Höhepunkt noch nicht erreicht
96.000 Grippekranke in Österreich

96.000 Österreicher sind aktuell an Grippe und grippalen Infekten erkrankt.
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Während das Coronavirus die Schlagzeilen dominiert, ist ein anderer Virus in Österreich akut ein viel größeres Problem: Jener der Influenza. 96.000 Österreicher sind derzeit erkrankt, so die aktuellen Zahlen. Und der Höhepunkt der Grippewelle ist noch lange nicht erreicht.

ÖSTERREICH. Wer dieser Tage einen Arzt aufsucht, braucht gute Nerven: Denn die Sprechzimmer sind voll, stundenlange Wartezeiten die Folge. Grund dafür: Bei der Influenza zeigt die Kurve aktuell drastisch nach oben, ein Ende ist noch nicht absehbar. "Der Höhepunkt der Grippewelle  wird wohl erst in zwei bis vier Wochen erreicht sein", so Dr. Monika Redlberger von der MedUni Wien.

Ganz Österreich ist von der Grippewelle erfasst.
  • Ganz Österreich ist von der Grippewelle erfasst.
  • Foto: MedUin Wien/Virologie
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Ganz Österreich ist Grippe-Zone

Laut aktuellen Zahlen der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährung) liegen derzeit 96.000 Österreicher mit Grippe oder grippalen Infekten im Bett. "Wir verzeichnen massive Infektionen und eine starke Aktivität der Grippewelle in Österreicher", warnt Redlberger. Ein Blick auf die Grafik spricht Bände: Eine grün Einfärbung würde bedeuten, dass es keine Influenza Virusaktivität in Österreich gibt. Die Farbe Gelb signalisiert vereinzelte Fälle, Orange wiederholte Fälle von Influenza Virusinfektionen. Rot bedeutet: Grippewelle in Österreich. Die Österreichkarte ist tiefrot.

In Wien waren es vergangene Woche bereits mehr als 10.000 Neuerkrankungen, in Graz mehr als 4.000.
  • In Wien waren es vergangene Woche bereits mehr als 10.000 Neuerkrankungen, in Graz mehr als 4.000.
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Höhepunkt in zwei Wochen

"Ganz Österreich ist aktuell von der Grippewelle erfasst", erklärt Redlberger: "Sie ist in der Kalenderwoche zwei ausgebrochen und wird ihren Höhepunkt erst in zwei bis vier Wochen erreichen." Das bedeutet: Ein Ende ist noch nicht in Sicht. "Das Abklingen der Grippewelle ist ohnehin erst in zehn bis 14 Wochen zu erwarten." Also abwarten. Und Teetrinken. Insgesamt  könnte die Grippewelle heuer sogar stärker ausfallen als im vergangenen  Jahr mit 150.000 Grippeinfizierten. Ob aber die Grippesaison 2017/18 mit 440.000 Grippekranken heuer sogar noch getoppt wird, ist laut Redlberger möglich, aber noch nicht exakt zu prognostizieren.

Die Grippewelle ist in der Kalenderwoche zwei ausgebrochen und wir ihren Höhepunkt erst in zwei bis vier Wochen erreichen.
  • Die Grippewelle ist in der Kalenderwoche zwei ausgebrochen und wir ihren Höhepunkt erst in zwei bis vier Wochen erreichen.
  • Foto: MedUni Wien/Virologie
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Burgenland: 60 Prozent Neuerkrankte

"Im Burgenland ist die Zahl der Grippekranken in der vergangenen Woche um 60 Prozent gestiegen", so die ÖGK Burgenland: "Von der Kalenderwoche drei auf die Kalenderwoche vier stieg die Zahl der Grippeerkrankten von 22 auf 36 Burgenländer. Momentan gibt es eine zunehmende Tendenz bei Erkrankungen von zehn Prozent, bei der Grippe ist diese mit 60 Prozent sogar überdurchschnittlich hoch."

