VCÖ-Studie
Wer meist bei Unfällen wirklich Schuld hat

Klein-Lkw am häufigsten schuld bei Unfällen.
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  • Klein-Lkw am häufigsten schuld bei Unfällen.
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Zwei Drittel der Fußgängerunfälle wurden im Vorjahr vom Unfallgegner verursacht. Mit 32 Prozent weisen Fußgängerinnen und Fußgänger den niedrigsten Anteil an verursachten Unfällen auf, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt.

ÖSTERREICH. Klein-Lkw hingegen sind bei 62 Prozent der Unfälle, in die sie involviert sind, auch die Verursacher. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) fordert die Beseitigung von Gefahrenstellen für Fußgängerinnen und Fußgänger und mehr Verkehrsberuhigung im Ortsgebiet.

Mehr Maßnahmen zum Schutz von Fußgängern!

Im Vorjahr kam es in Österreich alle zweieinhalb Stunden zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein Fußgänger oder eine Fußgängerin verletzt wurde. Bei 2.480 der insgesamt 3.696 Fußgängerunfälle war der Unfallgegner der Verursacher. Mit rund 32 Prozent weisen Fußgängerinnen und Fußgänger den geringsten Anteil bei verursachten Unfällen auf, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt.

„Zwei von drei Fußgängerunfällen werden vom anderen Unfallbeteiligten verursacht. Es braucht in den Gemeinden und Städten verstärkt Maßnahmen, die dazu führen, dass ein Fehler eines Verkehrsteilnehmers keine schwerwiegenden Folgen für andere hat. Insbesondere Kinder und ältere Menschen sind besser zu schützen“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger. 40 der 69 im Vorjahr bei Verkehrsunfällen getöteten Fußgängerinnen und Fußgänger waren älter als 64 Jahre. Zudem kamen im Vorjahr sechs zu Fuß gehende Kinder im Straßenverkehr ums Leben, weitere 557 Kinder wurden verletzt.

Gefahrenstellen für Fußgängerinnen und Fußgänger sind zu beseitigen. Dazu zählen unter anderem zu hohes Tempo im Straßenverkehr, unübersichtliche Kreuzungen und Straßenübergänge, zu schmale oder überhaupt fehlende Gehsteige. Der VCÖ bietet auf seiner Website die Möglichkeit an, Problemstellen im Wohnort in eine Karte einzutragen und zu melden. Der VCÖ leitet die Meldungen an die zuständigen Gemeinden, Städte und Bezirke weiter.

Gefordert sieht der VCÖ auch den Gesetzgeber. So ist das Halte- und Parkverbot vor Schutzwegen von derzeit fünf auf mindestens zehn Meter auszuweiten und besser zu kontrollieren. „Da in den vergangenen Jahren die Zahl hoher Autos, wie SUV, Pick-Ups und Kleintransporter, stark zugenommen hat, verstellen parkende Autos immer wieder Autofahrern die Sicht auf Kinder, die einen Schutzweg überqueren möchten“, schildert VCÖ-Experte Schwendinger das Problem.

Am häufigsten sind Klein-Lkw schuld an Unfällen

Klein-Lkw weisen übrigens den höchsten Anteil an Unfallverursachern auf. Im Vorjahr waren Klein-Lkw in Österreich in 2.226 Unfällen mit Personenschaden beteiligt, bei 1.448 davon waren sie Unfallverursacher, das ist ein Anteil von rund 62 Prozent, macht der VCÖ aufmerksam. Auch bei Lkw unter 12 Tonnen ist der Anteil von 61 Prozent Unfallverursachern hoch. „Gelingt es die Zahl der Lkw-Fahrten in den Gemeinden und Städten durch eine bessere Logistik, gemeinsame Paketstationen und so genannte Micro-Hubs zu reduzieren, dann erhöhen wir damit auch die Verkehrssicherheit“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Zudem ist die Nachrüstung von Lkw mit Abbiegeassistenten wichtig.

Radfahrer sind Schlusslicht

Bei den Individualverkehrsmitteln haben Radfahrende (inklusive E-Scooter) mit 37 Prozent den niedrigsten Anteil an Unfallverursachern, vor Motorradfahrern mit rund 38 Prozent und Mopeds mit 44 Prozent. Pkw sind laut Statistik Austria bei 52 Prozent der Unfälle, in denen sie beteiligt sind, Unfallverursacher.

Bahn häufig in Unfälle verwickelt

Beim Öffentlichen Verkehr ist die Bahn Spitzenreiter: Im Vorjahr waren Bahnen in 60 Verkehrsunfällen beteiligt, aber nur bei einem einzigen auch Unfallverursacher. Straßenbahnen waren in 247 Verkehrsunfällen beteiligt und bei nur 17 davon Unfallverursacher, das ist ein Anteil von nur sieben Prozent. Busse waren in 581 Verkehrsunfällen involviert, bei jedem dritten war ein Bus der Verursacher.

"Gewaltige Kräfte werden häufig unterschätzt"
Klein-Lkw am häufigsten schuld bei Unfällen.
Im Vorjahr kam es in Österreich alle zweieinhalb Stunden zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein Fußgänger oder eine Fußgängerin verletzt wurde.

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