Kurz: "Je mehr, desto besser"
Bald 15.000 Corona-Tests pro Tag möglich

Bundeskanzler Sebastian Kurz (m.l.), Vizekanzler Werner Kogler (m.r.), Bundesminister Karl Nehammer (l.) und Bundesminister Rudolf Anschober (r.)
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Bundeskanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Werner Kogler, Innenminister Karl Nehammer und Gesundheitsminister Rudolf Anschober informierten am Dienstag über die aktuellen Maßnahmen gegen das Coronavirus und traten gemeinsam vor die Presse. 

ÖSTERREICH. Nach neun Tagen der Ausgangsbeschränkungen zog die Regierung heute eine Zwischenbilanz. Bundeskanzler Kurz, Vizekanzler Kogler und die beiden Minister Nehammer und Anschober dankten den Österreicherinnen und Österreichern gleich zu Beginn der Pressekonferenz. 

"Wesentlicher Beitrag"

"Ich bin mir vollkommen bewusst, dass es für sie eine extreme Anstrengung ist", so Sebastian Kurz. Österreich durchlebe momentan eine "schwierige Zeit". Dass die soziale Distanzierung für viele Menschen besonders schwer sei, sei ihm bewusst. Daher wolle er sich bei der Bevölkerung "für ihren Verzicht" bedanken, so Kurz. Die Distanzierung sei ein "wesentlicher Beitrag" zum Schutz der Österreicher.

Neues Zahlenmaterial am Freitag

Ob die Maßnahmen der Regierung die gewünschte Wirkung zeigen, werde man am Freitag wissen. Dann werde die Regierung valides Zahlenmaterial haben. Bis dahin bitte er die Menschen um Geduld, so der Kanzler. Erst dann werde man wissen, "wie lange wir das ertragen müssen", so die ehrliche Antwort des Bundeskanzlers. Es sei extrem wichtig, "die Regeln einzuhalten", bis man Genaueres wisse. Das Einhalten der Maßnahmen habe direkte Auswirkungen darauf, "wie es uns in Österreich in ein paar Wochen gehen wird", so Kurz.

Auch am 20. März 2020 fand ein Pressestatement zu den Maßnahmen gegen die Krise im Bundeskanzleramt statt. Im Bild (v.l.n.r.) Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, Vizekanzler Werner Kogler, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Innenminister Karl Nehammer.
  • Auch am 20. März 2020 fand ein Pressestatement zu den Maßnahmen gegen die Krise im Bundeskanzleramt statt. Im Bild (v.l.n.r.) Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, Vizekanzler Werner Kogler, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Innenminister Karl Nehammer.
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Schnelltests haben "nicht die gleiche Qualität"

Die Regierung werde nun neue "Kapazitäten schaffen". Adäquate Schutzbekleidung und weitere Testmöglichkeiten sollen in den nächsten Wochen eintreffen. Rund 20 Millionen Schutzmasken werden aus China erwartet. "Unser wichtigstes Ziel nun: Testen, testen, testen". Bis zu 15.000 Testungen sollen bald durch Schnelltest täglich durchführbar sein. Diese hätten zwar "nicht die gleiche Qualität", es sei aber die einzige Möglichkeit eine solch immense Testmenge durchzuführen, so Kurz.

Kurzarbeit besser als Kündigungen

Wirtschaft und Pflege stellten momentan ebenfalls eine große Herausforderung für die Österreicherinnen und Österreicher dar. Daher habe man nun die Zivildiener mobilisiert, so Kurz. Außerdem sollen in den kommenden Wochen Auszahlungen für die Wirtschaft anlaufen. Die Arbeitgeber forderte der Bundeskanzler auf, Kurzarbeit anzustreben. Diese sei "besser als die Menschen kündigen zu müssen".

Weitere Einschränkungen wenn nötig

Auch für Kogler sei die Kurzarbeit eine gute Option. "So gut wie alle können das nutzen, also tun Sie das". Der Vizekanzler ermahnte die Bevölkerung auch, es nicht mit der Bewegung im Freien zu übertreiben. Man solle nur für kurze Zeit heraus, um sich zu bewegen. Stundenlange Aufenthalte im Freien seien unangebracht. "Das war nicht die Idee", so Kogler. Halte man sich nicht an die Maßnahmen, würde sich die Regierung "gezwungen sehen, hier weitere Einschränkungen vorzunehmen", so der Vize.

Auch für Kogler sei die Kurzarbeit eine gute Option. "So gut wie alle können das nutzen, also tun Sie das". Der Vizekanzler ermahnte die Bevölkerung auch es nicht mit der Bewegung im Freien zu übertreiben.
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Neues Maßnahmenpaket

Gesundheitsminister Anschober informierte über die Zahl der nachweislich Infizierten weltweit. Diese Zahlen würden überall ansteigen. Vor allem die USA sollen momentan sehr starke Zuwächse verzeichnen, so Anschober. In Österreich hingegen gebe es momentan nur geringere Anstiege bei den nachgewiesenen Infektionen. Man sei am richtigen Weg, so der Gesundheitsminister. Einen Anstieg verzeichne man derzeit allerdings in Tirol. Dort werde aber auch vermehrt getestet.

Man sei am richtigen Weg, so der Gesundheitsminister. Einen Anstieg verzeichne man derzeit allerdings in Tirol. Dort werde aber auch vermehrt getestet.
  • Man sei am richtigen Weg, so der Gesundheitsminister. Einen Anstieg verzeichne man derzeit allerdings in Tirol. Dort werde aber auch vermehrt getestet.
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Weltmarkt hart umkämpft

Auch Anschober sprach sich für eine Steigerung der Testungen aus. Man arbeite "mit aller Vehemenz"an der Umsetzung dieses Vorhabens. Allerdings sei man vom derzeit hart umkämpften Weltmarkt abhängig. Außerdem sei es schwierig, weil man trotz zehn Tagen Engagement, noch keine großen Auswirkungen in den Statistiken sehe. Hier werde man die Situation stetig neu bewerten und wenn nötig ein  neues Maßnahmenpaket veranlassen. Positiv sei aber, dass 95 Prozent der Erkrankten einen milden Krankheitsverlauf aufweisen. 

Innenminister Karl Nehammer sagte, wer sich nicht an die Maßnahmen halte, werde "zum Lebensgefährder"
  • Innenminister Karl Nehammer sagte, wer sich nicht an die Maßnahmen halte, werde "zum Lebensgefährder"
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"Lebensgefährder"

Innenminister Karl Nehammer sagte, wer sich nicht an die Maßnahmen halte, werde "zum Lebensgefährder". Zwar würden "die Menschen die Beschränkungen ernst" nehmen, allerdings sehe man sich dennoch gezwungen, Personen anzuzeigen, die sich nicht an diese hielten. "Und diese Anzeigen, das kann ich Ihnen versichern, sind heftig", so Nehammer. Ein Strafmaß bis zu 3.400 Euro sei für Verletzungen der Maßnahmen vorgesehen. 

Autor:

Ted Knops aus Wien

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