Internationaler Frauentag
Frauen bei Löhnen weiterhin im Nachteil

Immer noch übernehmen Frauen zu einem großen Teil die Kinderbetreuung und arbeiten deswegen häufiger in Teilzeit.
  • Immer noch übernehmen Frauen zu einem großen Teil die Kinderbetreuung und arbeiten deswegen häufiger in Teilzeit.
  • Foto: MEV
  • hochgeladen von Linda Osusky

Am 8. März ist Frauentag. Anfangs ging es ums Wahlrecht. Heute geht es um einen fairen Arbeitsmarkt.

Der Internationale Frauentag wurde 1911 ins Leben gerufen. Vor über 100 Jahren kämpften Frauen für das Wahlrecht. Mit Erfolg. Das Thema "Gleicher Lohn für gleiche Leistung" kam erst später auf. Seit 1979 ist diese Forderung mit dem Gleichbehandlungsgesetz in Österreich auch gesetzlich verankert. Dennoch verdienen Frauen auch im 21. Jahrhundert im Durchschnitt weniger als Männer.

Gender Pay Gap überdurchschnittlich hoch

Laut Eurostat, das die Bruttostundenverdienste von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft vergleicht, betrug der Gender Pay Gap in Österreich 2017 20 Prozent und liegt damit über dem EU-Durchschnitt von 16 Prozent. Den kleinsten Gender Pay Gap hat Rumänien mit 3,5 Prozent. Ein Teil der Lohnunterschiede läßt sich dadurch erklären, dass Frauen überdurchschnittlich oft in schlechterbezahlten Branchen und öfter in Teilzeit tätig sind. Übrig blieben 14 Prozent, die Statistiker nicht erklären können.

Verbesserung um 0,4 Prozentpunkte pro Jahr

Die Gehaltsunterschiede werden von der Statistik Austria anders erfasst als von Eurostat. Laut den österreichischen Statistikern, die die Bruttojahreseinkommen vergleichen, verdienten unselbstständig beschäftigte Frauen 2017 um 37 Prozent weniger als Männer. In zehn Jahren hat sich dieser Wert um vier Prozentpunkte verbessert. Beschränkt man den Vergleich auf vollzeitbeschäftigte Frauen und Männer, waren die Bruttojahreseinkommen der Frauen immer noch um 16 Prozent niedriger.

Wien vorbildlich, Schlusslicht Vorarlberg

Auch innerhalb Österreichs gibt es große Unterschiede. Während in Wien vollzeitbeschäftigte Frauen 94 Prozent des Medianeinkommens der Männer verdienen, sind es in Vorarlberg nur 75 Prozent.

Jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit

Auffallend ist der Trend zur Teilzeit bei österreichischen Frauen. 2017 arbeitete bereits fast jede zweite Frau in Teilzeit (48 Prozent), 1997 war es nur jede Dritte (29 Prozent). 68 Prozent der Frauen zwischen 30 und 44 Jahren gaben als Grund für Teilzeitarbeit Betreuungspflichten von Kindern oder pflegebedürftiger Erwachsene an.

Frauen und Altersarmut

Experten warnen, dass Frauen durch niedrigere Einkommen und Lücken durch Kindererziehung im Versicherungsverlauf häufiger von Altersarmut betroffen sind.

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