbeversicherung um 10 Schilling fürs Monat angedreht", erzählt Silvia Schuster. Die Sterbeversicherung gibt es nicht mehr, dafür zwei Töchter. "So Gott will, führt eine unserer Töchter den Gastbetrieb weiter", hofft die Wirtin.

Die Orgel im Sinn

Wenn schon Gott im Spiel ist, dann soll auch erwähnt werden, dass Silvia Schuster seit 25 Jahren Pfarrgemeinderätin ist und sie auch die treibende Kraft hinter der Renovierung der Kirche St. Leonhard – dem steirischen Heiligenblut – in Seewiesen ist. So verwundert es nicht, dass die Festgäste bei der Jubiläumsfeier gebeten wurden, auf Geschenke zu verzichten, um stattdessen für die Renovierung der Orgel zu spenden.

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