ICU-Marker nicht mehr tauglich
Belegung der Normalstationen entscheidend für Lockdown

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) anl. eines Interviews mit der Austria Presse Agentur (APA), am Freitag, 07. Jänner 2022 in Wien
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  • Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) anl. eines Interviews mit der Austria Presse Agentur (APA), am Freitag, 07. Jänner 2022 in Wien
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Aktuell sei das "erste große Ziel", einen weiteren Lockdown in Österreich aufgrund der Omikron-Welle zu verhindern, so Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). Allerdings könne er weder einen Lockdown noch erneutes Distance Learning ausschließen. In Zukunft werde der entscheidende "Marker" aber nicht mehr die Belegung der Intensivstationen sein, sondern jene der Normalstationen. Aufgrund des Corona-Virus werde man wohl auch Weihnachten 2022 noch vorsichtig sein müssen. "Ich glaube, dass wir nächstes Weihnachten auch die Älteren und kranken Menschen weiter schützen müssen".

ÖSTERREICH. Bei der neuen Omikron-variante des Corona-Virus sei die Wahrscheinlichkeit einer Spitalsaufnahme etwa a 40 bis 50 Prozent geringer sei als bei der Delta-Variante, so der Gesundheitsminister. "Wir wissen auch, dass bei Delta einer von vier mit COVID-19 Infizierten eingelieferten Patienten auf die Intensivstation gekommen ist". Bei der Omikron-Variante betrage dieses Verhältnis nur 1:10. Zudem mussten bei der Delta-Variante etwa 20 Prozent der Intensivpatienten beatmet werden, bei Omikron bisher nur etwa zwei Prozent.

Intensivstations-Marker nicht mehr tauglich

"Deswegen ist der Intensivstations-Marker, wie wir ihn bis jetzt gekannt haben, nicht tauglich. Wir können nicht warten, bis die Intensivstationen so ein Problem haben, dass wir nicht mehr anders können." Zuvor werde man nämlich Probleme auf den Normalstationen und auch im niedergelassenen Bereich bekommen. "Das ist die Herausforderung", so Mückstein gegenüber der APA. Aktuell sei allerdings noch nicht klar, wie genau man den neuen Marker definieren werde. Auch im Ausland gebe es diesbezüglich noch keine Daten. Somit sei es aktuell noch offen, welches Ausmaß der Auslastung an den Normalstationen zu welchen Maßnahmen führen müsse. "Das wissen wir noch nicht."

120.000 Impfungen pro Tag könnten "Verlauf der Pandemie wesentlich beeinflussen"

Die Impfung schütze aber "nach wie vor" vor schweren Verläufen, "auch bei der Omikron-Variante". Das sei entscheidend. Denn: "Wir wissen, dass die Impfung bei Omikron zu einer deutlich reduzierten Spitalsaufnahme und einer deutlich reduzierten Aufnahme auf Intensivstationen führt. Deswegen ist auch das Zeitfenster von wenigen Wochen, die wir jetzt noch haben, bis auch die Spitäler wieder mehr belastet werden, so wichtig, um es für die Impfung zu nützen", betonte der Mediziner. In Österreich habe man ausreichend Kapazitäten, um täglich 100.000 bis 120.000 Menschen zu impfen, wie die Vergangenheit gezeigt habe. Wenn man solche Werte erneut erreiche, dann werde das "wesentlich den Verlauf der Pandemie beeinflussen".

Ungeimpfte: "Gefahr potenziert sich"

Dabei sei auch der Effekt der (Booster-)Impfungen ausschlaggebend. Dieser sei nicht nur für den Selbstschutz entscheiden, sondern auch für die Weitergabe des Virus. So sei bei einer Durchbruchsinfektion bei einem dreifach Geimpften, die Gefahr einer Übertragung zu einem weiteren dreifach Geimpften sehr gering, so aktuelle Studien. Die Chance einer Infektion sei bei einem Geimpften und einem Ungeimpften hingegen hoch. "Und wenn ich zwei Ungeimpfte habe, dann potenziert sich die Gefahr". Zudem seien dreifach Geimpfte auch kürzer ansteckend, betonte der Gesundheitsminister.

Wird es einen weiteren Lockdown geben?

Auch Weihnachten 2022 noch Vorsicht notwendig

Mückstein geht außerdem davon aus, dass man auch Weihnachten 2022 in Hinblick auf Corona noch vorsichtig sein müsse. "Ich glaube, dass wir nächstes Weihnachten auch die Älteren und kranken Menschen weiter schützen müssen". Den Ausweg aus der Krise stelle aber nicht die Durchseuchung dar, sondern die Impfung. Erneut betonte der Gesundheitsminister, dass die Impfpflicht wie geplant fix mit Februar kommen werde. Der Lockdown für Ungeimpfte werde damit aber nicht automatisch enden.

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Neue Maßnahmen nach Omikron-Gipfel
Mückstein: Impfpflicht kommt "fix"
Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) anl. eines Interviews mit der Austria Presse Agentur (APA), am Freitag, 07. Jänner 2022 in Wien
"Wir wissen auch, dass bei Delta einer von vier mit COVID-19 Infizierten eingelieferten Patienten auf die Intensivstation gekommen ist". Bei der Omikron-Variante betrage dieses Verhältnis nur 1:10.

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