Spitäler an Belastungsgrenze
Ärzte infiziert und Abteilungen geschlossen

Auch in Tirol gibt es Berichte von positiv getesteten Krankenhausmitarbeitern
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Im ganzen Land häufen sich die Berichte von Ärzten, die sich mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert haben sollen. Wie "Addendum" berichtet, sollen am 13. März zwei Ärzte im steirischen Krankenhaus Hartberg positiv auf das Virus getestet worden sein. Da man nicht abklären konnte, wie sich die Mediziner angesteckt haben könnten, musste das gesamte Krankenhaus geschlossen werden. 

ÖSTERREICH. Dieses Szenario ist kein Einzelfall, sondern könnte nun auch weiteren Spitälern und Gesundheitseinrichtungen in Österreich drohenAuch bei Krankenhausmitarbeitern in Kärnten gibt es nun neue Ausfälle.

Betrieb in Kärnten nicht eingeschränkt

Am Klinikum Klagenfurt sollen bisher fünf Mitarbeiter positiv auf das neuartige Corona-Virus getestet worden sein. Als Folge mussten insgesamt 200 Mitarbeiter in Quarantäne geschickt werden, so Gerd Kurath, Leiter des Landespressediensts. Dennoch soll das den Betrieb des größten Krankenhauses in Kärnten nicht einschränken. Auch in Villach und in Wolfsberg wurden Mitarbeiter positiv auf den Erreger getestet, daher wurden 30 Mitarbeiter nach Hause geschickt. 18 Mitarbeiter der Gailtalklinik sollen sich in Quarantäne befinden, nachdem ein Mitglied des Küchenteams positiv getestet wurde.

Jedes dritte steirische Krankenhaus betroffen

Neben den Kärntner Spitäler und dem Hartberger Krankenhaus, sollen auch andernorts Krankenhausabteilungen geschlossen worden sein. Unter diesen Abteilungen soll sich beispielsweise auch die Onkologie des Landeskrankenhaus Graz befinden. Die Schlaganfallabteilung des LKH Graz Süd, soll laut "Addendum" nur im Notbetrieb laufen. Viele Krankenhausmitarbeiter und medizinisches Personal sollen sich in Quarantäne befinden. Jedes dritte steirische Krankenhaus soll mittlerweile von Mitarbeitern, die sich mit dem Virus infiziert haben sollen, berichten. 

Abteilungen werden immer häufiger gesperrt

Aber nicht nur die Steiermark ist von diesem Problem betroffen. Auch in den anderen Bundesländern sollen Abteilungen wegen Corona-Infektionen des Personals geschlossen worden sein. Schon am 18. März sollen mindestens neun Krankenhäuser betroffen gewesen sein. Besonders viele Meldungen von positiv getesteten Krankenhausmitarbeitern soll es in Tirol und Vorarlberg gegeben haben. Dennoch wurden dort keine Abteilungen gesperrt. Die Rudolfstiftung in Wien und die Krankenhäuser Baden und Oberwart sperrten einige Abteilungen zeitweise. Dort wartete man auf die Testergebnisse einiger Mitarbeiter.

Enger Kontakt mit Patienten begünstigt Infektion

Das Gesundheitspersonal zählt zu den gefährdetsten Berufsgruppen. Das medizinische Personal ist in engen Kontakt mit Hilfebedürftigen und Patienten. Damit steigt auch die Chance auf eine Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus. So soll eine Corona-positive Patientin mindestens acht Mitarbeiter der Gynäkologie im Donauspital in Wien angesteckt haben. Auch in Krems soll die chirurgische Abteilung des Universitätsklinikums wegen eines positiven Tests eines Patienten gesperrt worden sein. 

Laut "Addendum" momentan ein Infektionsrisiko von Notärzten und Sanitätern ausgehen, da sich diese ohne Kontrollen in allen Krankenhäusern bewegen können.
  • Laut "Addendum" momentan ein Infektionsrisiko von Notärzten und Sanitätern ausgehen, da sich diese ohne Kontrollen in allen Krankenhäusern bewegen können.
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Strenge Kontrollen und Sicherheitsvorkehrungen

Um das medizinische Personal zu schützen und die Funktionsfähigkeit der Krankenhäuser und Spitäler auch weiterhin zu gewährleisten, werden zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen und Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Mittlerweile sollen alle Patienten zu möglichen Infektionsgefahren, wie Aufenthalten in Risikogebieten, befragt werden. Es gibt auch Temperaturmessungen. Zusätzlich gibt es seit dem 16. März ein Besuchsverbot und Zugangsbeschränkungen. Bei Ärzten und Pflegepersonal werden die Ausweise und auch teilweise die Temperatur kontrolliert, bevor sie eine Einrichtung betreten dürfen. 

Von Notärzten und Sanitätern geht ein Risiko aus

Allerdings wird nicht überall so streng kontrolliert. Im AKH Wien soll es nur Ausweiskontrollen geben. Außerdem soll laut "Addendum" momentan ein Infektionsrisiko von Notärzten und Sanitätern ausgehen, da sich diese ohne Kontrollen in allen Krankenhäusern bewegen können. Diese Berufsgruppen haben mit besonders vielen Patienten Kontakt. Zwar gibt es seit dem 16. März wenigstens Schutzbrillen und Masken, allerdings gibt es wegen des derzeitigen Materialmangels nur eine Atemschutzmaske pro Dienst. Außerdem sollen sich die Mitarbeiter nicht bei Kontakt mit Verdachtsfällen, sondern erst nach dem Kontakt mit einem bestätigten Corona-Infizierten an ihren Einsatzleiter wenden, so "Addendum". Somit könnte sich das Virus also über einen längeren Zeitraum und sehr weitläufig verbreiten. 

Das Gesundheitspersonal zählt zu den gefährdetsten Berufsgruppen. Das medizinische Personal ist in engen Kontakt mit Hilfebedürftigen und Patienten.
  • Das Gesundheitspersonal zählt zu den gefährdetsten Berufsgruppen. Das medizinische Personal ist in engen Kontakt mit Hilfebedürftigen und Patienten.
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Auswirkung auf Versorgung von Patienten ungewiss

Die Krankenhausbetreiber rechnen mit weiteren Infektionen bei ihren Mitarbeitern. Daher müsse man auch mit Quarantänen und möglichen Abteilungssperren rechnen. Es sei auch völlig unklar, wie sich das auf die Versorgung der Patienten auswirken werde. Gerade daher sind die strengen Maßnahmen der Regierung und der Krankenhäuser so wichtig. Je mehr Pflegepersonal und Ärzte erkranken, umso mehr Krankenhäuser und Abteilungen werden schließen müssen. 

Autor:

Ted Knops aus Wien

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