Ministerium für Digitalisierung
Neuerungen bei Lehrlingsausbildung in Österreich

Das erste Lehrberufspaket des neuen Jahres soll am 1. Mai 2020 in Kraft treten, damit interessierte Lehrlinge und Betriebe mit der neuen Ausbildung ab dem kommenden Ausbildungjahr 2020/2021 voll durchstarten können.
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  • Das erste Lehrberufspaket des neuen Jahres soll am 1. Mai 2020 in Kraft treten, damit interessierte Lehrlinge und Betriebe mit der neuen Ausbildung ab dem kommenden Ausbildungjahr 2020/2021 voll durchstarten können.
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Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck möchte moderne und neue Lehrberufe für die Fachkräfte der Zukunft schaffen. Dazu wurde jetzt im Ministerrat ein Lehrberufspaket mit 31 neuen Berufsbildern beschlossen. Lob von der Wirtschaftskammer, der ÖGB übt Kritik.

ÖSTERREICH. "Digitalisierung betrifft alle Branchen und daher müssen wir alle Berufe für diesen Wandel rüsten", so Schramböck. Insgesamt 31 neue und überarbeitete Lehrberufe sollen für rund 15.000 Jugendliche und junge Erwachsene das Rüstzeug geben, um bestmöglich auf die Anforderungen einer geänderten Arbeitswelt vorbereitet zu sein. Das erste Lehrberufspaket des neuen Jahres soll am 1. Mai 2020 in Kraft treten, damit interessierte Lehrlinge und Betriebe mit der neuen Ausbildung ab dem kommenden Ausbildungjahr 2020/2021 voll durchstarten können.

Ab Mai soll ein erstes Lehrberufspaket in Kraft treten, so die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) Margarete Schramböck (ÖVP).
  • Ab Mai soll ein erstes Lehrberufspaket in Kraft treten, so die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) Margarete Schramböck (ÖVP).
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Neue Lehrberuf „Eventkaufmann"

Neuerungen gibt es im Bereich der kaufmännisch-administrativen Lehrberufe. Die Anforderungen einer modernen Büroorganisation, insbesondere hinsichtlich Digitalisierung, nachhaltiges Wirtschaften sowie Entrepreneurship sind geplant. Kaufmännisch-administrative Lehrberufe für die Hotellerie sollen stärker auf Kundenorientierung und neue digitale Anwendungen ausgerichtet sein. Neu ist der Lehrberuf „Eventkaufmann/Eventkauffrau“. Er ermöglicht Event-, Veranstaltungs- und Werbeagenturen sowie Kulturorganisationen und Messeveranstaltern die Ausbildung von Expertinnen und Experten für die Planung, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen aller Art. Ab Mai soll es auch den Lehrberuf „Assistent/Assistentin in der Sicherheitsverwaltung“ geben. Die Lehre soll einen ersten Einstieg in die Berufslaufbahn im Polizeidienst bieten. Der neugeordnete Lehrberuf „Masseur/in“ bildet aktuelle Massagetrends ab und enthält zusätzlich Kompetenzen im Bereich Beratung und verkaufsfördernde Maßnahmen.

Bildungsminister Heinz Faßmann will die "Lehre mit Matura" durch neue Qualitätskriterien reformieren.
  • Bildungsminister Heinz Faßmann will die "Lehre mit Matura" durch neue Qualitätskriterien reformieren.
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Lehre mit Matura erhält neue Vorgaben

Das 2008 gestartete Förderprogramm "Lehre mit Matura" erhält neue Vorgaben. Bewerber müssen künftig ein Motivationsschreiben verfassen und Kursanbieter neue Qualitätskriterien erfüllen. Änderungen gibt es auch bei der Finanzierung. So soll die derzeit hohe Dropout-Quote gesenkt werden, so Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Denn seit 2008 haben rund 26.500 Lehrlinge am Programm teilgenommen. Das ist in etwa jeder zehnte Lehrling. Rund 36 Prozent schieden aus, die Hälfte davon während oder nach dem ersten Vorbereitungskurs. Eine Absage gab es von Faßmann für einen Rechtsanspruch auf die Absolvierung der Kurse in der Arbeitszeit. Das sei Sache der Sozialpartner, betonte der Minister. 

Kritik vom Österreichischer Gewerkschaftsbund

„Bildungsminister Faßmann hat erneut die Chance vertan, Lehrlingen die Möglichkeit auf eine Lehre mit Matura zu erleichtern“, kommentiert Susanne Hofer, Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). „Die Bundesregierung will die Lehre aufwerten und attraktiver machen, trägt aber nicht viel dazu bei.“ Dass immer mehr Lehrlinge an Lehre mit Matura interessiert sind, sei positiv. „An der Motivation scheitert es nicht. Die hohe Dropout-Rate von 36 Prozent ist klar auf die Doppelbelastung der Lehrlinge zurückzuführen, da wird auch ein Motivationsschreiben nichts daran ändern“, kommentiert Hofer. Gerade für junge Menschen sei es enorm belastend, nach ihrer Vollzeit-Ausbildung im Betrieb und Berufsschule dann auch noch am Abend die Vorbereitungskurse für die Matura zu absolvieren. Ein 12-Stunden-Tag ist da schnell erreicht. „Nur ein Rechtsanspruch auf Lehre mit Matura während der Arbeitszeit kann dieser Doppelbelastung entgegenwirken. Bildungsminister Faßmann hat hier eine Chance vertan, die Lehre tatsächlich attraktiver zu machen“, so Hofer. „Lehrlinge im Handel oder in der Gastronomie werden ohne Rechtsanspruch von der 'Lehre mit Matura' sogar häufig ausgeschlossen, weil die dort üblichen Arbeitszeiten und Dienstpläne nicht beides zulassen. Im Metallbereich nehmen Jugendliche oft einen Arbeitsplatz im Schichtbetrieb an und schaffen es dann nicht zum Matura-Vorbereitungskurs“, so die ÖGJ-Vorsitzende. „Es ist endlich Zeit für echte Maßnahmen und nicht nur für leere Worte.“

 „Neue Lehrberufe wichtig gegen Fachkräftemangel“

Lob gab es von Tourismusministerin Elisabeth Köstinger für das neue Lehrlingspaket: „Gerade für den Tourismus ist das enorm wichtig, denn hier ist der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften für viele Betriebe inzwischen ein großes Problem.“ Konkret heißt das, dass die Berufsbilder für die Lehren Betriebsdienstleister/in, Hotelkaufmann/-frau und Hotel und Gastgewerbeassistent/in weiterentwickelt und den modernen Anforderungen angepasst werden. Darüber hinaus wird die neue Doppellehre zum Hotel- und Restaurantfachmann/frau geschaffen. Sie vereint beide Ausbildungen, schließt mit einer gemeinsamen Lehrabschlussprüfung ab und dauert vier Jahre. Natürlich kann auch weiterhin jeder dieser beiden Lehrberufe auch alleine absolviert werden.

WKÖ: "15.000 Lehrlinge profitieren"

„Die digitale Transformation ändert auch den Arbeitsalltag. Gerade in der Verwaltung zeigt sich die Digitalisierung sehr deutlich. Mit den adaptierten Berufsbildern machen wir unsere jungen Fachkräfte fit für die Zukunft. Über 15.000 Lehrlinge werden im konkreten Fall von den gesetzten Maßnahmen profitieren“, betont Wirtschaftskammer-Chef Harald Mahrer. Neben den digitalen Skills würden auch unternehmerisches Denken und nachhaltiges Wirtschaften verstärkt in die Ausbildung integriert werden.

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Autor:

Anna Richter-Trummer aus Wien

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