Steiermark: Neuinfektionen verdreifacht

In der Steiermark gibt es aktuell 9.042 Grippeerkrankte sowie Patienten mit grippalen Infekten: 334 davon leiden an der echten Influenza, 8.708 davon an einem leichten Infekt. Dabei hat sich  die  Zahl der Neuinfektionen binnen zwei Wochen verdreifacht: Waren es in der Kalenderwoche zwei noch 102 Grippeerkrankte sind es zwei Wochen später schon 334.

Niederösterreich: Doppelt soviel Kranke

Laut Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) in Niederösterreich waren in der Kalenderwoche vier 4 748 Personen wegen Grippe und grippalen Infekten im Bett, davon litten 4 420 an grippalen Infekten und 328 an einer echten Grippe, in Prozent  sind das 22,17 Prozent der Gesamt-Krankenstände. Zum Vergleich: In der Kalenderwoche zwei waren es nur 108 Patienten, die an einer echten Grippe erkrankt waren, die Zahl hat sich also mit aktuell 329 Erkrankten verdreifacht. Im Vorjahr waren es im Vergleich dazu nur 139 Grippeerkrankte und damit deutlich weniger. Heuer sind es im Vergleichszeitraum bereist mehr als doppelt so viele.

Salzburg: 

67 Grippekranke liegen laut der Landesstelle der Gesundheitskasse in der vierten Kalenderwoche in Salzburg im Bett, zusätzlich sind 379 Patienten mit grippalen Infekte arbeitsunfähig.

Tirol und Vorarlberg

Die in der Kalenderwoche vier bei der Landesstelle der Österreichischen Gesundheitskasse gemeldeten Grippekranken liegen bei 88, in der Woche davor waren es noch 66. Zählt man die grippalen Infekte hinzu sind es 852 erkrankte Personen, während es in der KW drei noch 760 Erkrankte waren. In Vorarlberg sind aktuell 37 Grippe-Patienten arbeitsunfähig.

Oberösterreich

1.258 bei der ÖGK versicherte Arbeitnehmer liegen mit grippalem Infekten im Bett, davon haben 74 Erkrankte tatsächlich die Influenza; Ein drastischer Anstieg, eine Woche zuvor waren es erst 38 Personen.

Wien

In der Bundeshauptstadt meldet die Gesundheitskasse 6.706 erkrankte Personen, davon haben 420 die 'echte' Grippe.
 

Kärnten

187 erkrankte Personen meldet die Gesundheitskasse, davon haben 14 tatsächlich Influenza.

Umfrage

Impfen schützt

In Wien waren es vergangene Woche bereits mehr als 10.000 Neuerkrankungen, in Graz mehr als 4.000. Der Großteil aller Infektionen wird weiterhin durch Influenza A Viren (A(H1N1)pdm09- und A(H3N2)-Viren zu fast gleichen Teilen (40 Prozent die "Nachkommen der "Schweinegrippe" von 2009/2010 (A(H1N1) und zu 46 Prozent die "alten" A/H3N2-Erreger) verursacht. Influenza B-Viren konnten nur in 14 Prozent der Proben nachgewiesen werden. Wer geimpft ist, kann in diesem Jahr mit einem guten Schutz rechnen. 

Grippe ansteckender als Coronavirus

Laut Experten ist jedenfalls die größere Gefahr die aktuell kursierende Grippewelle, denn sich an der Influenza anzustecken ist viel leichter und wahrscheinlicher. Laut Statistik sind in der Grippesaison 2018/19 rund 1.400 Menschen in Österreich daran gestorben. Zwar ist die Sterblichkeitsrate bei Grippe mit weit unter einem Prozent wesentlich geringer als bei dem aktuellen Coronavirus, jedoch sei laut Virologen die Übertragung von Grippeviren wesentlich einfacher möglich.

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Autor:

Anna Richter-Trummer aus Wien

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