"Fad ist mir in den vergangenen Jahren nicht eine Stunde gewesen"

Bezirkshauptfrau Gabriele Budiman im Interview mit Redakteur Siegfried Endthaler.
  • Bezirkshauptfrau Gabriele Budiman im Interview mit Redakteur Siegfried Endthaler.
  • Foto: Michael Maili
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WOCHE: Frau Bezirkshauptfrau, was waren aus Ihrer Sicht in Ihrer Amtszeit die großen Herausforderungen?
GABRIELE BUDIMAN: Die komplexeste war sicher die Bezirksfusion. Ein Auftrag der damaligen Reformpartnerschaft, den wir dann mit vielen gemeinsamen Sitzungen, Arbeitsgruppen und Meetings umgesetzt haben. Jede Behörde hatte irgendwie ihre eigene Arbeitsweise und das Zusammenführen haben die Referatsleiter, die ja für beide Häuser zuständig sind, sehr gut hingebracht. Wir sind jetzt im sechsten Jahr der Fusion, haben das Bürgerservice neu aufgestellt und können sagen, es kommt die Routine, es fängt zu laufen an.

Einsparungen waren unter anderem eine Vorgabe der Zusammenlegung?
Personaleinsparungen waren ein Ziel aber nicht zu Lasten des Bürgerservices. Das ist eher in den inneren Bereichen passiert. Zum Beispiel ein Referatsleiter, wo früher zwei waren. Da ist eingespart worden, mittlerweile bekommen wir auch wieder Nachbesetzungen – wir haben unser Ziel erreicht.

Gibt es in Ihrer beruflichen Arbeit einen schönsten Moment?
Da hat es viele gegeben. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern, die Loyalität, das Gefühl, das was weitergeht, die Rückmeldungen von Firmen, all das war schon sehr befriedigend. Unsere Arbeit ist sehr vielfältig. Es gibt ja kaum irgendeinen Lebensbereich, mit dem eine Bezirksverwaltungsbehörde nichts zu tun hat.

Worauf freuen Sie sich ab 1. September besonders?
Man trägt eine große Verantwortung, allein durch die monokratische Struktur einer Bezirksverwaltung. Irgendwann ist es dann so, dass man etwas leiser treten und die Familie mehr genießen möchte. Mein Mann und ich reisen sehr gerne, unsere Kinder leben beide in Deutschland, auch sie werden wir intensiver besuchen.

Was wird Ihnen abgehen?
Der intensive Kontakt mit sehr vielen Menschen. Mitarbeiter, Bürgermeister, Einsatzorganisationen, da haben sich einfach viele Freundschaften entwickelt. Man sagt zwar, wir werden uns schon wieder sehen, aber das ist dann eher eine Geschichte. Das wird eine Umstellung sein.

Was wird künftig ein wichtiges Thema für eine Bezirkshauptmannschaft sein?
Wir wandeln uns ja von den alten Aktengeschichten zum elektronischen Akt. Es wird viel mehr online möglich sein, trotz allem glaube ich, dass es den Bürgerkontakt immer geben muss.

Abschließend ein ganz persönliches Résumé?
Mein Job war ein sehr sehr erfüllender, ich hätte mir keinen besseren wünschen können. Immer spannend, immer herausfordernd, immer abwechslungsreich. Und fad ist mir in den vergangenen Jahren nicht eine Stunde gewesen.

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