KPÖ Weinviertel veranstaltete Vortragsabend
China als Land der Widersprüche

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Einen seltenen Einblick „von innen“ bot der Vortrag „China – Riesenland der Widersprüche“ am 14. Oktober im Schlossgasthof Marchegg, der von zahlreichen Interessierten besucht wurde.

Auf Einladung der KPÖ Weinviertel berichtete KPÖ-Wirtschaftssprecher Michael Graber über seine Reise durch mehrere Provinzen Chinas, die er im vergangenen Sommer als Gast der KP Chinas absolvierte. In eindrucksvollen Bildern stellte er die aufstrebenden Wirtschaftsregionen im Osten Chinas (Shenzen, Hefei) vor, die als High-Tech-Zentren des Landes gelten.

Unter der politischen Führung der KP Chinas orientiert man sich auf wirtschaftliches Wachstum, friedliche Kooperation mit allen Ländern der Welt, neue Technologien, ohne jedoch die Perspektive auf eine sozialistische Gesellschaft zu vergessen. Seit den wirtschaftlichen Reformen unter Deng Xiaoping Anfang der 1980er Jahre konnte China nach der de facto gescheiterten maoistischen „Kulturrevolution“ hunderte Millionen Menschen aus der Armut führen.

Unter Einbeziehung internationaler Investoren gilt das hohe Ziel, bis zum Jahr 2049 die gesamte chinesische Bevölkerung zu bescheidenem Wohlstand zu bringen. Aus europäischer Sicht mögen die politischen Methoden durchaus befremden, aus chinesischer Perspektive gilt der Ausspruch Deng Xiaopings: „Egal, ob die Katze schwarz oder weiß ist, Hauptsache, sie fängt Mäuse.“ – ein pragmatischer Zugang in der Wahl der wirtschaftlichen Mittel, um gesellschaftlich ausgeglichenen Wohlstand zu schaffen. Hierzu zählen Kampagnen gegen Korruption und Mißwirtschaft einerseits wie eine forcierte Industrialisierung der Landwirtschaft andererseits.

Ob dies mit dem Staatsziel einer „ökologischen Revolution“ vereinbar ist, bleibt abzuwarten. Fest steht, so Referent Graber abschließend, dass dieser Weg der gesellschaftlichen Entwicklung bisher noch von keinem Land gegangen wurde und es daher völlig offen ist, wie die Geschichte endet. An China als zweitgrößter Wirtschaftsmacht der Welt, wird allerdings in Zukunft kein Weg vorbeiführen.

Autor:

Christoph Kepplinger aus Mistelbach

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