"Irgendwann möchte ich ein Buch schreiben"

Karl Zechner aus Mariazell mit seinen beiden Erfindungen: der Papierfalzmaschine und dem Klopapierautomaten.
  • Karl Zechner aus Mariazell mit seinen beiden Erfindungen: der Papierfalzmaschine und dem Klopapierautomaten.
  • hochgeladen von Angelika Kern

Eigentlich sollte Karl Zechner das Lebensmittelgeschäft seines Vaters in der Mariazeller Innenstadt übernehmen. Der Bastler und Tüftler aber schlug nach einigen Jahren im Geschäft dann doch einen anderen Weg ein und wurde zum Erfinder. Im WOCHE-Tischgespräch verrät er seine neueste Entwicklung und spricht auch über Persönliches.

Sie gelten in der Region als Erfinder. Was haben Sie denn bisher erfunden?

KARL ZECHNER: 1992 habe ich eine Falzmaschine für Briefpapier entwickelt. Diese ist gedacht für Massensendungen, wie Briefe oder Rechnungen, um diese nach einem schnellen Faltvorgang gleich kuvertieren zu können - also ein Gerät für den Office-Bereich. Dasselbe Prinzip habe ich dann auch beim Klopapier angewandt und vor eineinhalb Jahren einen Klopapierspender so umgebaut, dass er das Papier - jeweils drei Blätter - ohne Berührung fix fertig ausgibt. Die Idee dafür hatte ich aber schon vor zehn Jahren.

Wem dient diese Erfindung?
Menschen, die in irgendeiner Weise körperlich beeinträchtigt sind, alten Menschen, Behinderten, Menschen mit Gips beispielsweise auch. Hier geht es vor allem um die Würde der Menschen.

Was sind die Vorteile Ihres Klopapierspenders?
Er funktioniert berührungslos und ist damit besonders für barrierefreie Klos geeignet, er ist mit einer Hand bedienbar, er ist hygienischer, er hilft Klopapier zu sparen und die Sicherheits- und Hygienereserve entfallen. Der einzige Nachteil: Man braucht Strom dazu.

Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?
Ich hatte vor etlichen Jahren eine Operation und musste in der Zeit danach sehr oft eine Toilette aufsuchen. Weil ich viel unterwegs war, habe ich auf diese Weise sehr viele, sehr unterschiedliche Toiletten kennengelernt. Da ist mir diese Idee gekommen. Zusätzlich hat mich vor Jahren ein Mitarbeiter gefragt, warum wir die bestehende Falztechnik nicht auch bei Klopapier anwenden - was bei dieser Technik gut gehen würde, denn sie kann auch sehr weiches Papier falten. Wir sind derzeit in der Startphase. Ich hoffe, dass wir im Herbst 2016 die Markteinführung schaffen, noch bin ich auf der Suche nach den finanziellen Mitteln.

Wie kommen Ihre Erfindungen in der Bevölkerung an?
Bei der Papierfalzmaschine habe ich immer relativ großen Erklärungsbedarf gehabt, das war nicht immer angenehm. Jetzt beim Klopapierautomaten ist es aber komplett anders. Jetzt reden mich die Leute sogar auf der Straße darauf an.

Wie lange gibt es Ihren Betrieb schon?
Das geht jetzt ungefähr 25 Jahre zurück. Aus der Erfindung heraus wurde eine Firma gegründet, mit Firmensitz in Gußwerk, um das Ganze dann auch zu vermarkten.

Wieviele Angestellte gibt's?
Ich bin eigentlich ein Ein-Mann-Betrieb.

Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Ich bin einer, der nicht aufgibt, ich rede nicht viel, bin ein guter Zuhörer.

Was ist Ihnen im Leben wichtig? Worauf sind Sie besonders stolz?
Sehr wichtig ist mir die Familie, sie ist Basis für alles. Wichtig ist mir auch der Glaube, die Region, die Arbeit mit Jugendlichen und mir ist auch wichtig, für andere da zu sein.

Haben Sie irgendwelche großen Ziele?
Ja, ich wünsche mir, dass meine Erfindungen realisiert werden. Und irgendwann möchte ich ein Buch schreiben, über alles, was ich erlebt habe.

Weitere Berichte zu diesem Thema:
http://www.meinbezirk.at/land-oesterreich/chronik/mariazeller-unternehmer-erfindet-barrierefreien-toilettenpapier-automat-d1449165.html

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