Missbrauchsprozess
Fünf Jahre Haft für Seisenbacher

Der zweifache Olympiasieger wurde am Montag am Wiener Landesgericht verurteilt.
  • Der zweifache Olympiasieger wurde am Montag am Wiener Landesgericht verurteilt.
  • Foto: Elisabeth Schwenter
  • hochgeladen von Julia Schmidbaur

Der ehemalige Judo-Trainer und zweifache Olympiasieger wurde wegen schweren Missbrauchs am Wiener Landesgericht verurteilt. 

ÖSTERREICH. Am Montag ist der Judoka und Olympiasieger Peter Seisenbacher am Wiener Landesgericht wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Zu Beginn der Urteilsbegründung sagte der vorsitzende Richter Christoph Bauer, dass sämtliche Belastungszeuginnen einen „außerordentlich glaubwürdigen“ Eindruck gemacht hätten. „Wir haben nicht den Eindruck gehabt, dass die drei lügen, dass die drei sich geirrt haben, dass die drei gegen sich verschworen haben.“

Bei einem Strafrahmen von bis zu zehn Jahren entschied das Gericht für eine fünfjährige Freiheitsstrafe. Erschwerend wertete der Senat das Zusammentreffen mehrerer Verbrechen und Vergehen, dass es mehrere Opfer gegeben hat, sowie den langen Deliktszeitraum. Laut erstinstanzlichem Urteil sei das erste Mädchen neun Jahre alt gewesen, als Seisenbacher die ersten Missbrauchshandlungen setzte. Diese dauerten mehrere Jahre an.

"Kein Promi-Malus"

„Die Beweislage reicht aus, um den Angeklagten im Sinn der Anklage schuldig zu sprechen“, sagte Staatsanwältin Ursula Schrall-Kropiunig in ihrem Schlusswort. Einen vom Angeklagten behaupteten „Promi-Malus“ gebe es nicht. „Für ihn gelten die gleichen Regeln wie für alle anderen.“

Eine Höchststrafe von zehn Jahren für den schweren sexuellen Missbrauch von Unmündigen sei „nicht vertretbar“, so die Staatsanwältin. Mildernd war, dass Seisenbacher bisher unbescholten war. Er habe dem Ermittlungsstand zufolge seit über 15 Jahren auch keine strafbaren Handlungen gesetzt.

Anhänger entsetzt

Seisenbacher zeigte bei der Verkündung des Urteils keine Emotionen. Einige der Anhänger Seisenbachers aus Judo-Kreisen wirkten aber entsetzt. Der Verteidiger des ehemaligen Judokas, Bernhard Lehofer, hatte einen Freispruch verlangt. "Ich und viele, viele andere Leute sind von seiner Unschuld überzeugt", sagte Lehofer. Auf die Frage, ob Seisenbacher das Urteil verstanden habe, nickte dieser kurz. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Seisenbachers Verteidiger Bernhard Lehofer erbat Bedenkzeit.

Autor:

Julia Schmidbaur aus Wieden

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