Ernüchternde Ergebnisse
Arme Kinder häufiger übergewichtig und chronisch krank

Kinderarmut habe eine große Auswirkung auf die Gesundheit der Betroffenen, sind sich Ärztekammer-Präsident Szekeres und Fenninger, Direktor der Volkshilfe einig.
  • Kinderarmut habe eine große Auswirkung auf die Gesundheit der Betroffenen, sind sich Ärztekammer-Präsident Szekeres und Fenninger, Direktor der Volkshilfe einig.
  • Foto: Ärztekammer für Wien / Stefan Seelig
  • hochgeladen von Adrian Langer

Kinder aus armutsgefährdeten Familien leiden häufiger an Adipositas und Diabetis. Außerdem ist die Sterbewahrscheinlichkeit weitaus höher als bei anderen Kindern.

ÖSTERREICH. Die Studie der Ärztekammer sowie der Volkshilfe Österreich zeichnet ein düsteres Bild von der Zukunft armer Kinder. "In Armut aufwachsen bedeutet nicht nur, dass es Kindern an materiellen Dingen mangelt, warnt Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich. Von den 500 befragten Ärzten für die Studie gab die Mehrheit an, dass sich arme Kinder weniger gesund und leistungsfähig fühlen. Symptome wie verminderte Konzentrationsfähigkeit, Müdigkeit, deprissives Verhalten oder auch ein erhöhtes Aggressionspotenzial stellten sechs von zehn Ärzten in ihrem Berufsalltag bei armen Kindern in einen hohen Ausmaß fest. 

Arme Kinder sterben früher

Ärztekammer Präsident Thomas Szerkeres zeigt sich besorgt über diese Entwicklungen: "Die armen Kinder von heute sind die chronisch Kranken von morgen." Durch schlechte Ernährung und andere Folgeerkrankungen sterben "ärmere Kinder um fünf bis acht Jahre früher als die Durchschnittsbevölkerung". Dem Staat würde langfristig gesehen einiges erspart bleiben, wenn die Ausgaben für Kindergesundheit erhöht werden. 

Sozialer Aufstieg dauert fünf Generationen

Die Ergebnisse haben sogar Fenninger überrascht: In Grundzügen habe er sie so erwartet, aber "dass sie so deutlich ausfallen, hätte ich nicht gedacht". Für ihn sei Kinderarmut ein zentrales Problem unserer Zeit. "Wir sind eines der reichsten Länder dieser Erde. Trotzdem sehen wir, dass nicht nur der Reichtum, sondern auch die Armut wächst", kritisierte er. 

Mehr Beratung für Eltern

Wie können chronische Erkrankungen bei Kindern am besten vorgebeugt werden? Die Ärzte sprechen sich für mehr Beratung der Eltern und Bewusstseinsbildungsprogrammen an Schulen aus. Die Hälfte der befragten Ärzte hält auch eine finanzielle Ausstattung von armutsgefährdeten Familien für notwendig. Die Forderungen nach Prävention und Beratung würden sich mit denen Volkshilfe decken. "Das bestätigt uns in unserer Forderung nach einer staatlichen Kindergrundsicherung, die eine flächendeckende Gesundheitsförderung aller Kinder garantiert, unabhängig vom Einkommen der Eltern", betont Fenninger. 

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