Safer Internet warnt:
Nazi-Symbole auf Kinder-Handy

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Große Achtsamkeit ist jetzt vor Weihnachten bei Kinder-Handys geboten: Laut der Initiative 'Safer Internet' sind zahlreiche WhatsApp-Gruppen im Umlauf, in denen Kids zwischen 10 Jahren und 16 Jahren Inhalte teilen, die unter das Verbotsgesetz fallen.

ÖSTERREICH. Matthias Jax ist Projektleiter bei 'Safer Internet' und warnt eindringlich: "In den WhatsApp-Gruppen werden Bilder mit klarer NS-Symbolik geteilt, außerdem rassistische und sexistische Sprüche, sogar kinderpornografische Bilder und Videos." Laut Jax ist den meisten Kindern garnicht bewusst, dass dies auch rechtliche Folgen hat.

'Hitler-Kochbuch' mit 'Rezept zum Vergasen'

Besonders abfällig sind die Beispiele, die Jax aufzählt: "Da gibt es etwa ein Bild, das als 'Hitler-Kochbuch' daherkommt, und ein 'Rezept zur Vergasung' anbietet." Weiter sei eine Schokolade der Marke 'Hitler Sport' mit der Sorte 'Rassissmus' im Umlauf. "Und jede Menge Hakenkreuze in allen Varianten, aber auch Symbole der Waffen-SS", so Jax. Er warnt: "Das größte Problem ist, dass den Kindern und Jugendlichen oft das Unrechtsbewusstsein fehlt. Sie haben gar keine Ahnung, dass allein schon die Tatsache, dass dieses Bild auf ihrem Handy ist, strafbar ist, und sie dafür rechtliche Konsequenzen tragen müssen."

Matthias Jax, MA ist Projektleiter beim Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT). Seine Schwerpunkte liegen vor allem im Bereich Social Media, Digitale Kompetenz und Internet-Sicherheit.
  • Matthias Jax, MA ist Projektleiter beim Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT). Seine Schwerpunkte liegen vor allem im Bereich Social Media, Digitale Kompetenz und Internet-Sicherheit.
  • hochgeladen von Anna Richter-Trummer

Vorstrafe oder Eintrag in Strafregister

Denn laut Gesetzt ist allein der Besitz dieser Bilder strafbar und fällt unter das Verbotsgesetz. Jax: "Sobald die Kinder ein Foto dieser Art auf ihr Handy bekommen, müssen sie dies löschen. Wenn sie es  besitzen, anderen zeigen und nicht löschen, machen sie sich strafbar, die Polizei muss das Handy beschlagnahmen und zerstören."Der richtige Umgang für Kids ist laut Jax also folgender: "Sie sollen die Inhalte unbedingt melden, und sofort, wenn sie die Inhalte aufs Handy bekommt, diese löschen. Dann sollten sie aus der Gruppe aussteigen und auf WhatsApp die Einstellung setzen, dass man von Fremden nicht in Gruppen hinzugefügt werden kann." Den meisten Kindern ist nicht bewusst, dass sie ab 14 Jahren 'deliktsfähig' und damit strafbar sind: "Die Kids  wissen nicht, dass gewisse Inhalte nach dem Verbotsgesetzt strafbar sind, die denken, das sind lustige Memes." Doch ab 14 Jahren kommt es zur Anzeige, der Schüler landet vor Gericht. Jax: "Aber auch die unter 14-Jährigen bekommen eine Vormerkung im Strafregister. In einigen Fällen ist es auch schon zum Schulausschluss gekommen."

Mutprobe zur Straftat

Laut Jax ist es unter Jugendlichen oft eine Art 'Mutprobe', ob man sich traut, bei der WhatsApp-Gruppe dabei zu sein, in der strafbare Inhalte geteilt werden."Da ist eine eigene Dynamik dahinter, die Jugendlichen denken, dass sie endlich auch 'cool' sind und 'dabei', wenn sie strafbare Inhalte teilen und besitzen. Oft erstellen sie dann auch eigene Sticker, die unter das Verbotsgesetz fallen, und wissen nicht, was sie tun." Leider seien aber auch oft Erwachsene und Eltern zu wenig informiert, was verboten ist. Jak: "Auf stopline.at kann sich jeder darüber genau erkundigen."
Hier ein Auszug:

Laut Jax sind aber auch verbotene Symbole aus den Balkanstaaten unter Jugendlichen weit verbreitet."Auch hier kennen die Eltern die Bedeutung der Symbole nicht und auch nicht, ob diese verboten sind, schon gar nicht ihre Kinder, die sie aber auf ihrem Handy als Sticker, Meme oder Clip teilen und besitzen. Hier gilt es, zu informieren und dagegen zu handeln."
Hilfe dazu liefert das Mauthausen Komittee sowie die Beratungsstelle Extremismus.

Folgt uns auf und diskutiert mit.
Autor:

Anna Richter-Trummer aus Wien

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