Vor Veranstaltungen
Corona Risikoanalysen für Schulen werden Pflicht

Nicht nur die Ampelfarbe des Schulstandorts wird künftig für die Abhaltung von Schulveranstaltungen entscheidend sein, sondern es wird auch eine verpflichtende Risikoanalyse geben müssen.
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Unklar ist derzeit angesichts der aktuellen Corona-Situation, ob heuer Sportwochen, Skikurse, Projekttage oder andere schulische Veranstaltungen stattfinden können. Dafür werde es künftig verpflichtende Risikoanalysen geben, nach dem Vorbild der Checklist für Gastrobetriebe bei Veranstaltungen, heißt es aus der niederösterreichischen Landesdirektion. Für Wirbel sorgen derzeit Gerüchte um Schulschließungen rund um die Herbstferien.

ÖSTERREICH. Bei einer Ampelfarbe "Orange" müssen Schulen ihre Veranstaltungen absagen. Schon davor müssen Schulen allerdings Risikoanalysen durchführen.

Verpflichtende Risikoanalyse

Sind Schulen laut Ampel auf gelb eingestuft, können Schulveranstaltungen stattfinden.  Allerdings muss vorher verpflichtend eine Risikoanalyse durchgeführt werden, wie eine neue Verordnung laut ORF-Radio Ö1, das sich auf die niederösterreichische Bildungsdirektion bezieht, vorsieht. Das heißt, dass Direktoren, Eltern, Lehrer und Schülervertreter abstimmen müssen, wie hoch das Risiko ist. Bei einem Skikurs etwa muss beurteilt werden, ob der Bus groß genug ist, ob genügend kleine Gruppen gebildet werden können, etc. Erst nach dieser verpflichtenden Analyse können Veranstaltungen wie Bälle und Matura stattfinden. Generell rät man aber in den nächsten Monaten von Schulbällen ab, heißt es von der niederösterreichischen Bildungsdirektion. 

Stornofonds bei verpflichtenden Absagen

Für den Fall, dass die Ampelfarbe orange oder gar rot eingestuft wird, hat das Bildungsministerium nun den im Frühjahr eingerichteten Stornofonds ausgeweitet. Das soll den Schulen auch ermöglichen, mit einer Stornierung länger zuzuwarten. Man habe mit dem Stornofonds im Frühjahr gute Erfahrungen gemacht und so vermeiden können, dass Eltern auf den Kosten von ausgefallenen Schulveranstaltungen sitzen bleiben. Deshalb habe man ihn nun ausgeweitet, so Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) in einer Stellungnahme gegenüber der APA. "Gelingt es den Schulen nicht, eine kostenlose Stornierung einer Veranstaltung zu erreichen, springt der Härtefall-Fonds ein." Einreichungen sind ab November möglich, mit der Auszahlung wird nach dem für Herbst geplanten Beschluss des entsprechenden Gesetzes begonnen.

Der Stornofonds wird nun auf mehrtägige Schulveranstaltungen ausgeweitet, die bis zum Ende des Unterrichtsjahrs 2020/21 geplant wurden. In Fällen, wo die Buchung bis inklusive 11. März erfolgt ist, werden 80 Prozent ersetzt. Für alle danach gebuchten mehrtägigen Schulveranstaltungen sind es 70 Prozent. Bisher wurden aus dem Fonds rund sieben Mio. Euro ausbezahlt und damit die Stornokosten für 3.700 Veranstaltungen teilweise refundiert. 

Herbstferien: Stehen Schulschließungen bevor?

Wird der Unterricht noch im Herbst wieder nach Hause verlegt? Die Regierung überlegt derzeit, ob es erneut zu Schulschließungen kommen soll, sollten die Corona-Infektionszahlen weiter in die Höhe schnellen. An den Schulen steigt die Unsicherheit, Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) soll es dazu Überlegungen geben.

Fassungslos reagiert NEOS-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre auf Medienberichte, wonach Schulschließungen wieder im Raum stehen: „Mit jedem neuen Gerücht, mit jeder neuen Einzelmaßnahme sorgt diese Bundesregierung für mehr Verunsicherung. Es war Aufgabe von Kanzler Kurz und seiner Regierung, über den Sommer einen Plan auszuarbeiten, wie wir mit dem Virus leben können. Die Regierung hat das verschlafen – und versucht jetzt, ihr Unvermögen zu Lasten unserer Kinder, ihrer Lehrerinnen und Lehrer sowie der Eltern zu verbergen. Das ist untragbar.“

Verunsicherung groß

Wichtig sei, dass die Regierung endlich Klarheit schaffe und ein Gesamtkonzept vorlege, welchen Plan sie in den nächsten Monaten verfolge. „Gerade in den Schulen herrscht große Unsicherheit. Bevor Schulen komplett geschlossen werden, hätten aber viele andere Optionen in Angriff genommen werden müssen. Ideen gab es viele, mit etwas Kreativität und gutem Willen wären sie auch in die Umsetzung gekommen“, ärgert sich Künsberg Sarre. Maßnahmen gegen überfüllte Schulbusse, Möglichkeiten für Blended Learning für ältere Schüler_innen und vor allem rasche Tests und eine klare Teststrategie für Lehrer und Schüler hätten schon im Sommer vorbereitet werden sollen. „Sollten die Schulen wieder geschlossen werden, sollte damit ein Lockdown durch die Hintertür kommen, dann zeigt es deutlich, dass das Corona-Management dieser Bundesregierung gescheitert ist“, so Künsberg Sarre.

"Hat Regierung nichts dazu gelernt?"

Für die SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid ist das alarmierend:

„Ich frage mich wirklich: hat die Regierung in diesen sechs Monaten wirklich nichts dazu gelernt? Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sprechen eine klare Sprache: Kinder tragen wenig zum Infektionsgeschehen bei und Schulschließungen haben extrem negative Auswirkungen auf unsere SchülerInnen und Familien. Lassen wir bitte das Schreckensgespenst der Schulschließungen und nicht unsere Kinder daheim. Die Regierung muss endlich damit aufhören zu versuchen, die Menschen über Angst und Unsicherheit zu steuern.“

"Nur 2,9 Prozent aller Infektionen hängen mit Bildungsbereich zusammen"

Hammerschmid bezieht sich auch auf die kürzlich veröffentlichten Daten der AGES. „Wir wissen, dass nur 2,9 Prozent aller Infektionen mit dem Bildungsbereich zusammenhängen. Wir wissen auch, dass die negativen Folgen – von Bildungsungleichheit bis zu psychologischen Folgen – bei weitem den epidemiologischen Nutzen von Schulschließungen überwiegen“, argumentiert die SPÖ-Mandatarin. 

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