Epidemiologe Gartlehner
Experte spricht schon über das Ende der Maskenpflicht

Gerald Gartlehner, Epidemiologe an der Donau-Universität Krems, in der "ZiB2" am Dienstag.
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  • Gerald Gartlehner, Epidemiologe an der Donau-Universität Krems, in der "ZiB2" am Dienstag.
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Mit den groß angelegten Öffnungsschritten in Österreich kommt auch die Frage, welche Schutzmaßnahmen noch wie lange aufrecht erhalten werden sollten.

ÖSTERREICH. Das Land sperrt großflächig wieder auf. Museen, Freizeitsport, Gastronomie, Hotellerie und Kultur öffnen mit Sicherheitsmaßnahmen ihre Tore. Gerald Gartlehner, Epidemiologe an der Donau-Universität Krems, gab am Dienstag in der "ZiB2" mit Armin Wolf seine Einschätzung zur aktuellen Lage.

Derzeit sinken die Infektionszahlen schneller als erwartet. "Ich glaube was wir sehen, ist ein sehr starker saisonaler Effekt. Man sieht auch in anderen europäischen Ländern, dass mit der wärmeren Jahreszeit auch die Coronaviren zurückgehen", so Gartlehner.

Er hält die Öffnungsschritte für "vertretbar", das gelte mit Begleitmaßnahmen wie Tests auch für Großveranstaltungen mit bis zu 1.500 Teilnehmern indoor und bis zu 3.000 outdoor: "Wir müssen damit rechnen, dass die Inzidenzzahlen in den kommenden Wochen noch deutlicher nach unten gehen und gleichzeitig die Impfungen ansteigen."

Voraussetzung für fast alle Aktivitäten vom Gasthaus- bis zum Fitnessstudio-Besuch ist, dass die Person entweder getestet, genesen oder geimpft ist.
  • Voraussetzung für fast alle Aktivitäten vom Gasthaus- bis zum Fitnessstudio-Besuch ist, dass die Person entweder getestet, genesen oder geimpft ist.
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Ähnlich wie in Israel

Könnte es nicht doch zu steigenden Zahlen kommen? "Wir haben das in Israel gesehen. Dort wurde im Februar geöffnet und in den ersten drei Wochen stiegen die Zahlen an. Mit zunehmender Impfung gingen die Inzidenzzahlen aber steil nach unten. Wahrscheinlich werden wir einen ähnlichen Verlauf in Österreich sehen."

Als Indikator für Nervosität nannte Gartlehner die Auslastung der Intensivstationen: "Solange die nicht zu voll werden, können wir uns diese Öffnungen leisten." Er rechne mit einem kurzen Anstieg der Belegung, aber einer Entspannung, sobald die Impfung immer mehr greift.

Bekanntlich gelten ab sofort die 3G-Regeln: Zutritt zu Gastronomie und Hotellerie erhalten Personen, die getestet, genesen oder geimpft sind. Antigen-Schnelltests sind dabei 48 Stunden lang gültig. Laut Gartlehner stellen sie die Schwachstelle dar. Bei sinkenden Zahlen und Fortschreiten der Impfkampagne sinke auch der Nutzen dessen, asymptomatische Personen zu finden. In den nächsten Wochen müsse man die Eintrittstests in manchen Bereichen wohl hinterfragen.

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Ende der Maskenpflicht?

In Innenräumen gilt zudem eine FFP2-Maskenpflicht, mit Ausnahme der Gastronomie, wenn man am Tisch sitzt. Gartlehner dazu: "Alle diese begleitenden Maßnahmen müssen wir überdenken, weil sie mit steigendem Impfschutz wahrscheinlich nicht mehr nötig sein werden." Ab einer Durchimpfungsrate in Österreich von etwa 40 Prozent könne man über die Abschaffung der Maskenpflicht in einigen Bereichen nachdenken.

Mit einer ähnlich starken Corona-Welle wie im vergangenen Herbst rechnet Gartlehner nicht. Lockdowns seien wohl nicht mehr nötig. Ungeimpfte müssen laut dem Experten aber mit einer Infektion rechnen.

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