12.10.2016, 00:00 Uhr

Eine Ideen-Fabrik auf nackten Sohlen

Karl Wenzel, wie er leibt und lebt, immer mit nackten Füßen, hier auf seinem Karlsplatz am Bründlweg.

Kaum jemand kennt Karl Wenzel aus
Turnau nicht. Er ist ein Original, das es so kein zweites Mal gibt.

Bloßfüßig, braungebrannt, in kurzer Lederhose und mit Strohhut – die Anlässe, in denen man Karl Wenzel nicht in dieser Adjustierung antrifft, lassen sich wahrscheinlich an einer Hand abzählen. Ständig ist er in Bewegung, hat immer neue Ideen, braucht immer was zu tun. "Ich kriege in meinem Leben immer noch mehr Energie, ich weiß gar nicht wohin damit", erklärt er mit einem breiten Grinsen.
Und das ist wahrscheinlich auch die Erklärung für das Phänomen "Wenzel Koarl". Denn wo immer er mit dabei ist, gibts die wahnwitzigsten Ideen und Vorschläge – jeder einzelne der Bründlwegbauern kann davon wahrscheinlich schon ein Lied singen. Nicht immer stoßen seine geistigen Schöpfungen auf Gegenliebe, dennoch wird sehr sehr Vieles verwirklicht, was sich der Koarl da so ausgedacht hat. So gibts am Romantischen Bründlweg, wo er seit Anbeginn Obmann ist, einige wohl einzigartige Schauplätze: den größten Hochsitz mit dem kleinsten Wildtiermuseum etwa, Brunntröge aus ganzen Baumstämmen mitsamt Wurzel, Sitzbänke mit persönlicher Widmung oder auch einen begehbaren Teich, den man barfuß durchwandern kann. Und er hat das Unmögliche möglich gemacht: die reibungslose Zusammenarbeit von acht Bauern am Bründlweg. "Das war am Anfang sicher nicht leicht, aber durch viel reden ist es gelungen", zeigt er sich stolz.
Seit kurzem ziert den Wanderweg aber auch ein ganzer besonderes Platzerl: die Bründlweg-Familie hat ihrem Karl zum 60. Geburtstag einen eigenen "Karlsplatz" gebaut – sogar jetzt, zwei Monate danach, bekommt er noch feuchte Augen, so glaubt man, wenn er von dieser gelungenen Überraschung erzählt.

Laufend kommen die Ideen

Die vielen Ideen, für die er so bekannt und manchmal auch gefürchtet ist, kommen ihm vor allem beim Laufen, sagt er. "Eigentlich bräuchte ich so einen Stick fürs Hirn, wo man alles gleich Abspeichern kann, damit ich nichts vergesse", erklärt Karl Wenzel. Denn so drei bis vier Mal die Woche wird der Schwabenberg in Turnau auf diese Weise zur Ideengebungsstätte.
Kongeniale Partner beim Ideen ausbrüten, das meist in einer edlen Runde am Sonntag Abend im Wirtshaus Steiereck am Pogusch über die Bühne geht, sind Heinz Reitbauer, Lambert Hölzl und Karl Detschmann. Die vier hellen Köpfe haben schon so einiges ausgeheckt, was den manchmal etwas stotternden heimischen Tourismusmotor zum Gehen brachte.

Gebürtiger Turnauer

Karl Wenzel wurde am 3. August 1956 in Turnau geboren. Nach dem Besuch der Schule absolvierte er bei Pewag die Lehre als Maschinenschlosser und machte auch den Meister. Danach wollte er sich eigentlich selbständig machen. Weil es aber aus verschiedenen Gründen nicht dazu kam, und zufällig zur gleichen Zeit bei der Allianz-Versicherung Leute gebraucht wurde, sattelte der Karl auf Versicherungskaufmann um. Und so vergingen die Jahre, heute ist er seit 35 Jahren Allianz-Vertreter. Und wer den Wenzel Koarl kennt, weiß, dass das nicht genug ist. Daher ist er nebenher noch Obmann des Romantischen Bründlwegs, Wirtschaftsratvorsitzender in der Pfarre, glücklich verheiratet, begeisterter Vater von fünf Kinder, stolzer Opa von derzeit noch drei (bald vier) Enkelkindern, passionierter Wein- und auch Whiskeyliebhaber, Chilizüchter, Tourengeher,....
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