15.03.2017, 11:58 Uhr

Ein Juwel am Rande der Stadt

Seltener Anblick: Christian Wietrzyk hinterm Schreibtisch. (Foto: Hackl)
Der Brucker Stadtforst zählt zu den größten Gemeindewäldern Österreichs. Nur Wien hat mehr Waldflächen.

Christian Wietrzyk hat für sich seinen Traumberuf gefunden. Seit 27 Jahren leitet der Förster das Brucker Forstamt und ist zuständig für rund 1.400 Hektar Wald – damit verfügt Bruck nach der Stadt Wien über den größten kommunalen Waldbesitz. "Schon in der Volksschule war für mich klar, dass ich später einmal als Jäger oder als Förster in der Natur arbeiten will", erzählt Christian Wietrzyk. Als Brucker ist es naheliegend, dass man mit so einem Berufsziel die Forstschule besucht. "Schon in den Ferien habe ich als Praktikum im Stadtforst gearbeitet", sagt Wietrzyk. Die Forstschule selbst hat rund 400 Hektar Wald von der Stadt Bruck gepachtet und wird als Lehrforst betrieben, die Forstschule bejagt das Gebiet auch selbst. Mit der Jagd hat der Stadtförster selbst nichts zu tun. "Bereits seit den 1950er Jahren wird die Jagd verpachtet."

Technischer Fortschritt
Die Holzwirtschaft mit allen Facetten ist das Aufgabengebiet des Försters, zusammen mit drei Mitarbeitern. "Wir erledigen die Pflege des Waldes, die Durchforstung, das Aufforsten und zum Teil auch die Holzernte selbst. Benötigte man vor 25 Jahren noch zwölf Forstarbeiter, so erledigen dank des technischen Fortschrittes jetzt drei Mitarbeiter die gleiche Arbeit in wesentlich kürzerer Zeit. Für große Schlägerungsarbeiten holen wir uns aber Profis hinzu", so Wietrzyk.

Wirtschaftsfaktor Wald
Der Stadtforst ist für die Stadt ein Wirtschaftsfaktor. Laut Vorgabe sollen pro Jahr ca. 8.000 Festmeter Holz entnommen werden. Je nach Holzpreis und Nachfrage einmal mehr, dann wieder weniger. "Wenn der Holzpreis hoch ist, dann können schon einmal 20.000 Festmeter im Jahr an Holz herausgeholt werden." Wie kam Bruck eigentlich zu so viel Wald? "Im Jahr 1741, unter der Regentschaft von Maria Theresia hat Bruck den Wald angekauft. Bruck war damals Garnisonsstadt, der Holzverbrauch war enorm hoch; zudem ist Bruck dreimal abgebrannt. Mit Hilfe des Eigenforstes konnte die Stadt immer wieder aufgebaut werden. Seit 1754 sorgte der Stadtforst auch für die Wasserversorgung von Bruck. Erst viel später wurde der Trinkwasserbrunnen Kalte Quelle von der Zentralen Wasserversorgung Hochschwab Süd abgelöst", erzählt Christian Wietrzyk aus der Geschichte.

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