25.10.2016, 11:21 Uhr

Wasser für Leben, Wasser für Mgbidi - Ein Brunnenprojekt

So wird die Entnahmestelle für Wasser nach Fertigstellung aussehen. (Foto: KK)
Der Arbeitskreis Weltverantwortung des Pfarrgemeinderats Kapfenberg hat sich zum Ziel gesetzt, Projekte zu unterstützen die den Menschen in den armen Regionen dieser Welt zugutekommen. Unter anderem sollten die erzielten Gewinne aus den Eine-Welt-Verkäufen in solche Projekte fließen.

Nun ist eine ganz konkrete Projektidee geboren worden: Geburtshelfer war Kaplan Anthony Nwachukwu, der – wie vielleicht bekannt ist – aus Nigeria stammt. Er ist in Calabar, im Südosten Nigerias, geboren. Das ca. 200 Kilometer entfernte Mgbidi ist das Dorf seiner Eltern. Obwohl Mgbidi 80.000 (!) Einwohner zählt, hat es für afrikanische Verhältnisse Dorfcharakter. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Armut ist groß. Die öffentliche Hand kümmert sich nicht um die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung. An Bildung und Ausbildung der Menschen ist der Regierung bisher wenig gelegen. Aus diesem Grund sind in Nigeria immer noch 30 Prozent der Bevölkerung Analphabeten. Durch das Einbrechen der Märkte, sind viele Menschen, die in der Erdöl- und Erdgasförderung tätig waren, arbeitslos geworden. Vor allem junge Menschen wandern nach Europa oder in die USA aus, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Diese Entwicklung ist fatal, weil auf diese Weise das Potential für die Zukunft des Landes verloren geht.
Die Regierung versucht mittlerweile durch eine Bildungsoffensive gegenzusteuern. Es wird aber Jahre bis Jahrzehnte dauern, bis diese Bildungsoffensive Früchte trägt. Bis dahin wird die ärmliche ländliche Bevölkerung durch viele – teilweise private – Aktionen und Projekte unterstützt, um den Menschen das Leben zu erleichtern und um die Landflucht aufzuhalten.

Der Arbeitskreis Weltverantwortung hat jetzt selbst ein solches Projekt initiiert. Es heißt: Wasser für Leben, Wasser für Mgbidi. Auf dem Grund der Pfarre in Mgbidi sollen Brunnen gegraben werden, die die Wasserversorgung für viele tausend Menschen gewährleisten. Dank der Brunnen müssen die Frauen und Kinder nicht mehr kilometerweit gehen und auf ihren Köpfen die schweren Wasserbehälter nach Hause tragen. Und das Wasser muss nicht flaschenweise von multinationalen Konzernen um teures Geld gekauft werden.
Wasser ist die Grundlage des Lebens, es ist unerlässlich für das Überleben. Besonders in Ländern mit einer hohen Bevölkerungsdichte (Nigeria hat ca. 180 Millionen Einwohner!) verursachen Krankheitserreger im Wasser viele Krankheiten. Die UNO schätzt, dass jährlich mindestens fünf Millionen Menschen durch verseuchtes Wasser sterben. Das Projekt Wasser für Leben, Wasser für Mgbidi möchte einen Beitrag dazu leisten, diese Missstände zu verringern und die Lebenssituation und -chancen für tausende von Menschen zu verbessern.
Kaplan Anthony und Thomas Müller haben mit der Regionalgruppe Leoben der NGO Ingenieure ohne Grenzen Kontakt aufgenommen. Sie haben sich auch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Ingenieure ohne Grenzen getroffen, um das Projekt zu besprechen und zu prüfen.

Eine Bohrfirma vor Ort wird die Bohrungen durchführen, ein Pumpenhaus errichten und die Entnahmestelle für das Wasser aufbauen. Kostenpunkt für die Errichtung: 18.000 Euro pro Brunnen. Die Folgekosten für die Wartung der Brunnen übernimmt die Pfarre in Mgbidi.
Auch der Kapfenberger Pfarrer Giovanni Prietl steht hinter dem Projekt und hat seine Unterstützung zugesagt.
Bei Fragen zu dem Projekt wenden Sie sich bitte an Thomas Müller: thomas.mueller@gym-kapfenberg.at; oder sprechen Sie Kaplan Anthony persönlich darauf an.
Spendenkonto: Pfarre Kapfenberg St. Oswald, IBAN: AT98 3846 0003 1230 3012, Verwendungszweck: Brunnenprojekt

Eva Meierhofer, in Kapfenberg auch als Märchenerzählerin „Erzählerin Chawwah“ bekannt, versuchte sich erstmals mit dem Schreiben eigener Geschichten und gab ihren Erzählband „Mürztaler Geschichten“ heraus. Dabei handelt es sich um erfundene Geschichten mit zum Teil märchenhaften Zügen, die an realen Orten im Mürztal spielen. Der Reinerlös dieser Geschichten geht an das Projekt „Wasser für Leben – Wasser für Mgbidi“ der Kapfenberger Pfarren.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.