23.05.2017, 11:22 Uhr

Der stille Einstieg in die Bergzeitreise

Unterwegs zur Sonnschienalm: Blick auf Brandstein, Schaufelmauer und Ebenstein. Die Etappe lädt auch zu Ergänzungen und Fleißaufgaben ein. (Foto: Andreas Steininger)

1. Etappe des Weitwanderwegs: Von der historischen Bergmannsstadt
Eisenerz bis zur Sonnschienalm im Hochschwabgebirge.

Durch die Hochsteiermark in 18 Etappen: Die WOCHE stellt den Weitwanderweg "Bergzeitreise" in 18 Teilen vor.

Wir starten im Zentrum der Bergmannsstadt Eisenerz und wandern zunächst entlang der Hieflauer Bundesstraße in Richtung Nordwesten. Nach wenigen Gehminuten erkennen wir links ein paar Tennisplätze. Hier verlassen wir die Bundesstraße nach rechts und wandern jetzt am Hang entlang zunächst etwas aufwärts und dann durch einen Wald abwärts bis knapp vor den idyllischen Leopoldsteiner See. Hier macht unser Weg eine scharfe Kehre nach rechts und führt uns nun entlang eines breiten Forstweges fast eben taleinwärts bis in die Seeau (Wildgatter). Ab hier beginnt der Weg etwas anzusteigen und bringt uns durch eine Klamm schön langsam in alpineres Gelände. Der breite Weg wird nun immer schmäler und bald führt nur mehr ein recht steiler Steig aufwärts bis unter die markanten Felswände des ­Kollmannstockes. Diese mächtigen Kalk­wände begleiten uns ab hier gemeinsam mit dem kleinen Fobisbach zur gleichnamigen Alm (unbewirtschaftet). Unser Almsteig führt genau in Richtung Osten bergauf und bergab unterhalb des Fobisturmes und des Brandsteins bis zur ­Androthalm (im Sommer bewirtschaftet). Breite Latschengassen ermöglichen uns das Weiter- sowie Durchkommen und so stehen wir bald auf der Sonnschienalm, unserem heutigen Tagesziel.

Hochsteirische Geschichten

Wahrlich idyllisch liegt der Leopold­steiner See am Fuße der gewaltigen Seemauer. Der Seeriegel schützt ihn vor den direkten Blicken aus Richtung Eisenerz. Längst ist der smaragdgrüne Gebirgssee, der durch unterirdische Quellen gespeist wird, ein weithin bekanntes Ausflugsziel.

Dem Erzbach ein Stück weit Richtung Hieflau folgend, befindet sich, gleich ­neben der Bundesstraße, die sogenannte „Schwarze Lacke“. Hier soll jener Wassermann gehaust haben, der der Sage nach mit einer List von Einheimischen gefangen und Richtung Eisenerz gezerrt wurde. Dort, wo man den Erzberg das erste Mal erblickt, soll der Gefangene den Männern folgendes Angebot gemacht haben: „Wenn ihr mich freilasst, verspreche ich euch Gold für ein Jahr, Silber für zehn Jahre oder Eisen für immer­dar. Wählt gut!“ Bekannter­maßen haben sich die Eisenerzer für das Eisen entschieden.

Zumindest seit dem 11. Jahrhundert wird nun bereits am Erzberg Eisenerz abgebaut. Seine besondere Form entstand um 1890 als der stufenförmige Tagebau eingeführt wurde. Der auch „Steirischer Brotlaib“ genannte Berg stellt nach wie vor eine wichtige wirtschaftliche Grundlage dar und bekannte österreichische Unternehmen und Institutionen verdanken ihm ihre Existenz (z. B. Montanuniversität Leoben, Voestalpine ­Leoben - Donawitz). Ein Schaubergwerk ermöglicht heute den Besuch des unter­irdischen Labyrinths und entführt in die Arbeitswelt der Knappen. Besonders eindrucksvoll ist eine Fahrt mit dem Hauly – einem umgebauten 860 PS ­starken Ausflugsschwerlastkraftwagen.
Rund um den Erzberg als Zentrum kann man anhand zahlreicher weiterer ­Sehenswürdigkeiten entlang der Stei­rischen Eisenstraße eine spannende Zeitreise durch Vergangenheit und Gegenwart des Erzabbaus und der Verarbeitung zu Eisen und Stahl erleben.

In Zusammenarbeit mit TRV Hochsteiermark, Andreas Steininger, Hannes Nothnagl und Michael Gletthofer.

Tourinfo:

Länge: 21 Kilometer; Gehzeit: 8 Stunden (ohne Pausen);
Aufstieg: 1.240 Höhenmeter;
Anforderung: relativ lange aber technisch einfache Etappe

Den Wanderführer "BergZeitReise" gibt es bei allen Tourismusbüros der Hochsteiermark.
"BergZeitReise" ist eingebettet in den Weitwanderweg "Vom Gletscher zum Wein":
www.steiermark.com/wandern

Mehr Infos auf: www.hochsteiermark.at/

Oder: www.steiermark.com/
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