Wirtschaftskammer beklagt erschreckende Zahlen
"Burgenländische Ortskerne sterben aus"

Nur mehr 12 Prozent der burgenländischen Handelsflächen liegen in den Ortskernen – für die Wirtschaftskammer sind das "erschreckende Zahlen"
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  • Nur mehr 12 Prozent der burgenländischen Handelsflächen liegen in den Ortskernen – für die Wirtschaftskammer sind das "erschreckende Zahlen"
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Die ersten Roh-Daten der Kaufkraftanalyse 2019 sind laut der Wirtschaftskammer alarmierend: Nur noch 12 Prozent der burgenländischen Handelsflächen liegen in den heimischen Stadt- bzw. Ortszentren

BURGENLAND. „Die Tatsache, dass nur mehr 12 Prozent der burgenländischen Handelsflächen in den Ortskernen liegen, sollte der Politik zu denken geben und erfordert rasche Maßnahmen, um das komplette Aussterben unserer Dorf- und Stadtkerne zu verhindern“, forderte Spartenobfrau KommR Andrea Gottweis am Freitag. Gottweis beruft sich dabei auf eine 2019 von der Wirtschaftskammer Burgenland beauftragten Kaufkraftanalyse.

Kaufkraft-Eigenbindung um rund 5 Prozent gesunken

Die ersten Zahlen daraus seien alarmierend: So sei beispielsweise die Kaufkraft-Eigenbindung – also jener Anteil des Kaufkraft-Volumens, der auch tatsächlich im Burgenland ausgegeben wird – seit 2009 von 78,8 auf nunmehr 74 Prozent im Jahr 2019 gesunken. Dabei fließe ein beträchtlicher Teil der Kaufkraft in den ausländischen Internethandel ab.

"Burgenländische Raumplanung stärkt Ortsrand"

Interessant dabei sei, dass die Kaufkraft-Eigenbindung sinkt, obwohl die Verkaufsflächen im Burgenland in den letzten 10 Jahren um 19 Prozent gestiegen sind. Dieses fragwürdige Missverhältnis sei nicht zuletzt durch die burgenländische Raumplanung begünstigt worden. "Mit der im Sommer 2019 verabschiedeten neuen Raumordnung wird diesem Trend nicht entgegengewirkt, es fördert diese Entwicklung sogar", meint Gottweis.

"Zentren verlieren weiter an Anziehungskraft"

Der enorme Rückgang belebter Flächen in den Ortskernen führe zu einem Funktionsverlust der heimischen Zentren. Eine sinkende Besucherfrequenz führe in der lokalen Wirtschaft oft zu Leerständen, welche die Innenstädte zunehmend unattraktiver machen würden. "Die Zentren verlieren somit weiter an Anziehungskraft und letztlich findet in vielen burgenländischen Gemeinden das Leben nicht mehr ‚innen statt‘. Hier müssen wir mit vereinten Kräften gegensteuern,“ fordert Gottweis.

Spartenobfrau KommR Andrea Gottweis fordert eine "Durchdachte Raumplanung" und eine "Fachgeschäfteoffensive"
  • Spartenobfrau KommR Andrea Gottweis fordert eine "Durchdachte Raumplanung" und eine "Fachgeschäfteoffensive"
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"Durchdachte Raumplanung und Fachgeschäfteoffensive"

Konkret fordert Gottweis eine "durchdachte Raumplanung" und meint damit, Anreize für Neuansiedelungen in Kernbereichen zu schaffen sowie bestehende Handelsflächen in den Zentren zu schützen und zu fördern. Außerdem will Gottweis eine "Fachgeschäfteoffensive" ins Rollen bringen. Damit meint sie unter anderem die "Belebung der Ortskerne durch Aktivitäten und gezielte Ansiedelung von Frequenzbringern" sowie die "Schaffung von größeren Verkaufsflächen in den Zentren". 

"Alle an einem Strang ziehen"

Wichtig sei, dass im Burgenland alle an einem Strang ziehen: "Um das zu erreichen, sind funktionierende, strategische Partnerschaften notwendig. Politik und Verwaltung sind gefragt, gleichermaßen aber auch Eigentümer der Immobilien, Händler sowie Gewerbetreibende und letztlich die Bevölkerung selbst."

Die kompletten Ergebnisse der Kaufkraftstromanalyse 2019 sollen in wenigen Wochen vollumfänglich zur Verfügung stehen und anschließend der Öffentlichkeit präsentiert werden, heißt es aus der Wirtschaftskammer.

Nur mehr 12 Prozent der burgenländischen Handelsflächen liegen in den Ortskernen – für die Wirtschaftskammer sind das "erschreckende Zahlen"
Spartenobfrau KommR Andrea Gottweis fordert eine "Durchdachte Raumplanung" und eine "Fachgeschäfteoffensive"

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