Corona-Finanzhilfen
ÖGK drängt auf Hilfe vom Bund, aber Blümel "blockiert"

Die aktuelle Gebarungsvorschau prognostiziert heuer für die ÖGK einen Verlust von rund 200 Millionen Euro. Für 2021 gestalte sich die Lage sogar noch dramatischer
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  • Die aktuelle Gebarungsvorschau prognostiziert heuer für die ÖGK einen Verlust von rund 200 Millionen Euro. Für 2021 gestalte sich die Lage sogar noch dramatischer
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  • hochgeladen von Julia Mittermayr

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) steckt Corona-bedingt in der Krise und drängt nun auf die vom Bund zugesagten finanziellen Hilfen.

ÖSTERREICH. Bei der letzten Verhandlungsrunde vor mehr als fünf Wochen stellte die Bundesregierung eine Einigung in Aussicht. Diese sollte "in den nächsten Tagen" erfolgen. Geschehen sei aber seitdem nichts, beklagte ÖGK-Obmann Andreas Huss. Es gebe weder einen neuen Verhandlungstermin noch sei im Budget irgendetwas eingepreist worden. 

200 Mio. Euro Verlust

Die aktuelle Gebarungsvorschau prognostiziert heuer für die ÖGK einen Verlust von rund 200 Millionen Euro. Für 2021 gestalte sich die Lage sogar noch dramatischer, denn dann müsse man einen Großteil der aufgrund der Corona-Krise gewährten Stundungen abschreiben, fürchtet Huss. Bei den Stundungen geht es um rund 320 Millionen Euro nur für die ÖGK.

Blümel "blockiert"

Der Arbeitnehmervertreter appelliert daher dringen an die Politik, die zuvor zugesagten Hilfen auch tatsächlich zu gewähren. Diese sollten dementsprechend auch im Budget für nächstes Jahr, das bereits beschlossen wurde, abgebildet werden. Beim Gesundheitsausschuss am 6. November habe Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) Verständnis für die Lage der ÖGK gezeigt. Allerdings "blockiert" Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP), so Huss.

ÖGK kann auf Dauer nicht von Rücklagen leben 

Selbst ohne rasche Finanzhilfe drohen noch keine Leistungskürzungen oder Beitragserhöhungen, versicherte der ÖGK-Obmann. Man sei noch liquide und habe zudem Rücklagen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. Allerdings gehören 600 Millionen davon den Bundesländern für die Zielsteuerung. Die ÖGK könne aber nicht auf Dauer von den Rücklagen leben, so Huss, der den "dringenden Wunsch" nach rascher Hilfe erneut bekräftigte. 

Leistungen müssen ausgebaut werden

Die ÖGK benötige die Mittel für den Ausbau von Leistungen für die Versicherten, betonte Huss. Ein Verharren auf dem Status quo stelle angesichts der Weiterentwicklung der Medizin de facto einen Rückschritt dar. Nicht nur im Bereich der Hausärzte gebe es Versorgungslücken, sondern vor allem auch bei der Psychotherapie, sowie bei der Ergo- oder auch bei der Logotherapie.

Die aktuelle Gebarungsvorschau prognostiziert heuer für die ÖGK einen Verlust von rund 200 Millionen Euro. Für 2021 gestalte sich die Lage sogar noch dramatischer
 Bei der letzten Verhandlungsrunde vor mehr als fünf Wochen stellte die Bundesregierung eine Einigung in Aussicht. Diese sollte "in den nächsten Tagen" erfolgen. Geschehen sei aber seitdem nichts, beklagte ÖGK-Obmann Andreas Huss.

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