10.10.2017, 14:22 Uhr

WOCHE Tourentipp: Herbstzeitloser Klassiker

Herbststimmung beim Abstieg nach Seewiesen, Blick zurück auf unsere Aufstiegsroute, die Staritzen mit der Höllmauer. (Foto: Steininger)

Andi Steininger unterwegs: Ein hochsteirischer Wanderklassiker hoch über Seewiesen – das ist unser heutiger Herbsttourentipp.

Schön langsam kehrt Ruhe ein auf den Gipfeln des "Schwaben". Der bevorstehende Winter hat seine Vorboten schon in den ersten Herbsttagen ausgeschickt und auch die Voisthaler Hütte schmückte bereits ein Schneekleid.
Doch nun sind all diese winterlichen Vorzeichen wieder verschwunden und so locken noch einmal die weißen Kalkwände sowie die bunten Bergwälder mit herrlichen Herbstbildern alle Genusswanderer ins steirische Gamsgebirge.
Wir wollen diesen "styrian summer" heute auf einer der klassischen, aber dennoch nicht ganz so häufig begangenen, Wanderrouten im östlichen Teil des über 600 Quadratkilometer großen Hochschwabgebirges erleben und begeben uns daher zunächst zum Parkplatz auf dem Seebergpass.

Steil auf den ersten Gipfel


Nach dem Überqueren (Vorsicht!) der Bundesstraße wandern wir auf dem markierten Weg Richtung Hochschwab zunächst in nördlicher und dann in westlicher Richtung auf den 1.734 Meter hohen Seeleitengipfel. Dieser wird über den teilweise steilen und im oberen Teil auch ausgewaschenen Steig sowie nach dem Passieren einiger Lawinenverbauten erreicht. Er erlaubt uns einen Tiefblick auf den Seeberg und Seewiesen. Das Gipfelkreuz befindet sich übrigens nach dem Erreichen der Hochfläche etwa fünf Gehminuten rechts unseres markierten Anstieges.
Zurück auf unserem bezeichneten Weg geht es ab hier in einem stetigen Auf und Ab in westlicher Richtung über den östlichen Teil der Aflenzer Staritzen. Das manchmal etwas eintönige Dahinwandern wird kurzweiliger durch das herrliche Panorama, die schönen Nahblicke auf die Hohe Weichsel und die eindrucksvollen Tiefblicke in das Tal der Dullwitz.
Nur bei Nebel heißt es hier: "Schau genau!" Eine Stangenmarkierung hilft uns aber im Fall des Falles weiter.

2.000er zum "Mitnehmen"


Angekommen bei der Niederen Scharte (Hinweistafel) können Konditionsbolzen die nahe scheinende und doch noch rund 45 Gehminuten entfernte Hohe Weichsel "mitnehmen". Aber auch nicht so übermotivierte Wanderer haben auf unserem Weiterweg über die Staritzen die Möglichkeit, sich gleich drei 2.000er einverleiben zu können.
Denn der Severinkogel, die Ringkarwand und der Hutkogel, allesamt ordentliche 2.000er ohne technische Schwierigkeiten im Auf- und Abstieg, liegen beinahe direkt auf unserem Steig.
Doch Vorsicht – nach all dem Gipfelrausch gilt es, nach der Besteigung des Hutkogels, nicht die Abzweigung im Ochsenreichkar zur Voisthalerhütte zu versäumen (Hinweistafel).
Fast genau nach Süden wendet sich nun unser Steig und schlängelt sich geschickt durch Latschengassen hindurch und an kleinen Dolinen vorbei zum Kühreichkar. Von dort ist es nun nicht mehr weit zur gastlichen Voisthalerhütte und zur ausgiebigen Rast nach unserer Höhen- und Gipfeltour.

Abstiegsvarianten
Die Voisthalerhütte gilt als einer der wichtigsten Alpinstützpunkte im Hochschwabgebiet. Umrahmt von den Edelspitzen und der Karlmauer liegt die Schutzhütte ideal für Kletterer, aber auch für Wanderer am Normalanstieg zum Hochschwabgipfel. Diesen Normalanstieg, der in rund 2 Stunden von Seewiesen über den Lettanger, die untere Dullwitz, das Franzosenkreuz und das sogenannte "Voisthaler Gassl" zur Hütte führt, bietet sich auch uns als einfache Abstiegsvariante an.
Eindrucksvoller jedoch kann als zweite Variante unterhalb der Edelspitzen auf einem etwas ausgesetzten und alpinen Steig zum Fölzsattel gequert werden. Dort führt uns ein weiterer Pfad durch fast undurchdringlich erscheinende Latschenfelder abwärts zum Franzosenkreuz.
Hier vereinigt sich dann der alpine Steig mit dem oben erwähnten Normalweg. So wandern wird ab hier, an der leider geschlossenen Florlhütte vorbei, talauswärts nach Seewiesen.
Zurück auf dem Seebergpass geht es entweder zu Fuß in einer knappen Stunde über den Steirischen Landesrundwanderweg oder per Anhalter wesentlich kürzer über die Seebergstraße.

Tourinfo kompakt:


Ausgangs- und Endpunkt: Seebergpass, großer Parkplatz
Gipfel: eigentlich kein markanter Punkt, Hohe Weichsel oder Ringkamp für Konditionsbolzen aber möglich.
Aufstieg: 1.200 Höhenmeter
Gehzeit: ca. 6-7 Stunden
Stützpunkte entlang der Tour: Voisthalerhütte, Tel.: 0664/5112475,
Familien- bzw. Kindereignung: relativ lange Tour, wenn, dann nur für ältere Kinder!
Schwierigkeit: Trittsicherheit nötig!
Hinweis: Voisthalerhütte nur bis Ende Oktober bewirtschaftet! Rückweg von Seewiesen zum Seebergpass entweder zu Fuß (ca. 1 Stunde Gehzeit), per Bus oder Autostopp.
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