09.11.2016, 14:54 Uhr

Mit viel Courage ins neue Zeitalter

Patrick Killmaier, der Leiter des Gesundheitszentrums Mariazell: "Patientenzahl hat sich vervierfacht."

Vom Sorgenkind zum nationalen Vorzeigeprojekt: das neue Gesundheitszentrum Mariazell.

Lokalaugenschein im neuen Gesundheitszentrum Mariazell. "Wo finde ich den ärztlichen Leiter Patrick Killmaier?" "Da, unterm Tisch!", so die Antwort. Tatsächlich "operiert" der Arzt Patrik Killmaier mit einem Akku-Schrauber an einem ausgedienten Schreibtisch, der entsorgt werden muss. Im neuen Gesundheitszentrum, im Haus des alten Krankenhauses Mariazell, wird derzeit alles für den Tag der offenen Tür am Sonntag, dem 13. November (10 bis 14 Uhr), auf Hochglanz gebracht. Die ganze Mannschaft hilft, auch der ärztliche Leiter packt an.
"Mit diesem Tag der offenen Tür wollen wir in Form von Vorträgen unser ganzes Leistungsspektrum der Bevölkerung präsentieren. Natürlich wollen wir den Menschen auch die Hemmschwelle, das Gesundheitszentrum zu betreten, aus dem Weg räumen", erklärt Patrick Killmaier, der seit 1. Oktober das neue Gesundheitszentrum leitet. Auch am Tag der offenen Tür läuft der medizinische Versorgungsbetrieb weiter. Auch gesundheitsrelevante Berufsgruppen stellen sich am Tag der offenen Tür im Gesundheitszentrum vor. "In weiterer Folge wollen wir im Gesundheitszentrum Sprechtage von Fachärzten etablieren", sagt Killmaier. Vorgespräche mit einem Kinderarzt und einer Gynäkologin hat es bereits gegeben.

Die Patienten

Seit mehr als einem Monat hat das Gesundheitszentrum Mariazell geöffnet. Nach der Schließung des Krankenhauses wurde eine ambulante Erstversorgungseinheit im Gebäude installiert. Dieses System wurde nun vom Gesundheitszentrum abgelöst. "Die Besucherfrequenz hat sich seitdem vervierfacht. Mit der Auslastung sind wir sehr zufrieden", zeigt sich Killmaier optimistisch.

Der siebente Tag

Patrick Killmaier kämpft gemeinsam mit dem Mariazeller Bürgermeister Manfred Seebacher um eine Ausweitung der Öffnungszeiten. Derzeit ist das Gesundheitszentrum an sechs Tagen in der Woche geöffnet. Montags ist geschlossen. "Wir wollen auch den siebenten Tag, da bleiben wir lästig", erklären Killmaier und Seebacher beinahe wortgleich.

Der Telefonarzt

Gewöhnen müssen sich die Mariazeller auch noch an den "Telefonarzt". In den Nachtstunden und außerhalb der Öffnungszeiten kann über die Notrufnummer 141 ein Telefonarzt konsultiert werden. Über einen umfangreichen Fragenkatalog werden Symptome abgefragt und die Diagnostik vorbereitet. "Viele Patienten schrecken sich vor den vielen Fragen. In Wahrheit beginnt nach den ersten zwei bis drei Fragen bereits im Hintergrund die Rettungskette zu laufen", erläutert Killmaier das System. "Bitte keine Scheu vor dem Anrufen. Es ist auch nicht schlimm, wenn man statt 141 die 144 wählt, die Systeme sind vernetzt."

Die praktischen Ärzte

Anfangs gab es Bedenken, dass die niedergelassenen Ärzte mit dem Gesundheitszentrum ausgebremst werden. Patrick Killmaier: "Es gibt eine tadellose Zusammenarbeit mit den Hausärzten in der Umgebung. Sie überweisen zu uns und wir schicken die Patienten mit den Therapieplänen zu den Hausärzten."
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