Coronavirus
Experte rät, Vorräte für zwei Wochen anzulegen

Wegen des Coronavirus raten Experten nun dazu, Vorräte für mindestens 14  Tage einzulagern.
  • Wegen des Coronavirus raten Experten nun dazu, Vorräte für mindestens 14 Tage einzulagern.
  • Foto: Symbolfoto, Pixabay
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Das Coronavirus hat nach dem elften Todesfall in Italien das Land weiter im Griff. Ganze Regionen im Norden sind abgeriegelt, der Bahnverkehr am Brenner stand kurzfristig still, in der Steiermark stehen elf Venedigreisende unter Quarantäne. Nun rät der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge, Herbert Saurugg, zur Vorsorge: Konkret sollte jeder Lebensmittel für 14 Tage zuhause haben.

ÖSTERREICH. Lebensmittel, Wasser, Medikamente, das alles sollte man nun auf Vorrat kaufen. Und zwar für mindestens zwei Wochen. Denn gefährlich sei nicht so sehr, sich am Coronavirus selbst zu infizieren, sondern dass es dadurch zu Lieferengpässen in Supermärkten kommen wird, ebenso Ausfälle in der Infrastruktur, wie flächendeckenden, länger andauernden Stromausfälle. Nur etwa ein Drittel der Österreicher hat Saurugg zufolge Lebensmittel für mehr als sieben Tage zu Hause lagernd. Einem Drittel gingen die Lebensmittel spätestens am siebenten Tag aus, einem Drittel schon spätestens am vierten Tag.

Vorsorge ist überlebenswichtig

"Der wesentlichste Aspekt ist es, Ruhe zu bewahren. Aber Vorsorge ist überlebenswichtig", sagte Saurugg. Aus seiner Sicht müsse "jetzt in den Krisenmodus umgeschaltet werden". Laut Saurugg gehe es mittlerweile schon um das Bewältigen der Folgen des Coronavirus und nicht nur um das Eindämmen. Der Mitbegründer von Cyber Security Austria sieht mittlerweile eine Pandemie auf uns zukommen. "Spätestens im Mai werden wir spüren, dass über die Schifffahrtswege weniger Warenlieferungen aus China bei uns ankommen", betonte Saurugg. Es könne zu länger andauernden Versorgungsengpässe mit Waren aus China kommen: Davon betroffen seien Medikamente sowie Teile für die Autoindustrie. Schutzmasken und Schutzkleidung sind bereits Mangelware.
Mehr dazu: "Schutzmasken sind bei uns ausverkauft"

Österreichs Wirtschaft ist gut vorbereitet

"Wir sind gut vorbereitet", beteuert Wirtschaftsminsiterin Margarete Schramböck: "Heute nachmittag kommt der Coronavirus-Krisenstab zusammen, Kanzler Kurz ist mit dabei, das heißt, das Thema Coronavirus ist ganz oben angekommen." Und weiter: "Ich als Wirtschaftsministerin bis auch stark wegen dem Coronavirus betroffen: Wir haben vor wenigen Tagen eine Task Force gegründet,  in der Mitglieder aus der Wirtschaftskammer, der Industriellenvereinigung aber auch der chinesichen Botschaft zusammenkommen. Diese Task Force wird wöchentlich tagen." Die Ministerin sieht die größte Herausforderung in den Wertschöpfungsketten, also den Beschaffungsketten. "Also die Frage, kommen hier die versprochenen Lieferungen an", so die Ministerin. "Es ist keine Zeit für Panik, aber gut vorbereitet zu sein, ist wichtig, und das sind wir, mit unserem Krisenstab, mit unserer Task Force." Die Wirtschaftskammer richtet wegen des Coronavirus ab Montag eine Hotline (05 90900-4352, Mo-Fr 9.00-17.00 Uhr) für betroffene Unternehmen aus Österreich ein. Ziel sei es, den Firmen beispielsweise beim Kontakt zu chinesischen Behörden zu helfen. Und es gibt auch eine Emailadresse im Ministerium:  "Wir versuchen zu helfen, um alternative Quellen für die Beschaffung zu organisieren, Firmen zusammenzubringen und zur Seite  zu stehen."
Mehr dazu: Coronavirus: Müssen wir uns fürchten?

Achtung bei Geschäftsreisen 

Wirtschaftskammerpräsident Harald  Mahrer empfiehlt, bei Geschäftsreisen vorsichtig vorzugehen und sich vorab zu informieren, ob es eine Betroffenheit gibt. "Wir beobachten die Situation in Italien intensiv. Wir wissen ebenso nicht, ob es eine Pandemie wird, aber wir sind gut vorbereitet. Was es braucht ist eine notwenige Gelassenheit aber Ernsthaftigkeit, aber der wirtschaftliche Schaden ist sicher groß." Ob dieser bei 1,1 Milliarden Euro liege, könne man nicht bestätigen.

Grenzschließungen überzogen

Maherer hält Grenzschließungen momentan für überzogen. Ministerin Schramböck ist weniger abgeneigt: "Es ist langfristig zu sehen, welche Schritte zu setzen sein werden." Heute nachmittag tagt der Krisenstab der Regierung. Er entscheidet, wie vorzugehen sein wird. 
Mehr dazu: Derzeit sind Grenzschließungen kein Thema

Elf Steirer in Quarantäne

In der Steiermark sind hingegen derzeit elf Mitarbeiter des LKH Weststeiermark in Quarantäne. Sie hatten den Karneval in Venedig besucht und noch im Bus bei der Heimreise die Krankenhausleitung darüber informiert. Zwölf Tage sind sie nun abgeschottet. Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, so die steirische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes).

Coronavirus Hotline

Expertinnen und Experten der AGES beantworten Fragen rund um das Coronavirus.
Telefon: 0800 555 621 – Montag bis Freitag von 09:00 bis 17:00 Uhr
Bei Fragen zum Coronavirus hat das Sozialministerium eine Hotline eingerichtet: Coronavirus Hotline: 0800 555 621
Häufig gestellte Fragen und Antworten zu SARS-CoV-2 finden Sie auf der Webseite der AGES
Um Mythen im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 aufzuklären, hat die WHO unter „myth busters“ einen Fragenkatalog zur Verfügung gestellt.

Quellen:
Sozialministerium
Steirische Krankenanstaltengesellschaft
Wirtschaftskammer Österreich
Ministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort
Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge
Wiener Zeitung

Autor:

Anna Richter-Trummer aus Wien

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