ÖBB-Plan aufgegangen
Nischenprodukt Nachtzug

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ÖSTERREICH. Vor drei Jahren haben die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) das Nachtzuggeschäft der Deutschen Bahn übernommen. "Der Plan ist aufgegangen", freut sich ÖBB-Chef Andreas Matthä im Gespräch mit der APA. Tatsächlich floriert das Geschäft. Im Jahr 2019 verzeichnete die ÖBB einen Fahrgast-Zuwachs von bis zu 20 Prozent bei den Nachtzügen, den sogenannten 'Nightjets'.

Bereits 2016 war die Deutschen Bahn zum Fahrplanwechsel aus dem Nachtzuggesschäft ausgestiegen. Das Produkt Nachtzug brachte der Deutschen Bahn nur Verluste ein. Dennoch entschieden sich die Österreicher dazu, Teile zu übernehmen. 

Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG.
  • Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG.
  • Foto: ÖBB/Prinz
  • hochgeladen von Julian Engelsberger

Matthä: "Die aktuelle Klima-Diskussion spielt uns da natürlich in die Hände"

Angelehnt an das bereits bestehende Produkt 'Railjet' sollte die Marke 'Nightjet' ebenfalls die österreichische Gemütlichkeit vermitteln. Auch der Aspekt Umweltbewusstsein wurde berücksichtigt. Für immer mehr Reisende wurde der 'Nightjet' zur ersten Wahl wenn es darum ging nach Rom, Venedig, Berlin oder Hamburg zu gelangen. Den stärksten Fahrgastzuwachs von 20 Prozent verzeichne man auf der Strecke Wien-Feldkirch, so der Bahnchef. Der Nachtzug werde immer mehr als echte Alternative zum Flugzeug gesehen. "Die aktuelle Klima-Diskussion spielt uns da natürlich in die Hände" führt Matthä weiter aus. In der gesamten ÖBB-Bilanz bleibe der Nachtzug aber ein Nischenprodukt, wenn auch ein sehr erfolgreiches. Im Schnitt seien die Fahrgastzahlen in den Nachtzügen in alle Destinationen um 11 Prozent gestiegen.

Weitere Destinationen folgen

Am 19. Jänner 2020 kommt mit der neuen 'Nightjet'-Linie Wien-Brüssel ein neues Ziel dazu. Zweimal wöchentlich soll es dann in die EU-Hauptstadt gehen. Mit dem Fahrplanwechsel 2020 soll es dann auch möglich sein, mit dem 'Nightjet' nach Amsterdam zu fahren. Weitere Destinationen sollen folgen. Derzeit verhandle man noch, "Wir sind mit einigen europäischen Regierungen und Bahnchefs im Gespräch", erklärt Matthä. Er führt weiter aus, dass ein Stufenplan zum Ausbau des 'Nighjet'-Netzes bis 2026 vorliege. Dabei könne er sich etwa Nachtzüge nach Paris, Barcelona oder in den hohen Norden vorstellen.

Die direkte Nightjet-Verbindung von Wien nach Brüssel. Ab  Jänner wird der Zug zweimal wöchentlich in die belgische Hauptstadt fahren.
  • Die direkte Nightjet-Verbindung von Wien nach Brüssel. Ab Jänner wird der Zug zweimal wöchentlich in die belgische Hauptstadt fahren.
  • Foto: ÖBB
  • hochgeladen von Dagmar Knoflach-Haberditz

Echte Alternative zu den Billigfliegern

Die Plätze in den Schlafwägen seien eigentlich immer ausgebucht. Insgesamt fahren 1,5 Millionen Fahrgäste in den Nachtzügen. Eine Modernisierung der Liegewägen soll noch mehr Kunden anlocken. Sogenannte 'Kapselwägen' sollen den Reisenden dann ab 2022/2023 mehr Privatsphäre bieten. Abteile sollen dann auch nur noch von maximal vier Personen belegt werden. Die Sitzplätze in den Nachtzügen würden"preissensitiven" Reisenden, besonders den Jüngeren, eine echte Alternative zu den Billigfliegern bieten, ist Matthä überzeugt

Matthä: "Wir wollen Fairness zwischen den Verkehrsträgern"

"Man merkt, dass es bei der Bahn noch kein einheitliches Europa gibt". Hürden für eine weitere Expansion der Nachtzüge ortet der ÖBB-Chef daher im regulatorischen Bereich. "Wir wollen Fairness zwischen den Verkehrsträgern", fordert Matthä. So versuche man auch für eine eigene Nachtzug-Maut zu werben. Für Nachtzüge sollte es eine eigene Kategorie der Schienenmaut geben, damit diese nicht die gleichen hohen Aufschläge wie die Hochgeschwindigkeitszüge zahlen müssten. Außerdem falle im Zug Mehrwertsteuer auf das Ticket an. Für internationale Flüge gelte das nicht

Das ändert sich für Bahnfahrer
Autor:

Ted Knops aus Wien

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