EU Programm "Innovative Location"
Mit Area M Styria und Regionalentwicklung Oststeiermark in Slowenien (+Video)

Die Teilnehmer der ober- und oststeirischen Regionalentwickler bei einem kurzen Aufenthalt in Ptuj.
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  • Die Teilnehmer der ober- und oststeirischen Regionalentwickler bei einem kurzen Aufenthalt in Ptuj.
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Area M Styria und Regionalentwicklung Oststeiermark sind umsetzende Partner im europäischen Interreg-Programm „Innovative Location“, kurz Inno-Loc. Wissenstransfer findet unter anderem mit gegenseitigen Studienreisen statt.

Ziel des Projektes „Innovative Location“ ist es, eine enge Zusammenarbeit zwischen den Regionen Oststeiermark, Podravska, Gorenjska und Obersteiermark, den wichtigsten Städten und Gemeinden dieser Regionen und den in der Wirtschaft tätigen Bürgerinnen und Bürger dieser Städte und Gemeinden aufzubauen. Ein gemeinsames Modell für Standortmanagement mit den Städten und Gemeinden der Regionen wird entwickelt, um dadurch bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen.

Empfang der steirischen Delegation im Rathaus der Gemeinde Opcina-Markovci.
  • Empfang der steirischen Delegation im Rathaus der Gemeinde Opcina-Markovci.
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Projektpartner sind neben Area M Styria, die Regionalentwicklung Oststeiermark, das Büro Bistra Ptuj und BSC Kranj. Das europäische Förderprogramm ist über die Regionen Oststeiermark (Bezirke Weiz und Hartberg-Fürstenfeld), Obersteiermark-Ost (Bezirke Bruck-Mürzzuschlag und Leoben) sowie Podravska (Ptuj) und Gorenjska-Kranj drübergestülpt.

Das Projekt ist für dreieinhalb Jahre anberaumt, Projektvolumen ist 1,6 Millionen Euro.
Die Gemeinden in den Partnerregionen Oststeiermark und Podravska sind sehr stark vom kontinuierlichen Rückgang an Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft betroffen. Die Gemeinden in den Regionen Obersteiermark und Gorenjska haben vor allem viele Arbeitsplätze in der Schwerindustrie verloren. Die Arbeitsplätze in den urbanen Zentren rund um Ljubljana und Graz sind dagegen in den letzten Jahrzehnten überproportional gewachsen. Damit aber auch die Gemeinden und Städte in den Regionen außerhalb der großen Ballungszentren überleben können, brauchen sie dringend neue innovative Arbeitsplätze.

Ziel ist es, die internationale Zusammenarbeit aufzubauen, abseits von urbanen Ballungszentren. Wirtschaftsinitiativen und wirtschaftliche Strukturen aufzubauen und anzustoßen.

Bei einer Studienreise mit regionalen Partnern konnte die steirische Delegation Einblick in Vorzeige-Initiativen der slowenischen Partnerregionen gewinnen. 

Die "Business-Zone" in Obcina-Markovci bei Ptuj

Den Auftakt der Studienreise, deren Teilnehmer sich aus Regionalentwicklern und Standortmanagern zusammensetzte, machte die Besichtigung der Businnes-Zone (Wirtschaftspark) in der Gemeinde Obcina-Markovci im Nahbereich der Stadt Ptuj.
Bürgermeister Milan Gabrovec gibt Einblick ins wirtschaftliche Geschehen der Gemeinde: Seit dem Jahr 1998 ist die Gemeinde selbstständig, losgelöst von Ptuj. 1994 hat es in Slowenien eine Gemeindestrukturreform gegeben, nur hat man hier die kommunalen Einheiten verkleinert. Die Gemeinde besteht aus neun Dörfern, 4.200 Einwohnern und 1.500 Haushalten. Es ist eine Zuzugsgemeinde, 2010 hatte man noch 3.900 Einwohner.

Bürgermeister Milan Gabrovec gibt Einblick ins wirtschaftliche Geschehen der Gemeinde.
  • Bürgermeister Milan Gabrovec gibt Einblick ins wirtschaftliche Geschehen der Gemeinde.
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Den Wirtschaftspark, hier heißt sie Business-Zone, begann man 2002 aufzubauen. Damals hat sich die Gemeinde die Gründe einer ehemaligen Schottergrube und Mülldeponie gesichert und sukzessive erschlossen. Begonnen hat man mit einer Gewerbefläche von 1,6 Hektar, jetzt in der vierten Ausbaustufe hält man bei 11,5 Hektar, Erweiterung ist möglich, Anfragen für Betriebsansiedelungen gibt es zur Genüge.

Besuch bei Vitiva in der Business-Zone

Aktuell umfasst der Wirtschaftspark 20 Betriebe mit insgesamt 400 Arbeitsplätzen. Standortvorteile sind die Nähe zu Ptuj und auch Marburg, und die nahe Autobahnauffahrt. „Und die Investitionsfreude der Gemeinde. Wir waren die ersten, und dafür wurden wir belohnt“, so der Bürgermeister.

Besuch bei Vitiva in der Business-Zone von Opcina-Markovci.
  • Besuch bei Vitiva in der Business-Zone von Opcina-Markovci.
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Arbeitsplätze sind bei einem Betriebsbesuch der Firma Vitiva in der Business-Zone schnell ein Thema. „Wir haben kein Problem, Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung zu finden, viel eher aber im Produktionsbereich. Es ist ein Problem, Mitarbeiter mit geringer Ausbildung zu finden – bei einem Nettolohn von 800 Euro wohlgemerkt.

