Maßnahmen gegen Virus
Anschober: Mehr Testungen im Gesundheitsbereich

Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) sagte, dass die Bundesregierung Maßnahmen ergreifen müsse, um diese "akute Stresssituation zu begleiten"
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  • Foto: Land OÖ
  • hochgeladen von Thomas Kramesberger

Seit heute Mitternacht  gilt eine österreichweite einheitliche Regelung für eine Ausgangsbeschränkung, welche die Regierung ausgerufen hat. Damit wird das öffentliche Leben in Österreich auf ein Minimum reduziert. In der ORF-Sendung "Im Zentrum" wurde über die bevorstehenden Zeit und schwierige Situationen diskutiert.

ÖSTERREICH. Viele Österreicher machen sich derzeit Sorgen um ihre berufliche Zukunft. Ausgangsbeschränkungen und die Einschränkung sozialer Kontakte werden für viele Menschen zu einem unvorhergesehenem Stressfaktor.  

"Akute Stresssituation"

Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) sagte, dass die Bundesregierung Maßnahmen ergreifen müsse, um diese "akute Stresssituation zu begleiten". Durch die Ausgangsbeschränkungen könne das Gewaltpotenzial daheim steigen. Auch die berufliche Unsicherheit wirke stressfördernd. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner forderte daher auch eine schneller Verteilung der Mittel aus den Hilfsfonds der Regierung. Eine Ausschüttung in ein paar Monaten sei viel zu spät, so Rendi-Wagner. Innenminister Karl Nehammer versicherte: "Wenn es Nachbesserungsbedarf gibt, wird die Regierung das machen".

Soforthilfen für EPUs

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger forderte Soforthilfe für Ein-Personen-Unternehmen (EPUs). Hier gehe es um Existenzen. Man benötige daher "einen unbürokratischen Härtefonds", außerdem solle man Beiträge "automatisch für drei, vier Monate" stunden so Meinl-Reisinger weiter. Sie verwies dabei auf Deutschland. Dort seien unbegrenzte Hilfen vorgesehen. 

Mehr Testungen im Gesundheitsbereich

Anschober kündigte an, dass es mehr Testungen im Gesundheitsbereich geben werde. Dies diene zum Schutz der Spitäler, "weil uns da teilweise ganze Abteilungen ausfallen". Zuvor war ein Anästhesist Im Uniklinikum Salzburg positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Mehr als 100 Ärzte und Pfleger, sowie die Besatzung des Rettungshubschraubers mussten daraufhin unter Quarantäne gestellt werden. Momentan arbeite man an der Anschaffung neuen Materials. Zwar verfüge man noch über genügend Ausstattung, man wolle aber auf alle Szenarien vorbereitet sein. "Wir klappern im Moment den Weltmarkt ab, um mehr Schutzausrüstung zu bekommen", so Anschober.  

Gesundheitspersonal muss geschützt werden

SPÖ-Chefin Rendi-Wagner machte deutlich, wie wichtig es sei, das Gesundheitspersonal zu schützen. "Wir müssen uns jetzt wappnen, um allen Spitälern genügend Schutzausrüstung zu haben", so Rendi-Wagner. Außerdem forderte die SPÖ-Chefin noch genügend Beatmungsgeräte für die schweren Krankheitsfälle. Wichtig seien auch adäquate Schulungen. Bei der SARS-Krise 2003, sei die größte Infektionsquelle gewesen, "dass sich Personal beim An- und Ausziehen der Schutzkleidung infiziert hat", so die SPÖ-Chefin. 

60-70 Prozent werden erkranken

Die Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl, Leiterin des Zentrums für Virologie an der MedUni Wien bestätigte die Angabe der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Demnach sollen bis zum Ende der Epidemie 60-70 Prozent der Bevölkerung an dem Corona-Virus erkranken. Das dürfe nicht "innerhalb weniger Wochen zum Tragen kommen". Man hoffe die Epidemie bis zum Sommer abklingen lassen  zu können, "aber es wird sicher ein paar Wochen und Monate dauern", so die Expertin. "Ende April, Mitte Mai", könne es vielleicht schon etwas weniger werden. "Es ist in jedem einzelnen Interesse, dass das Gesundheitssystem funktioniert". Je weniger soziale Kontakte wir derzeit haben, desto besser ist es, erinnerte Anschober. Der Gesundheitsminister gehe von einer Krise aus, "die uns monatelang beschäftigen wird".

So sieht die Ausgangsbeschränkung aus
Autor:

Ted Knops aus Wien

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