Deutschförderklassen kommen
Faßmann hält an Bildungsprogramm fest

"Aber, dass es Deutschförderklassen als solche gibt, daran möchte ich keinen Zweifel lassen", so Faßmann im Morgenjournal.
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  • "Aber, dass es Deutschförderklassen als solche gibt, daran möchte ich keinen Zweifel lassen", so Faßmann im Morgenjournal.
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Das Regierungsprogramm von ÖVP und Grünen verspricht "Die beste Bildung für alle". Unter dem Kapitel Bildung finden sich laut Kritikern aber viele Ideen, die bereits unter der türkis-blauen Regierung formuliert wurden, beispielsweise die Bildungspflicht und auch die umstrittenen Deutschförderklassen. Es finden sich darin aber auch neue Ideen wie der Chancenindex, der mehr Geld für Brennpunktschulen verspricht.

ÖSTERREICH. Bildungsminister Heinz Faßmann, der nach einer Ibiza-bedingten Zwangspause in die Regierung zurückgekehrt ist, hält an den umstrittenen Deutschförderklassen fest. Das sei so im Regierungsprogramm festgelegt, sagte der alte und neue Bildungsminister am Montag im Ö1 Morgenjournal. Allerdings wolle man die Förderklassen nun aber flexibilisieren. 

Deutschförderklassen kommen

Man habe mit den Grünen eine Einigung erzielt, so Faßmann. Die Deutschförderklassen sollen kommen. In Form eines Crashkurses sollen diejenigen Schüler, die neu hinzukommen und die Unterrichtssprache noch nicht beherrschen, unterrichtet werden. Mann müsse noch über die Klassengröße reden und die Zusammensetzung. Laut Faßmann "gibt es Handlungsspielraum", so sollen die Schulen das Modell an ihre Bedürfnisse anpassen können. "Aber, dass es Deutschförderklassen als solche gibt, daran möchte ich keinen Zweifel lassen", so Faßmann weiter. 

Bundesminister Heinz Faßmann im Gespräch mit LH Günther Platter.
  • Bundesminister Heinz Faßmann im Gespräch mit LH Günther Platter.
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Brennpunkt-Schulen erhalten Mittel

Auch die Umsetzung des Chancenindex soll für ihn von hoher Priorität sein, so Faßmann, der sich allerdings mit Details zur Finanzierung zurückhält. Im Rahmen des Chancenindex sollen sogenannte Brennpunkt-Schulen mehr Fördermittel erhalten. Der Bildungsminister sieht Schulen mit bestimmten Indikatoren in der Pflicht, von sich aus zu sagen, was sie wofür benötigen. Danach werde man wissen, mit welchen Ressourcen was machbar sei und wie viel Geld man in die Hand nehmen müsse, so der Minister. Außerdem könne man den Nutzen dieser Maßnahme so messbar machen. 

Das Bildungsministerium sein finanziell schon recht gut ausgestattet. Es werde aber dennoch Gespräche mit dem Finanzminister Gernot Blümel geben.
  • Das Bildungsministerium sein finanziell schon recht gut ausgestattet. Es werde aber dennoch Gespräche mit dem Finanzminister Gernot Blümel geben.
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"Zweit-teuerstes Bildungssystem der Welt"

Auf die Finanzierung des neuen Bildungskapitel angesprochen antwortete Faßmann, dass das Ministerium finanziell schon recht gut ausgestattet sei. Es werde aber Gespräche mit dem Finanzminister Gernot Blümel geben. Eventuell gäbe es sogar noch etwas mehr Budget. "Manche betonen, wir sind das zweit-teuerste Bildungssystem der Welt. Das muss man auch zur Kenntnis nehmen und berücksichtigen", so der Bildungsminister. 

Es geht in die richtige Richtung 

Bildungspsychologin Christiane Spiel von der Universität Wien ist dem neuen Bildungsprogramm gegenüber prinzipiell positiv eingestellt. "Im Vergleich mit der letzten Regierungserklärung gefällt es mir deutlich besser. Ich finde es hat sehr viele positive Aspekte und viele, viele Dinge, wo ich sagen würde, dass es in die richtige Richtung geht", sagte sie im Morgenjournal. Analysen des Bildungsstandards hätten gezeigt, dass die Bildungs-Standards in Klassen mit einem hohen Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund nur schwer erreichbar seien, erklärt sie. Weniger positiv stimmten die Bildungspsychologin das Erhaltenbleiben der Deutschförderklassen und die künftige Zifferbenotung ab der zweiten Volksschulklasse.

Stefan Hopmann vom Institut für Bildungsforschung der Universität Wien sieht den Ausbau von Kontrollmachanismen und die daraus resultierende weitere Testungen von Kindern kritisch.
  • Stefan Hopmann vom Institut für Bildungsforschung der Universität Wien sieht den Ausbau von Kontrollmachanismen und die daraus resultierende weitere Testungen von Kindern kritisch.
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Einige Maßnahmen verstärken Probleme

Auch Stefan Hopmann vom Institut für Bildungsforschung der Universität Wien sieht den Ausbau dieser Kontrollmachanismen und die daraus resultierende weitere Testungen der Kinder kritisch. "Es gibt auch kein Maßnahmenpaket, das geeignet wäre, eine substantielle Veränderung des Regelschulbetriebs zu erzeugen. Es gibt, eher im Gegenteil, eine ganze Reihe an Maßnahmen, von denen hinlänglich bekannt ist, dass sie die Problem der Chancengleichheit verstärken", so der Bildungsforscher. Auch sei ihm die Formulierung des Bildungsprogramms zu vage, genauso wie die Frage um die Finanzierung. Einen Zugewinn sehe der Forscher nur im Sozialindex.

Schlechtes Zeugnis für türkis-grüne Bildungspolitik

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