Noch ansteckender
Neue Corona-Varianten breiten sich aus

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Eine neue Sars-CoV-2-Variante aus dem südlichen Afrika beunruhigt Virologen. Die Mutante wurde erstmals Anfang November in Botswana nachgewiesen und soll über 30 Mutationen im Spike-Protein aufweisen. Zudem breitet sich aktuell eine Subvariante der Delta-Variante in Großbritannien aus. Diese ist dort inzwischen für mehr als jede zehnte Neuinfektion verantwortlich. Sie scheint noch ansteckender zu sein als ihre Ursprungsform.

ÖSTERREICH. Die Delta-Variante des Corona-Virus verdrängte aufgrund ihrer extrem hohen Infektiosität die meisten anderen Mutanten. Diese konnten sich im Verhältnis zu Delta nicht so schnell verbreiten. Aus diesem Grund hatten manche Forscher auch spekuliert, dass die Delta-Variante die letzte sein könnte.

Neue Mutante stammt aus Südafrika

Nun blicken die Forscher besorgt nach Südafrika, wo sich derzeit die Mutante, die bis jetzt "B.1.1.529" heißt, verbreitet. Dort müssten die Zahlen eigentlich relativ gering bleiben, denn auf der Südhalbkugel beginnt bald der Sommer. Trotzdem steigen dort die Inzidenzen, was wohl an der neuen Variante liegen dürfte.  

Über 30 Mutationen im Spike-Protein

Diese Variante weist 32 Mutationen im Spike-Protein auf. Corona-Viren tragen diese Proteine in ihrer Hülle, die wie kleine Harpunen agieren und den Eintritt des Virus in neue Zielzellen ermöglichen. Freilich sagt die Anzahl dieser Proteine wenig über die Eigenschaften des Virus aus. Dennoch warnt Tom Peacock, Virologe am Imperial College London, dass man diese Variante "sehr, sehr genau beobachten" sollte. 

"Anlass zu großer Sorge"

Nach ersten Untersuchungen im Labor erklärte Ravi Gupta, Professor für klinische Mikrobiologie an der Universität Cambridge, dass zwei der Mutationen bei B.1.1.529 die Infektiosität erhöhen und die Antikörpererkennung verringern. "Die vorhandenen Mutationen geben Anlass zu großer Sorge", warnte er. Es sei aber entscheiden, wie infektiös die neue Variante tatsächlich ist. Aktuell gibt es allerdings noch keine epidemiologische Daten zu B.1.529 und der Infektiosität dieser Variante.

Ursprung wohl bei HIV/AIDS-Patienten

Francois Balloux, der Direktor des Instituts für Genetik am University College London, erklärte, dass die neue Variante die große Anzahl von Mutationen wohl in einem einzigen Schub angehäuft haben könnte. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich diese während einer chronischen Infektion bei einer Person mit einem geschwächten Immunsystem entwickelt haben könnte.

Vorhersagen schwierig

Aufgrund der zahlreichen Mutationen erwartet Balloux, dass diese neue Variante im Vergleich zu Alpha oder Delta von neutralisierenden Antikörpern deutlich schlechter erkannt wird, berichtet der "Standard". Der Forscher erklärte aber auch, "zum jetzigen Zeitpunkt sind Vorhersagen schwierig, wie übertragbar die Variante sein könnte." Anlass zur Sorge sei erst geboten, wenn die Infektionsfälle in der Region weiter stark ansteigen sollten.

Subvariante in Großbritannien ist ansteckender

In Großbritannien breitet sich zeitgleich eine Subvariante der Delta-Variante des Corona-Virus aus. Dort ist "AY.4.2" mittlerweile für mehr als jede zehnte Neuinfektion verantwortlich. Forscher daher davon aus, dass AY.4.2 zehn bis 15 Prozent ansteckender sein könnte als andere Delta-Varianten. Diese Variante könnte sich schon in wenigen Monaten zum vorherrschenden Stamm in Großbritannien entwickeln, glauben die Forscher.

Verursacht weniger Symptome

Allerdings verursacht AY.4.2 wohl weniger Symptome als Delta. Symptomatische Erkrankungen kommen bei einer Infektion seltener vor. Auch die typischen Symptome wie Verlust oder Veränderung des Geruchs- und Geschmackssinns, Fieber und ein neuer, anhaltender Husten scheinen bei Infektionen mit AY.4.2 seltener vorzukommen. Zudem scheinen die Impfstoffe auch bei dieser Variante wirksam zu sein.

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