02.06.2017, 12:09 Uhr

„Eini und weg ist zu wenig“

v.l.n.r.: Gerlinde Pichler, Bürgermeister Hubert Lenger, Heinz Brunnhofer (Gebietsleiter Saubermacher), Andreas Zöscher (Geschäftsführer AWV), Christian Aichberger, Richard Lanzinger (AWV) und Mitarbeiter der Firma Saubermacher

Aflenz startet eine Qualitätsoffensive bei der Biomüllsammlung.

Bei der österreichweiten Kampagne „Apfelbutzn rein, Plastik nein“ startet die Marktgemeinde Aflenz als Pilotgemeinde durch. Gemeinsam mit dem Abfallwirtschaftsverband Mürzverband und der Firma Saubermacher wird das Projekt seit Februar betrieben. Ein Ziel der Kampagne ist es, Abfallsäcke aus vermeintlich kompostierbarer Mais- oder Kartoffelstärke durch Papiersäcke zu ersetzen. Die Praxis hat nämlich gezeigt, dass Säcke aus Maisstärke sehr lange brauchen bis sie zu Kompost umgewandelt werden. Zudem bereiten diese bei der händischen Vorsortierung des Biomülls massive Schwierigkeiten und Kosten, da sie von normalen Plastiksäcken kaum zu unterscheiden sind. Auch die kleinsten Plastikteile müssen rasch händisch aussortiert werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sie der Wind davonträgt. Aus Bioabfall wird ein wertvolles Endprodukt gemacht. Damit die Kreislaufwirtschaft jedoch funktioniert, muss die Sammlung möglichst genau geschehen. Einen wichtigen Schritt dorthin macht man nun mit der Umstellung auf Papiersäcke. Diese sind als Vorsammelsack und als praktischer Einschubsack für die Biotonne am Gemeindeamt erhältlich. Die Papiersäcke verrotten rasch, sind reißfest, dämmen Gerüche ein und die Biotonne bleibt sauber. Der Aflenzer Bürgermeister Hubert Lenger sieht die Entsorgung als Grundaufgabe der Gemeinde, auch wenn sie eine „etwas anrüchige Sache“ ist. Im Rahmen der Kampagne wurden die Biotonnen der Aflenzer Bevölkerung beklebt, Infomaterial verteilt und viele Gespräche geführt. Nun sind im Gemeindeamt keine Säcke aus Mais- oder Kartoffelstärke mehr erhältlich und die Einwohner werden mit Hilfe eines Biotonnenanhängers mit Ampelsystem gelegentlich über ihr Mülltrennungsverhalten informiert. Das Projekt soll bis in den Herbst auch in anderen Gemeinden starten.
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