Verbraucherschutzverein
Auftakt zu Amtshaftungsklagen wegen Ischgl-Hotspot

Nach Ausstrahlung der ORF Dokumentation über Ischgl wurden dazu kritische Beiträge in sozialen Netzwerken veröffentlicht.
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  • Foto: ORF
  • hochgeladen von Carolin Siegele

Der Verbraucherschutzverein (VSV) wird einen weiteren Schritt in Richtung Klage auf Amtshaftung der Republik Österreich in der Corona-Causa Ischgl unternehmen. Der VSV soll bisher von rund 1.000 Tirol-Urlaubern beauftragt und bevollmächtigt worden sein, ihre Interessen zu vertreten.

ÖSTERREICH. In einer Aussendung kündigte Obmann Peter Kolba an, dass man am Montag die Finanzprokuratur als Anwalt des Bundes schriftlich dazu auffordern werde, die geltend gemachten Amtshaftungsansprüche dem Grunde nach anzuerkennen.

Fehler auf Bundesebene

Dieser Schritt müsse der bereits angekündigten Klage vorangehen, so Kolba. "Sollte es zu keinem Anerkenntnis oder zu keinen Vergleichsverhandlungen kommen, werden im September 2020 die ersten Klagen beim Landesgericht für Zivilrechtssachen eingebracht werden", erklärt der Obmann. Man klage die Republik Österreich und nicht Tirol, weil die Maßnahmen gegen die Pandemie in die mittelbare Bundesverwaltung fallen. Daher müsse die Republik für die Fehler in Tirol gerade stehen. "Es besteht nunmehr aber auch der Verdacht, dass auf Bundesebene ebenfalls Fehler gemacht wurden. Auch darüber wird vor Gericht zu reden sein", so Kolba. Der VSV soll bisher von rund 1.000 Urlaubern, die zwischen Februar und März in Tirol, insbesondere in Ischgl, auf Ski-Urlaub waren, beauftragt und bevollmächtigt worden sein, ihre Interessen zu vertreten, so Kolba. 

"Papas Tod darf nicht umsonst gewesen sein!"

Das deutsche Wochenmagazin "SPIEGEL" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe von den Ereignissen in Ischgl. Auch die Versäumnisse vor Ort und die Folgen für die Urlauber werden dort thematisiert. Die Hinterbliebenen eines Corona-Opfers meinen in einem Interview: "Papas Tod darf nicht umsonst gewesen sein!". Der VSV wird nun bei diesem und in mindestens 28 weiteren Fällen die Hinterbliebenen der Opfer unterstützen. Dabei sollen die Verantwortung aufgeklärt und Schadenersatzansprüche durchzusetzen werden.

Die Aufklärung wird vor Gericht stattfinden müssen

 "Die öffentlichen Aussagen aus Tirol lassen zwar gute Vorsätze für die Zukunft erkennen, doch ohne Eingeständnis der schweren Fehler und Übernahme der Verantwortung dafür bleiben diese Vorsätze nicht glaubwürdig," so Kolba zu den Umfragen des Tourismusverbandes Paznauntal. "Die Aufklärung wird vor Gericht stattfinden müssen und es liegt an der Tiroler Tourismuswirtschaft, daraus dann auch ernsthaft Konsequenzen zu ziehen."

Service: Das Interview mit den Hinterbliebenen eines Ischgl-Opfers auf SPIEGEL Online finden Sie auf www.verbraucherschutzverein.at/Corona-Virus-Tirol .

Autor:

Ted Knops aus Wien

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