FPÖ Tadten
Mitglieder sind geschlossen ausgetreten

Silvia Burian und ihre Orts-FPÖ in Tadten gibt es nicht mehr. Alle sind geschlossen ausgetreten.
  • Silvia Burian und ihre Orts-FPÖ in Tadten gibt es nicht mehr. Alle sind geschlossen ausgetreten.
  • Foto: Burian
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Silvia Burian – ein FPÖ Urgestein – legt zwölf Tage vor der Landtagswahl per sofortiger Wirkung alle Funktionen nieder und tritt aus der Partei aus. Mit ihr verlassen alle Mitglieder des Ortes die Partei.
 
TADTEN. Silvia Burian dazu: „Ursächlich für meinen Entschluss ist nicht ein Anlass, der das Fass sprichwörtlich zum Überlaufen gebracht hat. Es ist vielmehr eine Ansammlung von Vorkommnissen, die mit meinem Selbstverständnis von Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit und korrektem Umgang untereinander nicht kompatibel sind!“. Auf genauere Nachfrage stellt Frau Burian dar: „Ich bin in einem freiheitlichen Haus aufgewachsen, habe viele Politiker kommen und gehen gesehen und war mit vielen dieser Menschen sehr gut befreundet. Was sich in den letzten Jahren massiv verändert hat ist, dass man als FPÖ Burgenland zunehmend den Kontakt mit den Menschen scheut, es in Wahrheit nach meiner Wahrnehmung gar nicht um die Empfindungen und Bedürfnisse der Bürger geht!“.

Aus Partei ausgeschlossen

Burian weiter: „Kaum steht eine Wahl an, schwärmen diese Funktionäre allerdings aus, gefallen sich leutselig in der Öffentlichkeit. Je später die Stunde, desto mehr Wahrheit schafft der Wein zutage. Da wird ein Verhalten sichtbar, eine Gedankenwelt greifbar, die einfach nicht mehr die Meine ist! Qualifikation mit sachlichem Hintergrund spielt – wenn überhaupt – nur eine untergeordnete Rolle. Freunderlwirtschaft der ärgsten Sorte ist die Folge. Frauen werden immer wieder – sobald diese geradlinig und eigenständig Wege gehen – schnell mal als hysterisch abqualifiziert. Oder man versucht diese mit chauvinistischen Untergriffen kaltzustellen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass speziell Frauen reihenweise die Flucht ergreifen. Ich persönlich wurde – basierend auf Falschbehauptungen und unwahren Anschuldigungen aus der Partei ausgeschlossen. Dieser Ausschluss musste dann natürlich aufgehoben und zurückgenommen werden – es war ja alles konstruiert.“

"Meine Wahlempfehlung: auf keinen Fall FPÖ"

Sie hat weniger ein Problem mit dem Landeshauptmann-Stellvertreter und der Landes-FPÖ. Vielmehr mit der Bezirksorganisation. Deshalb meint sie: „Es reicht! Wir sind weg! Wie heißt es so schön? Der Fisch beginnt beim Kopf zu stinken. Und der Geruch ist mittlerweile unerträglich! Daher meine Wahlempfehlung: auf keinen Fall FPÖ!“

Molnár: „Austritte sind meistens bedauerlich, in diesem Fall nicht"

FPÖ-Klubobmann Géza Molnár reagierte am Dienstagmorgen auf die Parteiaustritte: „Austritte sind meistens bedauerlich, in diesem Fall nicht. Es handelt sich hier um ein Grüppchen mit einer Dame, die bei der letzten Wahl mit lächerlichen 35 Stimmen hochkant aus dem Gemeinderat und übrigens auch schon einmal aus der Partei geflogen ist und die jetzt den Frust über ihre eigene Erfolglosigkeit kurz vor der Landtagswahl an der FPÖ auslässt."

Kritik an Berichterstattung

Kritik übt Molnár außerdem an der Berichterstattung des ORF-Burgenland, "der so tut, als wäre etwas Epochales passiert und der andererseits in der inhaltlichen Berichterstattung über den Wahlkampf der FPÖ sparsam ist und vergleichbare Fälle, die es auch in allen anderen Parteien gibt, geflissentlich ignoriert". Auch ÖVP Burgenland-Chef Steiner habe parteiintern mit unzufriedenen Geistern zu kämpfen und Grünen-Chefin Petrik sei im Wahlkampf im eigenen Bezirk der Geschäftsführer davongelaufen – "das gehört dazu, aber bei der FPÖ macht der ORF die Spitzenmeldung des Tages daraus“.

Tschürtz: "Tut der Partei sogar gut"

FPÖ Burgenland-Chef Johann Tschürtz sagte gegenüber den Bezirksblättern, der Parteiaustritt von Silvia Burian tue ihm nicht leid, da diese nie in Erscheinung getreten sei und sowieso aus dem Gemeinderat katapultiert worden sei. Den Vorwürfen entgegnet er so: "Die Dame möchte sich nun eben profilieren und Aufmerksamkeit erregen." Schaden für die Partei so kurz vor der Landtagswahl befürchte er keine: "Ich glaube, dass das der Partei sogar gut tut."

LBL: "FPÖ zerbröselt"

LBL-Spitzenkandidat Manfred Kölly meint, "bei der FPÖ liegen die Nerven blank, sie zerbröselt vor der Wahl". Ehrliche Meinungen würden in der FPÖ Burgenland unterdrückt. Auch andere Bezirke hätten massive Probleme mit der "eklatanten Führungsschwäche" von Tschürtz. 
„Die FPÖ plakatiert ja auch, alles, was man will, ist weiterarbeiten. Gemeint ist, weiterkassieren und die eigenen Wähler verraten. Der Austritt von Frau Burian bestätigt das eindrücklich. Statt miteinander zu packeln sollte endlich für die Bürger gehackelt werden!“, fordert der LBL-Spitzenkandidat des Bezirks Eisenstadt, Andreas Kuchelbacher.

Autor:

Charlotte Titz aus Neusiedl am See

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