Mit dem Tablet auf Müllsünder-Jagd

Müllablagerungen an Bachböschungen sagt die Berg- und Naturwacht den Kampf an, behilflich dabei ist eine eigene App.
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Wildbäche müssen jährlich kontrolliert werden, eine eigene App erleichtert diese Arbeit nun um einiges.

Über 1.700 Wildbäche (mitsamt Zubringern) mit einer Gesamtlänge von über 2.300 Kilometern gibt es laut Angaben der Wildbach- und Lawinenverbauung im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Das Forstgesetz verpflichtet jede Gemeinde dazu, ihre Wildbäche samt Zuflüssen jährlich zu begehen und zu kontrollieren. "Allein in der Stadt Kapfenberg sind das rund 130 Kilometer Wildbäche, die jährlich begangen werden müssen, das ist fast unschaffbar", erklärt Gerhard Breyner, Bezirkseinsatzleiter der Berg- und Naturwacht. Er und seine Kollegen haben für das heurige Jahr den Auftrag der Stadtgemeinde bekommen, zumindest 29 Kilometer zu begehen und deren Zustand zu dokumentieren. "Das war bisher ziemlich umständlich, langwierig und kompliziert. Man musste händisch ein Formular ausfüllen, Fotos machen und das ganze per Hand dokumentieren und an die Behörde übermitteln. Seit kurzem gibt es dafür aber eine eigene App, das erleichtert die Arbeit nun um einiges", so Breyner.

Genaue Dokumentation

Mit einem Tablet bewaffnet macht er sich nun also gemeinsam mit einem Kollegen auf den Weg und dokumentiert den Zustand der Wildbäche. Findet er einen Mangel, wird dieser sofort in der App vermerkt. "Mängel sind etwa Müllablagerungen, aber auch Ablagerungen von Grasschnitt oder Biomüll, Einleitungen von Wasser oder Gülle bzw. unbefugte Wasserentnahme. Wenn jemand ein illegales kleines Kraftwerk errichtet hat, wird das genauso vermerkt wie wenn speziell errichtete Sperren Mängel aufweisen. Bei Gefahr im Verzug, etwa wenn Ölfässer oder Heizkörper und ähnliches gefunden wird, erstatten wir sofort Anzeige der Bezirkshauptmannschaft", so Breyner.
Zwei bis drei Bäche pro Woche gehen sich für Breyner und seine Kollegen aus, bis zu zehn Kilometer pro Tag sind realistischerweise schaffbar; bis Jahresende sollte der Auftrag somit erledigt sein.

Skurrile Funde

Was war das bisher skurrilste, das gefunden wurde? "Da gibt es einiges: wir hatten einmal einen ganzen Heizkörper, ein Moped, eine Autobatterie, manchmal finden wir auch ganze Autotüren und einmal war sogar ein Gräder dabei, den der Besitzer einfach im Wald stehengelassen hat", so Breyner kopfschüttelnd.
Sind die Leute eigentlich umweltbewusster geworden in den letzten Jahren? "Naja, die Menge an Müll wird grundsätzlich weniger, die Zahl der Ablagerungen an Gewässern wird aber mehr, besonders Autowracks nehmen zahlenmäßig zu", schätzt er. Wilde Mülldeponieren gibt es auch immer wieder. Breyner: "Einmal haben wir den Schutt von einem ganzen Haus gefunden, mitsamt Kabeln und Installationsmaterial." Und er warnt potentielle Müllsünder: "Die Besitzer lassen sich meist recht schnell ausfindig machen."
^Angelika Kern

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