18.10.2017, 10:00 Uhr

LernQuadrat - macht einfach klüger

Sandra Becker empfängt uns im Büro im ECE Kapfenberg

Nachhilfeinstitute boomen weiterhin. Kinder werden früher geschickt, aber manche dennoch zu spät - und Mathematik ist noch immer die Nr. 1. Die Inhaberin der Standorte Kapfenberg, Bruck und Leoben, Sandra Becker spricht über die Praxis.



„Für jedes Alter, alle Fächer“ ist Ihr Motto. Ab welchem Alter kommen Schüler und hat sich das im Laufe der Zeit geändert?
Sandra Becker: Ja, die Schüler kommen früher, die jüngsten sogar aus der ersten Klasse Volksschule, was wir aber nicht forcieren und oft auch ablehnen. Die älteste Schülerin war über 80 und hat sich privat für Computertätigkeiten helfen lassen. Neben den Fächern des Regelunterrichts bieten wir auch Uni-Fächer an und Kurioses wie z.B. Schnitttechnik. Für eine Modeschul-Schülerin haben wir hier Hilfe von einem unserer anderen 80 Standorte geholt.

Welche Fächer sind die Top drei?
(Lacht.) Das kann man ganz eindeutig sagen und es wird nicht überraschen. Mathematik gefolgt von Englisch und Deutsch.

Aus welchen Schulen kommen die meisten Schüler?
Da ist es schon schwieriger, aber der AHS Bereich liefert einen großen Anteil. Überraschend ist auch, dass mehr Schüler der NMS (Neue Mittelschule) als von der früheren Hauptschule Nachhilfe benötigen.

Früher kamen Schüler, um eine Gefährdung auszubessern. Ab wann sollten sie kommen?

Leider kommen Schüler nach wie vor erst dann, wenn es fast zu spät ist. Oft reicht es ein halbes Jahr früher zu kommen um etwas zu retten. Sobald Eltern das Gefühl haben, es wird für das Kind wirklich mühsam, sollte mit der Schule gesprochen werden. Es kann sich auch um ein Pubertäts- oder Mitschülerproblem handeln, welches oft anders zu lösen ist. Aber wenn es wirklich Lernschwäche ist, dann wird es Zeit für Nachhilfe. Aber auf jeden Fall sollte ein „eh gerade noch Vierer“ ein Alarmzeichen sein, damit daraus nicht ein Bombenfünfer wird. Leider trägt hier das Bildungssystem im Negativen dazu bei, weil man ja mit einem Nicht Genügend aufsteigen kann. In Wahrheit ist es die vorprogrammierte Katastrophe, weil man verzögert oder verschlechtert meist nur alles.

Sind Sie für Einzel oder Gruppenunterricht?
Für rasche Hilfe ist sicher Einzeltraining besser, langfristig bringt die Gruppe Vorteile. Wegen der Gruppendynamik, der Gleichgesinnten sind diese Schüler motivierter und haben bessere Erfolge.

Auf Ihrer Website sind zehn Gebote gegen Burnout angeführt. Ist das wichtig?
Ja, das ist heutzutage auch schon bei Kindern ein Thema. Zum einen ist es oft der Ehrgeiz der Eltern, die ihre Kinder mit drei Jahren in den Englischkurs und viele weitere Institutionen schicken. Mit dem eigentlichen Lernen sind sie dann bald überfordert. Auch die sozialen Medien spielen eine Rolle. Ich bin dagegen, dass in Kindergärten und Volksschulen schon regelmäßig mit Tablets gespielt bzw. unterrichtet wird. Die Motorik bleibt dann auf der Strecke und viele andere grundlegende Fertigkeiten auch.

Es gibt viele Nachhilfeinstitute, was bieten Sie Besonderes?
Wir sind unglaublich schnell und rund um die Uhr erreichbar. Und es geht wirklich immer eine Person ans Telefon. Wenn sie heute zu Mittag anrufen, könnten sie schon am Nachmittag einen Termin bekommen. Wir haben auch keine fixen Zeiten, wir unterrichten auch an Feiertagen.

Wie viele Schüler kommen täglich?
Das variiert. Jetzt sind Schüler hier, die schon im Vorjahr Probleme hatten und ab
Mitte November – nach den ersten schlechten Noten – steigert es sich bis zu den Zeugnissen. In Kapfenberg unterrichten wir in Hochzeiten pro Tag rund 50 Schüler. Dann sind auch bis zu 20 Lehrkräfte im Einsatz.
Interview: Andrea Stelzer
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.