Bisher kein Fall
Wie sich Österreich auf die Affenpocken vorbereitet

In Österreich bereitet man sich auf erste Fälle der Affenpocken vor, kündigte Rauch an.
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  • In Österreich bereitet man sich auf erste Fälle der Affenpocken vor, kündigte Rauch an.
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In immer mehr Ländern Europas und der Welt werden derzeit Fälle von Affenpocken registriert. In Österreich ist bisher kein Fall gemeldet worden. Die Gesundheitsbehörden bereiten sich aber vor.

ÖSTERREICH. Das Affenpocken-Virus ruft meist nur recht milde Symptome hervor, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. In Deutschland ist kürzlich ein erster Fall von Affenpocken festgestellt worden. Der Infizierte war von Portugal über Spanien nach Deutschland gereist. Ob er sich in einem der beiden Länder ansteckte, war aber zunächst unklar. Dem Patienten geht es nach Angaben des behandelnden Krankenhauses relativ gut.

Zuletzt waren auch in Frankreich, Italien, Schweden, Spanien, Großbritannienen, Australien und den USA Fälle festgestellt worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Mittwoch zu einer rigorosen Nachverfolgung aller Kontakte von Betroffenen aufgerufen. Kliniken und Bevölkerung müssten für die Symptome sensibilisiert werden.

Contract-Tracing ab nächster Woche

"Aktuell gibt es in Österreich keinen Anlass zur Sorge", so Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) bei einer Pressekonferenz am Freitag. Trotzdem bereitet man sich vor: Das Contact Tracing soll im Fall des Falles mit Anfang kommender Woche startklar sein. 

Auch wenn in Österreich bisher kein Fall gemeldet wurde, bereiten sich die Gesundheitsbehörden vor.
  • Auch wenn in Österreich bisher kein Fall gemeldet wurde, bereiten sich die Gesundheitsbehörden vor.
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PCR-Test für Nachweis

"Aktuell werden Falldefinitionen und -abgrenzungen erarbeitet, um im Rahmen einer Meldepflicht ein adäquates Fall- und Kontaktpersonenmanagement umsetzen zu können", hieß es aus dem Gesundheitsressort gegenüber der APA. Für eine Entscheidung, ob die Affenpocken künftig zu den meldepflichtigen Erkrankungen zählen sollen und Infizierte auch in Quarantäne müssen, brauche es einheitliche internationale Vorgaben, diesbezügliche Abstimmungen laufen zwischen der WHO und dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Dabei geht es um eine übereinstimmende Falldefinition, also zum Beispiel anhand welcher Parameter die Krankheit diagnostiziert und nachgewiesen wird. Auch für den Nachweis der Affenpocken könnten labortechnische PCR-Tests verwendet werden.

Infobrief an alle Bundesländer

Bis ein einheitliches internationales Vorgehen beschlossene Sache ist, gehen die Gesundheitsbehörden nach der bekannten Symptomatik vor. Im Laufe des heutigen Freitag wird daher den Bundesländern, den Fachgesellschaften sowie Ärztinnen und Ärzten vom Gesundheitsministerium ein Informationsschreiben übermittelt. Dies soll in den Gesundheitseinrichtungen zu einer erhöhten Aufmerksamkeit und Sensibilität gegenüber der an sich sehr seltenen Infektion beitragen.

Woher kommen Affenpocken?

Warum die Affenpocken gerade jetzt offenbar vermehrt auftreten und sich ausbreiten, dafür gibt es mehrere Vermutungen. Zum einen könnte die wieder erhöhte Reisetätigkeit "nach Covid", als durch die Pandemiebekämpfung Reisen viel weniger oder teilweise gar nicht möglich waren, dazu beitragen. Zum anderen sind Behörden, aber auch Medien und Bevölkerung durch die Erfahrungen mit Corona wohl auch stärker sensibilisiert für Zoonosen und ihre möglichen Folgen - wie SARS-CoV-2 sind die Affenpocken eine vom Tier auf den Menschen übergesprungene Krankheit. Am häufigsten treten diese Übertragungen des Virus in bewaldeten Gebieten in Zentral- und Westafrika auf.

Kein Epidemie erwartet

Zu den Symptomen bei Affenpocken gehören Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschläge, die meist im Gesicht beginnen und sich auf den Rest des Körpers ausbreiten. Menschen können sich durch sehr engen Kontakt mit infizierten Menschen anstecken.

Ein Grund zu Panik ist die aktuelle Situation laut mehrerer Experten aber nicht. Die aktuelle Ausbreitung sei höchst ungewöhnlich, aber es wird keine landesweite Epidemie auslösen, wie es bei Covid der Fall war. Es handelt sich aber um den ernsten Ausbruch einer ernsten Krankheit, deshalb müsse man jetzt entsprechend handeln.

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