Prognose-Kortium
2G-Regelung für Experten nicht ausreichend

Der Lockdown für Ungeimpften wird nicht reichen, ein ICU-Kollaps steht kurz bevor.
  • Der Lockdown für Ungeimpften wird nicht reichen, ein ICU-Kollaps steht kurz bevor.
  • Foto: LK Mistelbach
  • hochgeladen von Karina Seidl-Deubner

Trotz Lockdown für Ungeimpfte und Impffortschritt werden diese Maßnahmen vor allem in den am stärksten betroffenen Bundesländern nicht ausreichen, um die Neuinfektionen ausreichend zu senken. Die intensivmedizinischen Kapazitäten für Corona-Patienten werden in naher Zukunft demnach in drei Bundesländern nicht mehr reichen, befürchtet das Covid-Prognosekonsortium.

ÖSTERREICH. Aktuell werden 486 Covid-Kranke auf Intensivstationen und 2.237 auf Normalstationen behandelt. Die Experten rechnen mit Ende November mit dem Überschreiten der 600er-Grenze im intensivmedizinischen Bereich (ICU), sollte dem Infektionsgeschehen nicht Einhalt geboten werden.

Zwar sei eine Reduktion der Wachstumsrate der täglichen Neuinfektionen auf hohem Niveau beobachtet worden, "das Bremspotenzial dieser Maßnahmen ist aber aktuell unzureichend, um kurzfristig eine nachhaltige Senkung der Inzidenzen herbeizuführen", heißt es in der Prognose-Vorschau. 

In drei Ländern droht ICU-Überlastung

Auswirkungen haben diese dramatischen Entwicklungen dann auf die medizinische Versorgung in den Spitälern. In sämtlichen Bundesländern muss demnach befürchtet werden, dass die intensivmedizinischen Kapazitäten für Covid-19-Patienten in naher Zukunft nicht mehr reichen werden. In Oberösterreich liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die systemkritische Auslastungsgrenze von 33 Prozent im ICU-Bereich in zwei Wochen überschritten wird, bei 97,5 Prozent (Plus 2,5 Prozent gegenüber der Vorwoche). In Salzburg und Vorarlberg beträgt sie 84 Prozent - ein Plus von jeweils 19 Prozent gegenüber der letztwöchigen Einschätzung.

Alarmierende Lage in Tirol 

Alarmierend sehe es der Prognose zufolge mittlerweile auch in Tirol aus, wo am 1. Dezember mit einer 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit die 33-prozentige Auslastungsgrenze nicht mehr reichen könnte.

Wien und das Burgenland stehen am besten da

Positive Nachrichten gibt es für zwei Bundesländer: Wien und das Burgenland weisen nur eine 15-prozentige Wahrscheinlichkeit auf, keine Corona Patienten auf den ICU-Kapazitäten mehr angemessen versorgen zu können. In Kärnten sind es 30 Prozent, in der Steiermark 35 Prozent und in Niederösterreich 65 Prozent.

Bezüglich der Belagprognose in den Spitälern halten die Experten fest: "Aufgrund des Zeitverzugs, mit dem inzidente Fälle medizinische Behandlung in Spitälern benötigen, ist selbst dann mit weiteren schweren Verläufen in den Spitälern zu rechnen, wenn die Dynamik des Fallgeschehens zurückgehen sollte." Ein prognostizierter Fallanstieg bedeute daher in weiterer Folge "prognostizierte Anstiege in der Betteninanspruchnahme".

Anstieg bei Sieben-Tages-Inzidenz

Am Mittwoch wurde mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 953,2 Fälle je 100.000 Einwohner eine neuer Rekord in der Pandemie erreicht. Am 24. November ist dann mit einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 1.048 und 1.442 zu rechnen. Besonders schlimm wird es Salzburg treffen, wo es 2.793 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche geben wird. In Oberösterreich ist im Worst-Case-Szenario mit einem Wert von knapp 2.500 zu rechnen.

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