Menschen mit Demenz im Heim häufig unzureichend betreut

Eine individuelle Betreuung ist derzeit nur bedingt möglich. Neue Konzepte könnten die Situation sowohl für Patienten als auch Pleger verbessern.
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  • hochgeladen von Margit Koudelka

Ein Team unter der Leitung von Stefanie Auer, Leiterin der Abteilung für Demenzforschung an der Donau-Universität Krems sowie der MAS Alzheimerhilfe, hat im Zuge einer Studie die Situation von Menschen mit Demenzerkrankungen in Alters- und Pflegeheimen in Österreich und Tschechien unter die Lupe genommen. 1085 Personen, 571 davon in Österreich, haben an der Studie teilgenommen. "Wir arbeiten immer mehr in Pflegeheimen. Uns ist die Diskrepanz aufgefallen, wie viele Menschen mit Demenz tatsächlich in Heimen leben im Vergleich zu den von den Heimen angegebenen Zahlen", berichtet Auer. Die Studie ergab, dass 85,2 Prozent der Heimbewohner in Österreich kognitiv beeinträchtigt sind. Daraus resultiert, dass zahlreiche Menschen in den Pflegeheimen unzureichend betreut werden – psychosozial wie medizinisch. "Viele Menschen bekommen nicht die Aufmerksamkeit und Betreuung, die sie benötigen", bedauert Auer.

Pflegeteams stark gefordert

So zeigen 80 Prozent der Heimbewohner Verhaltensauffälligkeiten, 44,5 Prozent klagen über Schmerzen und 78,4 Prozent von ihnen sind in ihrer Mobilität beeinträchtigt, Mangelernährung ist ebenfalls ein Thema. Das stellt insbesondere das Pflegepersonal vor große Herausforderungen. "Die Belastung der Pflegeteams ist riesig. Dabei ist das ein wunderschöner Beruf und sehr bereichernd", sagt Auer. "Um eine gute Zusammenarbeit zwischen Patienten und Pflegern zu gewährleisten muss man jedoch die nötigen Rahmenbedingungen schaffen."

Studie ist Basis für innovative Konzepte

Für eine bessere Betreuung von Demenzpatienten in Pflegeheimen müsse man laut Expertin Stefanie Auer vor allem bei der Bewusstseinsbildung ansetzen: "Das ist das Fundament. Dann gilt es, Defizite bei Pflegeteams und Medizinern auszugleichen und neue Konzepte zu erstellen". Optimierungen seien sowohl in qualitativer als auch in ökonomischer Hinsicht gefragt. "Die Pflege und Betreuung muss nicht teurer werden, wenn sie besser wird", ist Auer überzeugt. Finanzielle Mittel seien jedoch für Forschung und internationalen Austausch nötig.

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