Rosmarin-Säcke: Der Rosmarin kommt aus Marokko und Spanien und wird zu Extrakten weiterverarbeitet.
  • Rosmarin-Säcke: Der Rosmarin kommt aus Marokko und Spanien und wird zu Extrakten weiterverarbeitet.
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Vitiva hat sich auf die Herstellung von Rosmarin-Extrakt spezialisiert, Abnehmer sind Kunden aus dem Lebensmittelbereich, aus dem Kosmetikbereich und der Pharmaindustrie. Der Rosmarin kommt überwiegend aus Marokko und Spanien. Begonnen hat man 1999 mit einem Kunden, jetzt hat man über 100 Mitarbeiter.

Revitalisierung von Schule und Post in Kranj

Nächste Station war Kranj, einer der größeren Städte der Region Gorenjska. Andraz Siler führte die österreichische Delegation durch die innovativen Stadtprojekte. Er stellte den Cowork-Raum Kovacnica-Business-Inkubator in Kranj in einer ehemaligen Schule vor. „Im Jahr 2015, als noch niemand wusste, wie Coworking funktioniert, haben wir damit begonnen, das Gebäude umzugestalten.

Bis zu 30 Coworker finden im Inkubator in Kranj einen geteilten Arbeitsplatz.
  • Bis zu 30 Coworker finden im Inkubator in Kranj einen geteilten Arbeitsplatz.
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Sechs Jahre später präsentiert sich das Haus als moderner, stylisches Cowork-Raum, mit einer Bilanz, die sich sehen lassen kann: 434 Veranstaltungen, also jede Woche eine Veranstaltung – vom Wirtschaftsfrühstück bis zur gemeinsamen Grillerei, mehr als 7.500 Eventbesucher und in Summe 33 Coworker.

Andraž Šiler vom Büro BSC Kranj analysiert die wirtschaftliche Lage der Region Gorenjska.
  • Andraž Šiler vom Büro BSC Kranj analysiert die wirtschaftliche Lage der Region Gorenjska.
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Auch das jetzt noch leerstehende ehemalige Postgebäude im Stadtzentrum von Kranj soll zu einem Cowork für Startup-Unternehmen umgestaltet werden.

Digitale Fitness mit "Open Lab"

Ein paar Gehminuten durch das Stadtzentrum von Kranj führt die Studiengruppe zum „Open Lab“ in einem modernen Business-Center. Hier hat sich eine Ausbildungsschiene für Kinder und Jugendliche über einen eigenständigen Verein entwickelt.

Besuch des "Open Labs" im Stadtzentrum Kranj.
  • Besuch des "Open Labs" im Stadtzentrum Kranj.
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Ziel ist es, Kinder an digitale Technologien spielerisch heranzuführen. Das geschieht mit Workshops, in und außerhalb des Labors, mit Projektwochen oder mit Festivals. Unterrichtet werden Kinder ab drei Jahren, aber auch Lehrer und Wirtschaftstreibende sind mit dabei.

Das Netzwerken und der Informationsaustausch wurde bei einem Stadtbesuch in Ljubljana mit der Burg sowie bei einem Abendessen in Bled intensiviert. Eine Gegeneinladung ist für November geplant, besichtigt werden beispielhafte Initiativen in Leoben und Kapfenberg.

Ein kurzer Zwischenstopp in Ljubljana.
  • Ein kurzer Zwischenstopp in Ljubljana.
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Zitiert:

Christian Fraissler-Simm von der Regionalentwicklung Oststeiermark mit Sitz in Weiz: "Ich denke, wir alle konnten viele gute Eindrücke gewinnen und einige neue Ideen mitnehmen und können diese in Zukunft für neue Projekte in der Ost- und Obersteiermark nutzen.

Oliver Freund, einer der Geschäftsführer von Area M Styria: "Uns ist es wichtig, mit den Nachbarland Slowenien bei einer gemeinsamen Standortentwicklung zusammenzuarbeiten. Die Studienreise dient dazu, innovative Ansätze der Standortentwicklung kennenzulernen."

Danilo Ceh vom Büro Bistra Ptuj: „Vor zehn Jahren war Slowenien noch ein goldener Boden für Unternehmer, da wurde fast alles gefördert. Jetzt ist die Konkurrenz bei den Projekteinreichungen höher, dafür steigt die inhaltliche Qualität der Projekte."

„Wir konnten gute Resultate mit dem Inno-Loc-Programm erzielen. In meiner Region sind 17 Gemeinden zusammengefasst. Priorität eins ist Regional-Entwicklung, zweitens der Business-Inkubator, dann folgt Forschung und Entwicklung und nicht zuletzt das Projektbüro selbst, in dem ich Geschäftsführer bin“, erklärt Danilo Czeh vom Projektpartner Bistra Ptuj. 60 EU-Förderprogramme hat er abgewickelt, 30 davon als Lead-Partner, „denn nur als Leader kannst du auch die Richtung vorgeben.“

Links:
• Regionalentwicklung Oststeiermark
• Area M Styria
• ZRS Bistra Ptuj
• BSC Kranj

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