Todeswunsch für den WikiLeaks-Gründer Julian Assange

„Ich kann es kaum abwarten, die Drohnenattacke zu rechtfertigen, die Julian Assanges Leben auslöscht“, schrieb Michael Grunwald, ein Korrespondent des US-Nachrichtenmagazins „Time“ in der Nacht auf gestern im Kurznachrichtendienst Twitter (ORF, 19.08.2013).

Julian Assange, Bradley Manning, Edward Snowden, drei junge Männer, die eines gemeinsam haben: Sie sehen in den Aktivitäten vor allem der USA eine Bedrohung für die Menschen in den Staaten selbst, aber auch sonst auf der Welt. Alle drei haben derzeit massive Probleme: Assange sitzt auf ungestimmte Zeit in der ecuadorianischen Botschaft in London fest, Manning muss mit 60 Jahren Haft rechnen und Snowden sitzt von Putins Gnaden in Russland fest, alle drei in großer Gefahr, alles zu verlieren.

Eine weitere Facette ist, dass die britischen Behörden nicht nur Assange zumindest Patt gestellt haben, sie haben nun auch unter „Terrorismusverdacht“ ohne erkennbare rechtliche Grundlage den Lebenspartner des britischen Journalisten Glenn Greenwald auf dem Londoner Flughafen Heathrow festgesetzt. Glenn Greenwald ist das mediale "Sprachrohr" von Snowden.

Wir leben hier bei uns in einer freien Welt, so glauben wir. Die Vereinigten Staaten sind der Inbegriff von Freiheit, so sehr, dass einst Frankreich sogar eine Freiheitsstatue stiftete. So sagte man (bis vor kurzem). Aber drohen nun Entwicklungen, die letztlich zu einem (totalitären) Überwachungsstaat führen, weil dank Hi-Tech Dinge möglich wurden, die uns allen noch gar nicht wirklich klar sind? Facebook, Twitter, Google, Microsoft (alles amerikanische Firmen) als Komplizen? Das Internet als Instrument, um uns auf Schritt und Tritt zu überwachen, jederzeit zu wissen, wo wir gerade sind? Bedrohliche Vorstellungen!

Dass die amerikanische Regierung und Behörden schäumen ist nachvollziehbar. 09/11 war für die USA ein Albtraum, die einstürzenden brennendenTowers, die Menschen, die in den Tod sprangen, Bilder, die auch ich nicht vergessen werde. Als Folge zogen sie Barriere um Barriere hoch, sie verschanzten sich hinter Hochsicherheitswällen, elektronisch und real. Misstrauisch hörten sie die ganze Welt ab, jeder konnte davon betroffen sein. Haben jetzt aber nicht sie den Dreck am Stecken? Sie kannten bald keine Grenzen mehr.

Wie sehr viele in Amerika paranoid wurden, konnte man an wütenden Reaktionen von (vor allem republikanischen) Kongressabgeordneten erkennen oder auch am Hass eines Michael Grunwald, der dem "Verräter" den Tod wünscht.

Ich glaube, wir haben Julian Assange, Bradley Manning, Edward Snowden sehr zu danken. Zu danken dafür, dass sie uns informierten, warnten, europäische Politiker wach rüttelten und die Amerikaner (und die Briten als deren Helfer) doch ziemlich in Erklärungsnot brachten. Vielleicht rettet das unsere Freiheit noch für eine Weile.

Autor:

Alexander Moser aus Bruck an der Mur

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