Wirtschaft trifft Schule
Fleißige Schneiderleins in der Volksschule Mürzzuschlag

Die Schüler der 4c mit Rosina Haider (li), Klassenlehrerin Barbara Zwerschitz (3.v.li) und Werklehrerin Gabriele Grossegger (5.v.li)
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  • Die Schüler der 4c mit Rosina Haider (li), Klassenlehrerin Barbara Zwerschitz (3.v.li) und Werklehrerin Gabriele Grossegger (5.v.li)
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In der Liste der Lehrberufe findet man den Beruf Schneider nicht mehr unter S. Viele Berufe sind vom Bild her gleichgeblieben, aber wie die Technik hat sich auch der Name geändert. Dass der Modul-Beruf jetzt Bekleidungsgestalterin heißt, war den Schülern der Toni Schruf Volksschule egal. Für sie war die Schneiderin Rosina Haider zu Gast und hat Brillenetuis und Taschen mit ihnen gestaltet.

Regional maßgeschneidert

Wie schon beim Tischlern waren die Kids ganz bei der Sache: „Man soll den Kindern früh aufzeigen, dass es noch handwerkliche Berufe gibt und dass diese wichtig sind. Es war ungewohnt für mich, wieder mal in einer Schule zu sein, aber als ich begann meinen Berufsstand vorzustellen, wurde aus anfänglichem Lärm rasch Ruhe und Aufmerksamkeit. Alle haben interessiert zugehört und Antworten auf viele Fragen gewusst", freute sich Rosina Haider, eine der wenigen Maßschneiderinnen im Mürztal. "Das Verständnis für den Beruf war bei den Kindern gegeben, erstaunt waren sie aber, als ich ihnen erklärte, dass alles Einzelstücke seien, die ich fertige“, so Haider.
Ihr kleiner Betrieb mit einer Mitarbeiterin liegt direkt in der Stadt und ist gut ausgelastet. Bei ihr kann man auch Änderungen vornehmen lassen, aber rund die Hälfte machen Maßanfertigungen aus. Von Tracht bis Business, von Abend- bis Brautmode designt sie alles und berät die Kunden der Figur und dem Typ entsprechend. Sie freut sich, dass der Anteil der männlichen Kunden mit konkreten Vorstellungen wieder stark zunimmt. Nach der Modeschule in Bruck und der Meisterklasse in Baden ist sie seit nunmehr 30 Jahren selbstständig und trotz ihres Könnens der Region treu geblieben. Sie würde diesen Beruf wieder wählen. „Ich war immer handwerklich interessiert, sehr genau und hatte viel Geduld. Die Kreativität kam in den Jahren dazu. Es ist schön, Menschen zu beraten und ihren Geschmack zu treffen.“ Und wenn sie nicht an der Nähmaschine sitzt, bietet sie Yogakurse an oder nimmt Lehrabschluss- und Meisterprüfungen beim Nachwuchs ab.

Handwerk trifft Volksschule

Dass die Schüler der 3. und 4. Schulstufe im Werkunterricht immer wieder von Handwerkern der Umgebung unterstützt werden und früh Einblicke in die Berufe erhalten, freut nicht nur die Kinder selbst: „In diesem Alter haben sie noch zu wenig Ahnung von Lehrberufen und auch Eltern denken oft, das Gymnasium sei der einzige Weg, um Karriere zu machen. Toll, dass sich die Handwerker die Zeit nehmen und informieren. Und als Lehrer merkt man schnell, dass es den Kindern gefällt. Sie wollen fertig werden und ziehen sich nicht zurück und quatschen. Das ist ein Zeichen, dass es ihnen Spaß macht und sie fordert“, sagt die Klassenlehrerin der 4c, Barbara Zwerschitz.

So denken die Schüler

„Uns hat gefallen, dass Frau Haider alles per Hand macht und es die Kleidungsstücke nur ein Mal gibt. Wir finden diesen Beruf gut, weil er auch zu Hause angewandt werden kann. Dann muss man nicht immer wegen eines kaputten Reißverschlusses oder einer zu langen Hose zum Schneider laufen“, sind sich Atdhe Rizani und Florian Schafferhofer einig. Und auch darin, dass Schneidern nicht nur was für Frauen ist. Es gebe schließlich genug erfolgreiche männliche Designer.
^Andrea Stelzer

Autor:

Andrea Stelzer aus Bruck an der Mur

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