ÖGB-Frauen: „Digitalisierung ist Frauensache“

Eva Nistelberger und Brigitte Raska-Lang informierten über Forderungen der Gewerkschaftsfrauen.
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„Jeder denkt bei Digitalisierung an das Stahlwerk ohne Arbeiter, niemand aber an die Frau vor dem Bildschirm“, macht Eva Nistelberger, Frauen-Vorsitzende des ÖGB Obersteiermark-Ost, klar, dass hier über die reine Männersicht hinausgedacht werden muss. Gerade im Dienstleistungsbereich wie auch in vielen anderen frauendominierten Branchen finden große Veränderungen statt. „Wir nehmen den Internationalen Frauentag zum Anlass, die Frauenperspektive in der Diskussion um Digitalisierung einzufordern.“

Arbeit 4.0 – Gleichstellung 4.0

Im Handel steigt der Online-Anteil, im Bankensektor wird immer mehr über Tele-Banking abgewickelt, auch in der Pflege verändert sich die Arbeit massiv. Betriebsrätinnen sind jeden Tag gefordert, die Veränderungen in der Arbeitsorganisation zu bewerten oder die überschießenden Kontrollmöglichkeiten der Informationstechnologie auf ein faires Maß zu beschränken. Konkret ist insbesondere die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust, wo menschliche Arbeit durch technische Lösungen ersetzt wird. „Diese Entwicklungen dürfen nicht einfach hingenommen werden, sondern wir müssen immer den menschlichen Faktor mitbedenken. Digitalisierung braucht Mitbestimmung, damit wir als Gewerkschafterinnen für Gleichstellung tätig werden können“, sagt Nistelberger.

Typischerweise wird davon gesprochen, dass der digitale Wandel sowohl Gewinnerinnen als auch Verliererinnen bringen wird. Die Gewerkschafterinnen setzen sich dafür ein, dass Frauen und Mädchen verstärkt in digitalen Kompetenzen ausgebildet werden, damit ihnen die Chancen von Arbeit 4.0 offenstehen. Einen weiteren wichtigen Punkt sehen die Gewerkschafterinnen in einer geschlechtergerechten Arbeitsplatzbewertung, weil auch dies zu einer Beseitigung der Geschlechterdiskriminierung im digitalen Zeitalter beitragen würde, betont Eva Nistelberger. In diesem Sinne finden in der gesamten Steiermark Verteilaktionen rund um den Internationalen Frauentag statt.

„Frauen müssen gerade in den Zeiten des digitalen Umbruchs Gehör finden. Die Digitalisierung in der Arbeitswelt bietet für sie Chancen, aber auch Risiken und potenzielle Nachteile. Entscheidend ist, dass die spezifischen Anliegen der Frauen in diesem Zusammenhang auf politischer Ebene vertreten und in den Unternehmen durch Betriebsrat und Gewerkschaft stark eingebracht werden“, unterstreicht Soziallandesrätin Doris Kampus. „Frauen dürfen unter keinen Umständen auch noch durch die Digitalisierung weiter unter Druck gebracht werden. Sie sind in der Arbeitswelt ohnedies schon benachteiligt. Dies gilt es gerade durch klugen Einsatz von Digitalisierung umzukehren.“

Die Gewerkschaftsfrauen fordern:
• Mitgestaltung von Rahmenbedingungen für gute Arbeit 4.0
• Spezifische frauenpolitische Maßnahmen, damit Frauen vom digitalen Wandel profitieren
• Erweiterung der öffentlichen und politischen Debatte auf frauendominierte Branchen
• Förderung von Aus- und Weiterbildung digitaler Kompetenzen von Mädchen und Frauen
• Geschlechtergerechte Arbeitsplatzbewertung
• Ende der Geschlechterdiskriminierung im digitalen Zeitalter

Autor:

Markus Hackl aus Bruck an der Mur

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