Rückkehr der Wölfe
WWF präsentiert großes Herdenschutzpaket

Um die natürliche Rückkehr der Wölfe möglichst konfliktfrei zu gestalten, schlägt der WWF Österreich der Politik ein fünf Bereiche umfassendes Paket vor.
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  • Um die natürliche Rückkehr der Wölfe möglichst konfliktfrei zu gestalten, schlägt der WWF Österreich der Politik ein fünf Bereiche umfassendes Paket vor.
  • Foto: Ralph Frank
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Anlässlich des Beginns der Almsaison und der Rückkehr der Wölfe legt die Umweltschutzorganisation WWF ein Fünf-Punkte-Plan auf den Tisch, um ein konfliktarmes Zusammenleben mit Wölfen zu ermöglichen.

ÖSTERREICH. Der erste Punkt des Plans sieht einen umfassenden Herdenschutz vor. Dieser muss bundesweit einheitlich und stärker gefördert werden. „Österreich hat bereits viel Zeit verloren. Daher muss die Politik eine Herdenschutz-Offensive finanzieren und das traditionelle Hirtenwesen stärken. Das hilft insbesondere Almbäuerinnen und -bauern, die ohnehin unter schwierigen Bedingungen wirtschaften“, sagte WWF-Wolfsexperte Christian Pichler.

Insgesamt wurden in Österreich 2019 rund 103 Schafe gerissen.
  • Insgesamt wurden in Österreich 2019 rund 103 Schafe gerissen.
  • Foto: Max Rossberg/EWS
  • hochgeladen von Adrian Langer

Denn deren Probleme liegen vor allem an schlechten finanziellen Rahmenbedingungen und falschen Agrarförderungen. „Schluss mit Alibi-Aktionen. Die Politik muss unsere Almwirtschaft auf allen Ebenen stärker fördern anstatt die wenigen Wölfe ins Visier zu nehmen“, fordert Pichler. „Jedes gerissene Tier ist ein schmerzhafter Verlust. Dass jährlich bis zu 10.000 Schafe aufgrund von Krankheiten, Unwetter oder Steinschlag verenden, stelle gemäß dem Wolfsexperten aber eine weit größere Belastung dar als die 103 Risse durch Wölfe im Vorjahr. Zum Vergleich: Insgesamt werden in Österreich rund 402.000 Schafe gehalten, davon etwa 115.000 auf Almen.

"Wolf ist Gesundheitspolizei"

Außerdem sei ein Herdenschutz alternativlos, denn die von manchen geforderten „wolfsfreien Zonen“ seien weder rechtlich noch praktisch möglich. Auf der Suche nach neuen Territorien wandern Wölfe viele Kilometer. „Es werden daher immer wieder Wölfe aus umliegenden Ländern durch Österreich streifen. Schreckt man sie rechtzeitig durch Elektrozäune oder gut ausgebildete Herdenschutzhunde ab, meiden sie Weidetiere und konzentrieren sich auf ihre Rolle als Gesundheitspolizei des Waldes“, erklärte Pichler. Der Wolf hält den Wildbestand und damit den Wald gesund, indem er vor allem kranke und schwache Tiere selektiert. Zusätzlich profitieren andere Schlüsselarten von Nahrungsresten, die ihnen „Meister Isegrim“ hinterlässt.

Herdenschutzhund bei der Arbeit
  • Herdenschutzhund bei der Arbeit
  • Foto: ÖBSZ
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Neben einer besseren Entschädigung für die Nutztierhalter fordert der WWF auch eine Intensivierung der Zucht und Ausbildung von Herdenschutzhunden. Das bisher nahezu wirkungslose „Österreichzentrum Bär-Luchs-Wolf“ muss gestärkt und ausreichend dotiert werden.

Mehr zum Thema "Wolf" findest du Hier

Autor:

Adrian Langer aus Josefstadt

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