Mehr Respekt vor Blitz und Donner

Rund zehn Menschen werden in Österreich jährlich von einem Blitz getroffen. Sofortige Maßnahmen wie die Herzdruckmassage können lebensrettend sein.
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  • Rund zehn Menschen werden in Österreich jährlich von einem Blitz getroffen. Sofortige Maßnahmen wie die Herzdruckmassage können lebensrettend sein.
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Die Sommermonate bieten nicht nur Sonnenschein, auch Blitz und Donner mischen naturgemäß immer wieder mit. Oft unterschätzt wird dabei die Gefahr, als Mensch vom Blitz getroffen zu werden. Erst vor wenigen Tagen wurde ein 19-jähriger Feuerwehrmann bei Beleuchtungsarbeiten für das "Seer"-Konzert auf der Mariazeller Bürgeralpe durch einen Blitzschlag verletzt.

Zehn Opfer jährlich

Pro Jahr werden in Österreich rund zehn Menschen vom Blitz getroffen, zwei Drittel davon überleben. „Im Freien von einem Gewitter überrascht zu werden ist lebensgefährlich“, sagt Rotkreuz-Chefarzt Wolfgang Schreiber aus Wien. „Dann kommt es auf das richtige Verhalten an.“
 

Raus aus dem Wasser und Schutz suchen

 
Beim Baden können noch in großer Entfernung vom Einschlagsort gefährliche Ströme fließen. Schwimmer erleiden oft einen Schock und drohen zu ertrinken. „Man sollte das Wasser rasch verlassen, sobald ein Unwetter aufzieht und grundsätzlich Schutz suchen, sobald Donner zu hören ist“, rät Schreiber. Blitzeinschläge sind auch in einiger Entfernung von Gewitterzentren möglich, weil sich die Luft auch dort elektrisch auflädt.
 

Tiefe Punkte aufsuchen

Am sichersten sind geschlossene Gebäude mit Blitzableitern oder Autos. Keinen geeigneten Schutz bieten allein stehende Bäume, Metallzäune, exponierte Orte wie Berggipfel und Aussichtstürme. „Im freien Gelände ist es ratsam, tiefe Punkte aufzusuchen“, sagt Schreiber. „Dann hockt man sich am besten in eine Mulde und stellt die Füße nahe zusammen.“ Bei einem breitbeinigen Stand kann sonst zwischen den Beinen eine „Schrittspannung“ entstehen, wenn sich der Strom nach einem Einschlag im Boden ausbreitet.

 
Erste Hilfe und Spätfolgen 

Wer vom Blitz getroffen wird, ist für kurze Zeit einer extrem hohen Spannung ausgesetzt. „Eine mögliche Folge ist ein Atem-Kreislauf-Stillstand“, erklärt Schreiber. „Wenn nötig muss daher sofort mit Herzdruckmassage und Beatmung begonnen werden. Wenn vorhanden, sollte auch rasch ein Defibrillator eingesetzt werden.“ Manche Menschen überleben direkte Blitzschläge, weil ein Teil des Stroms auf der Körperoberfläche abfließt. In den vom Strom durchflossenen Körperteilen sind Nerven- und Muskellähmungen möglich. Zu den Spätfolgen von Blitzunfällen zählen zum Beispiel chronische Schmerzen.
 

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