100. Weltfrauentag
"Männer sollten Frauen Hälfte des Gehalts auszahlen"

Während der Corona-Krise sind es speziell die Frauen, die großen Belastungen und Herausforderungen ausgesetzt sind, seien es nun anhaltende Einkommensverluste, der tägliche Spagat zwischen Homeschooling und Homeoffice oder steigende häusliche Gewalt
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Am 8. März ist Weltfrauentag, seit 100 Jahren findet dieser Tag nun jährlich statt, von einer Gleichstellung der Frauen ist auch nach 100 Jahren kann noch lange nicht gesprochen werden. Sowohl beruflich als auch privat ist Diskriminierung an der Tagesordnung. Wie massiv die Benachteiligungen der Frauen tatsächlich ist, wurde einmal mehr in der Corona-Krise sichtbar. Jährlich gehen Frauen dagegen auf die Barrikaden, auch heuer wieder, bei einer der größten Kundgebungen vor dem Frauenministerium in Wien.

ÖSTERREICH.  Anlässlich des Weltfrauentages haben sich selbst die Oppositionsparteien zusammengetan: SPÖ, NEOS und FPÖ beantragten diesbezüglich eine Sondersitzung des Nationalrates. "Während der Corona-Krise sind es speziell die Frauen, die großen Belastungen und Herausforderungen ausgesetzt sind, seien es nun anhaltende Einkommensverluste, der tägliche Spagat zwischen Homeschooling und Homeoffice oder steigende häusliche Gewalt", sie die parteibegreifende Initiative. Die Bundesregierung habe bisher zu wenig dagegen unternommen.

Frauen von Corona-Krise dreifach betroffen

„Frauen sind von der Corona-Krise doppelt und dreifach betroffen“, betont SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch Hosek. „Die Arbeitslosigkeit bei Frauen steigt beinahe doppelt so stark wie bei Männern. Von der Kurzarbeit profitieren Frauen deutlich weniger als Männer. Wir müssen jetzt rasch handeln und konkrete Initiativen auf den Weg bringen, die Frauen stärken. Wir brauchen einen Qualifizierungsturbo und Arbeitsmarktprojekte für Frauen. Notwendig ist auch ein rascher Ausbau der ganztägigen Kinderbetreuung in ganz Österreich.“

Größte Kundgebung vor Frauenministerium

Eine Forderung, die auch Andrea Czak von F.EMA (Verein Feministische Alleinerzieherinnen) unter anderem in ihrem Programm hat. Gemeinsam mit 40 weiteren Frauenunternehmen, darunter der Österreichische Frauenring, die Autonomen Österreichischen Frauenhäuser, Omas gegen Rechts, das Frauenvolksbegehren sowie zahlreichen roten, grünen und pinken Politikerinnen ruft sie unter dem Motto „Zur Superwoman zwangsverpflichtet“ am Donnerstag um 14 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Frauenministerium am Minoritenplatz auf. Es ist wohl die größte feministischen Kundgebung, die  heuer vor dem Frauenministerium stattfindet.  Die Ministerin wurde im Vorfeld gebeten, eine Stellungnahme abzugeben und an der Kundgebung teilzunehmen,  bis dato blieb ihre Zusage aber ausständig. Wer dabei sein möchte, kann das via Livestream auf der Facebook-Page.

Regierung macht nichts

Grund für die Kundgebung: Es sind vor allem die Frauen, die diese Krise stemmen – doch die Krisenmaßnahmen der Bundesregierung bleiben aus. „Frauen bleiben in dieser Krise auf der Strecke. Es braucht dringend Maßnahmen und Mittel, um Frauen zu entlasten und sozial abzusichern. Von der Politik kommt trotz des geschlechterpolitischen Backlash keine echte Unterstützung, Expertinnen werden nicht gehört und nicht ernst genommen. Dass sich nun so zahlreich Frauenorganisationen zusammenschließen, zeigt, wie notwendig eine Kursänderung in der aktuellen Politik ist“, so Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Wollen keine Almosenpolitik

„Gerade Alleinerzieherinnen sind massiv betroffen! Leider erhalten wir von der Frauenpolitik keine Unterstützung! Die vorherrschende Almosenpolitik und kosmetische Maßnahmen helfen uns nicht weiter“, kritisiert Andrea Czak, Obfrau des Vereines der feministischen Alleinerzieherinnen FEM.A und Organisatorin der Kundgebung, die aktuelle Lage.

"Kinder von Alleinerziehenden sind nicht Kinder zweiter Klasse! Wir fordern Fairness durch eine Unterhaltsgarantie, damit diese heute schon benachteiligten Kinder nicht die sozial Abgehängten von morgen sind!"Andrea Czak, Vorsitzende des Vereins FEM.A.
  • "Kinder von Alleinerziehenden sind nicht Kinder zweiter Klasse! Wir fordern Fairness durch eine Unterhaltsgarantie, damit diese heute schon benachteiligten Kinder nicht die sozial Abgehängten von morgen sind!"Andrea Czak, Vorsitzende des Vereins FEM.A.
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Alarmierend hohes Ausmaß an Gewalt

„Das alarmierend hohe Ausmaß der Gewalt an Frauen und Mädchen muss endlich oberste politische Priorität bekommen! Österreich hat sich durch die Ratifizierung der Istanbul-Konvention dazu verpflichtet. Wenn die Arbeitslosigkeit und die finanziellen Sorgen und Ängste weiter zunehmen, steigen die Armut, Abhängigkeit und die Männergewalt an Frauen nochmals um ein Vielfaches. Österreich ist ein frauenpolitisches Entwicklungsland und weit entfernt von einer echten Geschlechtergleichstellung und von einem effektiven Gewaltschutz. Das ist wirklich beschämend für ein modernes und reiches Land!“, kritisiert Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Österreichische Autonome Frauenhäuser.

Männer sollen Einkommen teilen

Sarah Connor (40) ist eigentlich deutsch Popsängerin, aber auch Mutter von vier Kindern. Anlässlich des Weltfrauentags gab sie nun der „Zeit" ein Interview und sprach Tacheles. Männer sollen ihr Einkommen mit ihren Partnerinnen teilen, wenn die Frauen die Familienarbeit leisten, spricht sie da an, was viele ignorieren. Denn: “Die Wahrheit ist doch: Das eine ginge nicht ohne das andere. Es gibt bei Scheidungen den Zugewinnausgleich, der Frauen für entgangenes Gehalt entschädigt. Warum soll es einen solchen Ausgleich eigentlich nur im Scheidungsfall geben?“.

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