01.07.2016, 13:47 Uhr

Im steirischen Sibirien – der WOCHE-Tourentipp von Andi Steininger

Gewitterstimmung auf dem Weg zum Toniongipfel. (Foto: Steininger)

Pünktlich zum Beginn der warmen Jahreszeit gibt es eine wanderbare Abkühlung mit tollem Hochschwabblick.

19. Februar 1932 - unweit unseres aktuellen Wanderzieles, der 1.699m hohen Tonion, wird ein für Österreich bis heute nie mehr erreichter Rekord aufgestellt. Nein, wir wurden nicht Fußballweltmeister, sondern mit -52,6 Grad Celsius wurde die tiefste jemals in unserem Heimatland erreichte Temperatur gemessen! Nun, so kalt wird es bei unserer heutigen Tour hoffentlich nicht. Jedoch - die isolierte Lage der Berge im steirisch - niederösterreichischen Grenzgebiet rund um Mariazell und deren klimatische Besonderheiten bewirken hier oft ungewöhnlich niedrige Temperaturen. Und so sind hier selbst die Sommermonate perfekt für Wanderungen über die herrlichen Almen und auf die aussichtsreichen Gipfel geeignet.

Start im Mekka der Wallfahrer
Wir starten am 1.224m hohen Niederalplpass. Der hochgelegene Ausgangspunkt ermöglicht uns einen entsprechend gemütlichen Beginn. Übrigens im Mekka der Wallfahrer, die hier am Mariazellerweg zur frühen Morgenstunde die letzte Etappe ihrer meist mehrtägigen Tour zum bedeutendsten Wallfahrtsort Mitteleuropas absolvieren.

Die "Almrallye" beginnt
Nur wenige Minuten nach unserem Start erreichen wir, entlang eines Forstweges bergauf durch das Skigebiet wandernd, bereits die erste bewirtschaftete Alm, die Wetterinalm. Ab hier wird der Weg etwas flacher und bringt uns nach weiteren 45 Gehminuten zur Weißalm.
Vorbei an zahlreichen Wallfahrerkreuzen überqueren wir einen baumfreien Bergrücken und gelangen so, etwas absteigend, erneut zu einer Alm, nämlich zur Ochsenbodenalm - eine wahre "Almrallye".
Hier erblicken wir erstmals unser heutiges Gipfelziel, die 1.699m hohe Tonion. Doch bis dorthin ist der Weg noch ein weiter!

Der Herrenboden mit Skulptur
Unser breiter Forstweg ist nun in einen schönen Waldsteig übergegangen. Dieser Steig bringt uns rechtshaltend mit nur wenigen Steigungen zum wunderschönen Herrenboden mit seiner beliebten Halterhütte.
Wir überqueren den von zahlreichen Kühen bevölkerten Almboden und stehen plötzlich vor einer etwas seltsamen Skulptur. Doch von dieser unbeeindruckt folgen wir dem markierten Steig links aufwärts in einigen Kehren (Achtung, zahlreiche Dolinen, bei Nebel schwierige Orientierung!), bis wir vor dem großen Gipfelkreuz stehen. Ein herrlicher Blick auf den Hochschwab, aber auch auf das tief unter uns liegende Mariazell belohnt uns für unsere Aufstiegsmühen.
Der Abstieg erfolgt, natürlich unterbrochen von mindestens einer Almrast, am Aufstiegsweg.

Tourinfo kompakt:
Ausgangs- und Endpunkt: Parkplatz am Niederalpl
Gipfel: Tonion, 1.699m
Aufstieg: 520 Hm
Gehzeit: ca. 4 - 5 Stunden
Stützpunkte entlang der Tour: GH Plodererhof, Wetterinalm, Weißalm, Ochsenbodenalm, Alm am Herrenboden - Infos zu Bewirtschaftungszeiten und Kontakt: www.mariazell-info.at
Familien- bzw. Kindereignung: ja
Schwierigkeit: Orientierung vom Herrenboden zum Toniongipfel bei Nebel anspruchsvoll!
Hinweis: vom Toniongipfel kann auch über die bew. Tonionalm nach Fallenstein abgestiegen und über den Lieglergraben zurückgewandert werden.
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Bettina Strejcek aus Deutschlandsberg | 03.07.2016 | 13:39   Melden
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