"Massives" Suizidrisiko
Corona: Studie zeigt Belastung für Jungeltern

Zum Glück scheint das Baby laut den Forschern "protektiv" zu wirken. So gaben rund 60 Prozent der Befragten an, dass es ihnen während der Pandemie "Kraft gibt, mit einem Baby zusammen zu sein".
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  • Zum Glück scheint das Baby laut den Forschern "protektiv" zu wirken. So gaben rund 60 Prozent der Befragten an, dass es ihnen während der Pandemie "Kraft gibt, mit einem Baby zusammen zu sein".
  • hochgeladen von Ted Knops

Während der Corona-Pandemie Eltern zu werden, stellte für viele Jungeltern eine Belastung dar. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Corona Baby", für die Salzburger Psychologen 1.040 österreichische Familien befragten. Dabei wurden vorbelastete Mütter, wie von den Forschern vorhergesehen, schwerer getroffen: Bei sieben Prozent orten sie sogar ein mögliches Suizidrisiko. Dieser Wert ist als "massiv" einzuordnen.

ÖSTERREICH. Viele Jungeltern beklagen darin die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Schwangerschaft, Geburt und die Sozialkontakte des Kindes. Für knapp die Hälfte der Eltern hatte die Pandemie aber auch einen positiven Nebeneffekt. Ganze 44 Prozent der Befragten gaben an, dass sie durch die Corona-Pandemie mehr Zeit mit ihrem Kind konnten.

Im Rahmen der Umfrage wurden die Eltern von einem Team um Manuel Schabus vom Zentrum für Kognitive Neurowissenschaften der Universität Salzburg befragt. Für die Hälfte der Eltern war es ihr erstes Kind. Für mehr als ein Drittel war es bereits das zweite Kind.

Zwei Drittel klagen über negativen Einfluss der Pandemie

Im Rahmen der Befragungen berichteten zwei Drittel der teilnehmenden Mütter von dem negativen Einfluss der Pandemie auf ihre Schwangerschaft. Trotzdem konnte immerhin jede Fünfte der Situation etwas positives abgewinnen. Für mehr als die Hälfte (54 Prozent) war das Geburtserlebnis durch die Pandemie getrübt. Immerhin gaben 88 Prozent der Befragten an, dass sie trotz der Corona-Maßnahmen prinzipiell eine Person ihrer Wahl bzw. im Falle der Väter sie selbst bei der Geburt dabei sein konnten. Für neun Prozent war dies aufgrund der Covid-19-Schutzmaßnahmen allerdings nicht möglich. 

Nur die wenigsten befragten Jungeltern litten übrigens selbst an dem Corona-Virus (elf Prozent). Allerdings gaben zwei Drittel an, dass sich Freunde, Familienmitglieder oder Bekannte mit dem Virus infiziert hatten. Aus diesem Grund musste sich auch jede vierte befragte Familie selbst in Quarantäne begeben. Davon je die Hälfte vor bzw. nach der Geburt. Für 70 Prozent stellte dies ebenfalls eine Belastung dar.

"Massives" Suizidrisiko

Mütter, die die Pandemie als Belastung wahrnahmen, fühlten sich nach der Geburt sogar noch stärker gestresst. Dabei gaben insgesamt 42 Prozent der Mütter an, im vergangenen Monat oft nervös und gestresst gewesen zu sein. Fast ein Viertel fühlte sich nach eigenen Angaben im vergangenen Monat oftmals nicht allen anstehenden Aufgaben gewachsen. Auch bei vorangegangen Studien mit Erwachsenen und Kindern habe man "ein hohes Ausmaß an Verunsicherung und innerer Unruhe" feststellen können, so das Team um Schabus.

Vorbelastete Mütter wurden, wie von den Forschern vorhergesehen, schwerer getroffen: Bei sieben Prozent orten sie sogar ein mögliches Suizidrisiko. Dieser Wert ist als "massiv" einzuordnen.

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Baby gibt Kraft

Zum Glück scheint das Baby laut den Forschern "protektiv" zu wirken. So gaben rund 60 Prozent der Befragten an, dass es ihnen während der Pandemie "Kraft gibt, mit einem Baby zusammen zu sein". Zudem wird auch die Unterstützung durch den Partner als sehr gut wahrgenommen. Bei einem Zehntel der Befragten ist durch die Corona-Situation allerdings die Unterstützung durch die Großeltern bzw. bei rund 23 Prozent die Unterstützung durch Freunde oder die erweiterte Familie weggebrochen.

Knapp jede zweite Familie beklagt außerdem, dass die Pandemie die Beziehung zwischen ihrem Kind und den Großeltern negativ beeinflusst hat und auch nun weniger Zeit miteinander verbracht wird. Bei anderen wichtigen Bezugspersonen trifft das sogar auf zwei Drittel der Familien zu.

Suizidgedanken? Holen Sie sich Hilfe, es gibt sie.

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